Bewertung von Spermatogenese und Spermaqualität

Das andrologische Labor des IZW bietet auf der Basis ausgewählter Methoden einen Service zur Bewertung von Spermatogenese und Spermaqualität an. Darüber hinaus wird die wissenschaftliche Unterstützung bei der Entwicklung neuer Methoden zur Bewertung und (Gefrier-) Konservierung von Spermien angeboten.

Analyse der Spermatogenese-Aktivität

Um den Eintritt der Geschlechtsreife, saisonale Unterschiede oder Probleme in der Fruchtbarkeit einschätzen zu können, wird die Spermienproduktion an frischen oder gefrorenen Hodenproben (auch Bioptaten) analysiert. Hierzu erfolgt eine durchflusszytometrische Untersuchung des Kernstatus isolierter Hodenzellen. Ein hoher Anteil haploider Kerne ist ein Indiz für eine hohe Spermatogenese-Aktivität.

Bild 1: Spermatogenese-Aktivität in Hodenproben des Eurasischen Luchses post mortem

Die histologische Bewertung der Hoden-Aktivität kann auch an fixierten Hodenproben erfolgen sowie durch die Bestimmung der Anzahl testikulärer Spermien im Gewebe.

Bild 2: Spermatogenese-Aktivität im Juli (links) und Dezember (rechts) in formalin-fixiertem (Bouin) Hodengewebe vom Rehbock

Analyse der Spermien-Qualität

Die Qualität des Spermas bestimmt im Wesentlichen den Erfolg künstlicher Reproduktionstechniken (z.B. künstliche Besamung, in vitro-Befruchtung, ICSI). Eine umfassende Untersuchung der Spermaqualität kann auch genutzt werden, die Befruchtungsfähigkeit männlicher Keimzellen in vivo einschätzen zu können.

Die folgenden Methoden stehen zur Verfügung. Jedoch ist immer eine Anpassung an die Besonderheiten der zu untersuchenden Art notwendig:

  • Analyse der Spermienmorphologie
  • Computergestützte Messung der Bewegungsparameter von Spermien (SpermVision)
  • Analyse von Spermieneigenschaften durch spezifische Fluoreszenzfärbungen (Lebensfähigkeit, Intaktheit der Membran, Aktivität von Mitochondrien) sowie Bestimmung von Spermienfunktionen (Kapazitation, Induktion der Akrosomenreaktion)

Bild 3: Färbung aktiver Mitochondrien (Zellkraftwerke) in den Mittelstücken von vitalen Spermien der Hauskatze (Felis silvestris catus, oben links), des Hausschweins (Sus scrofa domestica, oben rechts), der Streifenmaus (Rhabdomys pumilio, unten) mittels Rhodamin 123 (leuchtend grün), tote Spermien sind durch Propidiumjodid gefärbt (rot).

Kontakt

Dr. Karin Müller

Telefon: 0049 (0) 30 5168 613
E-Mail: mueller@izw-berlin.de

Dr. Joseph Saragusty

Telefon: 0049 (0) 30 5168 443
E-Mail: saragusty@izw-berlin.de

Weitere Informationen über diesen Service und das zugehörige Qualitätsmanagement zum Download:

Header photo: Pygmy hippopotamus spermatozoa are stained by fluorescence in situ hybridization (FISH) to identify which cells carry the X chromosome and which carry the Y chromosome. Here, X-chromosome bearing spermatozoa are labeled with Cy3, which appears pink, and Y-chromosome bearing spermatozoa are labeled with fluorescein isothiocyanate (FITC), which appears green. © J. Saragusty