Das Leibniz-IZW ist ein international anerkanntes Forschungsinstitut. Es gehört zum Forschungsverbund Berlin e.V. und ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft. Unser Ziel ist es, die Anpassungsfähigkeit von Wildtieren im Kontext des globalen Wandels zu verstehen und zum Erhalt von gesunden Wildtierbeständen beizutragen. Dafür erforschen wir die Vielfalt von Lebenslauf-Strategien, die Mechanismen der evolutionären Anpassungen und ihre Grenzen – inklusive Wildtierkrankheiten – sowie die Wechselbeziehungen zwischen Wildtieren, ihrer Umwelt und dem Menschen. Wir setzen Expertise aus Biologie und Veterinärmedizin in einem interdisziplinären Ansatz ein, um Grundlagen- und angewandte Forschung – von der molekularen bis zur landschaftlichen Ebene – in engem Austausch mit Stakeholdern und der Öffentlichkeit durchzuführen. Darüber hinaus stellen wir einzigartige und hochwertige Dienstleistungen für die Wissenschaftsgemeinschaft bereit.

Aktuelle Informationen zur Afrikanischen Schweinepest in Deutschland: Das Leibniz-IZW führt Forschungen zur Populationsdynamik, zur Modellierung von Krankheitsausbrüchen bei Wildschweinen sowie zur Ökologie und Mensch-Tier-Interaktion in urbanen Räumen durch. Die Afrikanische Schweinepest ist eine anzeigepflichtige Krankheit bei Nutztieren und daher sind für alle Fragen zum akuten Infektionsgeschehen die jeweiligen Landeslabore und das Friedrich-Loeffler-Institut (Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit) FLI zuständig.

Aktuelles

Steinadler mit einem GPS-Sensor in Südtirol (Foto: Klaus Bliem)
Steinadler mit einem GPS-Sensor in Südtirol (Foto: Klaus Bliem)

Erfahrung, nicht Geschick beim Fliegen, bestimmt wann junge Steinadler das elterliche Revier verlassen

Junge Steinadler in den Alpen lernen in den ersten Monaten ihres Lebens, wie man zwischen den Bergen navigiert und Thermiken für das Aufsteigen in große Höhen nutzt – eine essenzielle Fähigkeit für ihr Überleben. Wie schnell sie diese Fähigkeit erlangen oder wie geschickt sie sich dabei anstellen, beeinflusst jedoch nicht den Zeitpunkt, an dem sie endgültig das elterliche Revier verlassen. Eine neue Studie an 92 mit GPS-Sendern ausgestatteten Jungadlern zeigt, dass es die Länge und Flughöhe alltäglicher Ausflüge und nicht das Geschick beim Meistern der Thermik ist, die ihre Entscheidung für ein unabhängiges Leben maßgeblich beeinflusst. Der Fachartikel ist in der Zeitschrift „Royal Society Open Science“ erschienen.

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Wissenschaftler Emanuel Heitlinger mit den Mäusefallen für seine Forschungen auf Bauernhöfen (Foto: dpa, Patrick Pleul)
Wissenschaftler Emanuel Heitlinger mit den Mäusefallen für seine Forschungen auf Bauernhöfen (Foto: dpa, Patrick Pleul)

Studie an Bauernhofmäusen zeigt: Antibiotikaresistenzen sind auch ein ökologisches Problem, nicht nur ein medizinisches

Antibiotikaresistenzen bei Menschen und Nutztieren sind eine große gesundheitliche Herausforderung. Eine neue Studie in der Fachzeitschrift „Nature Communications“ legt offen, dass dieses Problem nicht an Krankenhaustüren oder Bauernhoftoren endet – vielmehr lassen sich Antibiotika-Resistenzgene (ARG) auch in Wildtieren nachweisen. Ein Team unter der Leitung des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) und des Max Delbrück Centers konnte zeigen, dass wilde Mäuse auf Bauernhöfen circa 50 Prozent der ARG von Rindern, Schweinen oder Geflügel in sich tragen und dass unter anderem die Intensität der Tierhaltung maßgeblich bestimmt, welche und wie viele Resistenzgene in das Mikrobiom der Mäuse übertragen werden.

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Eine Tüpfelhyänen-Mutter umsorgt ihren Nachwuchs (Foto: Oliver Höner/Leibniz-IZW)
Eine Tüpfelhyänen-Mutter umsorgt ihren Nachwuchs (Foto: Oliver Höner/Leibniz-IZW)

Soziale Vererbung von Privilegien könnte erklären, warum bei einigen Tierarten Weibchen kompetitiver sind als Männchen

Bei Säugetieren sind Männchen meist stärker und kompetitiver als Weibchen. Zugleich weisen Männchen größere Ungleichheiten im ihrem Fortpflanzungserfolg – also der Zahl der gezeugten Nachkommen – auf als Weibchen. Bei Tüpfelhyänen ist jedoch das Gegenteil der Fall: Die Ungleichheit beim Fortpflanzungserfolg ist bei Weibchen größer als bei Männchen, da weibliche Tüpfelhyänen ihren sozialen Rang und die damit verbundenen Privilegien, etwa den vorrangigen Zugang zu Nahrung, an ihre Nachkommen weitergeben. Das zeigt eine neue Studie an Tüpfelhyänen aus acht Generationen von acht Clans im Ngorongoro-Krater in Tansania. Die Studie wurde vom Ngorongoro-Hyänenprojekt des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) und des Institut des Sciences de l‘Évolution de Montpellier (ISEM) durchgeführt und ist in der Fachzeitschrift „Science Advances“ erschienen. Sie könnte erklären, warum Weibchen bei manchen Tierarten das kompetitivere Geschlecht sind.

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Braunbrustigel - Erinaceus europaeus (Foto: Anke Schumann/Leibniz-IZW)
Braunbrustigel - Erinaceus europaeus (Foto: Anke Schumann/Leibniz-IZW)

Quizze zu Igel, Zitronenfalter und Co. – Leibniz-IZW startet Forschungsprojekt zum Wissen über heimische Tierarten

Häufig vorkommende heimische Tierarten wie Igel, Marienkäfer oder Zitronenfalter sind vielen Menschen bekannt und werden zumeist leicht erkannt. Doch was wissen Laien über das Aussehen hinaus über diese Tiere? Mit einem großen Artenquiz wollen Forschende des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) dieses Wissen in der Bevölkerung erfassen und wissenschaftlich auswerten. Am 15. Juli 2026 starten zwei Online-Quizze zu Igeln und Zitronenfaltern, jeden Monat kommen neue Quizze zu weiteren Arten hinzu.

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Prof. Prof. h.c. Dr. Ursula Siebert (Foto: Jon A. Juarez/Leibniz-IZW)
Prof. Prof. h.c. Dr. Ursula Siebert (Foto: Jon A. Juarez/Leibniz-IZW)

Prof. Prof. h.c. Dr. Ursula Siebert ist neue Direktorin des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung

Am 1. Juli 2026 trat die Wildtierärztin Prof. Prof. h.c. Dr. Ursula Siebert ihr Amt als Direktorin des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) an. Zugleich wurde sie im Rahmen einer gemeinsamen Berufung mit dem Leibniz-IZW zur Professorin für Interdisziplinäre Wildtierkunde an der Freien Universität Berlin ernannt. Zuletzt leitete Siebert das Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover.

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Spielerische Kämpfe zwischen Tüpfelhyänen im Ngorongoro-Krater in Tansania (Foto: Oliver Höner)
Spielerische Kämpfe zwischen Tüpfelhyänen im Ngorongoro-Krater in Tansania (Foto: Oliver Höner)

Die Sprache des Spiels: Hyänen deeskalieren mit Mimik und Stimme

In populären Filmen und Geschichten werden Hyänen meist lediglich als Jäger und Aasfresser dargestellt, jedoch verbringen sie in der Realität durchaus viel Zeit mit Spielen und Raufen. Eine neue wissenschaftliche Studie räumt mit Vorurteilen über diese ikonischen Raubtiere auf und zeigt: Tüpfelhyänen verfügen über ein hochentwickeltes Sozialverhalten und eine ausgefeilte Kommunikation mit Mimik und Stimme. Die Studie ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit zwischen der Abteilung für Ethologie der Universität Pisa, dem Ngorongoro-Hyänen-Projekt des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung und Siyafunda Wildlife & Conservation.

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Spitzmaulnashörner und eine Tüpfelhyäne im Ngorongoro-Krater in Tansania (Foto: Oliver Höner)
Spitzmaulnashörner und eine Tüpfelhyäne im Ngorongoro-Krater in Tansania (Foto: Oliver Höner)

Fressen Hyänen Nutztiere und bedrohte Nashörner? Selten bis nie, wenn es ausreichend Gnus und Zebras gibt

Für den Artenschutz und den Umgang mit Mensch-Wildtier-Konflikten ist von großem Interesse, welche Tierarten von Raubtieren verzehrt werden. Forschende des Ngorongoro-Hyänen-Projekts des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) analysierten dies für Tüpfelhyänen im Ngorongoro-Krater in Tansania mittels DNA-Untersuchungen von hunderten Kotproben aus 24 Jahren. Sie stellten fest, dass Hyänen nur selten Nutztiere in der auch für Weidetierhaltung genutzten Ngorongoro Conservation Area fressen – und quasi nie Nashörner. Die Studie ist in der Fachzeitschrift „Wildlife Biology“ erschienen. Das Ngorongoro-Hyänen-Projekt besteht seit genau 30 Jahren und erforscht Verhalten, Gesundheit, Ökologie der Tüpfelhyänen sowie ihre Interaktion mit Tieren und Menschen.

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Ein Haussperling (Passer domesticus) in Berlin - ein typischer Wirt für das West-Nil-Virus (Foto: Jon A. Juarez)
Ein Haussperling (Passer domesticus) in Berlin - ein typischer Wirt für das West-Nil-Virus (Foto: Jon A. Juarez)

Das Vorkommen des West-Nil-Virus in Stechmücken in Berlin hängt von der Stadtstruktur ab

Seit einigen Jahren treten Infektionen mit dem West-Nil-Virus (WNV) in Deutschland auf. Das Virus zirkuliert zwischen einheimischen Stechmücken und Vögeln; vereinzelt kommt es zur Ansteckung von Menschen. Vorkommen im Berliner Stadtgebiet werden in den Sommermonaten seit einigen Jahren gemeldet, bisher war jedoch unbekannt, welche urbanen Räume das WNV-Vorkommen fördern. Ein Forschungsteam fing über zwei Jahre in den Sommermonaten Stechmücken auf fünf eng benachbarten, aber unterschiedlichen Flächen in Berlin und untersuchten sie auf Vorhandensein des Virus. Es stellte zum Teil hohe Infektionsraten in den Stechmücken fest, jedoch unterschied sich die Häufigkeit der Virusnachweise auf den Flächen deutlich. Die Stadtplanung habe signifikanten Einfluss auf die Infektionsrate von Stechmücken, so das Team in der Fachzeitschrift „Nature Communications“.

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Zweifingerfaultier - Choloepus didactylus (Foto: Zoo Berlin)
Zweifingerfaultier - Choloepus didactylus (Foto: Zoo Berlin)

Warum sind Faultiere so langsam? Ein Grund könnte in Genen liegen, die mit ihrem langsamen Stoffwechsel zusammenhängen

Faultiere sind die langsamsten Säugetiere der Welt. Da sie in dichtem Regenwald leben, ist es schwierig, sie wissenschaftlich zu untersuchen. Ein Forschungsteam hat nun erstmals das Genom des Zweifinger-Faultiers sequenziert und analysiert und dabei genetische Ursachen für ihren langsamen Stoffwechsel aufgedeckt. Das Team entdeckte faultierspezifische „springende Gene“, die seit Millionen von Jahren evolutionär erhalten geblieben sind und mit dem Stoffwechsel in Verbindung stehen. Die in der Fachzeitschrift „BMC Biology“ veröffentlichten Ergebnisse könnten den Weg für weitere Forschungen zu Stoffwechselerkrankungen und zum Alterungsprozess bei anderen Säugetieren, einschließlich des Menschen, ebnen.

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Cover des Buches "Gemeinsam Forschen" des Springer-Verlags
Cover des Buches "Gemeinsam Forschen" des Springer-Verlags

Gemeinsam Forschen – Bürgerinnen und Bürger richtig in die Forschung einbinden

Citizen Science gewinnt im Wissenschaftsbetrieb in Deutschland, der Schweiz und Österreich an Bedeutung. Soziale Medien, Apps oder mobile Sensorik eröffnen neue Möglichkeiten, interessierte Bürgerinnen und Bürger aktiv an Forschung zu beteiligen. Allerdings fehlte bislang ein praxistauglicher Überblick über Strategien, Strukturen, Arbeitsprozesse, Potenziale und Grenzen von Citizen-Science-Projekten. Diese Lücke schließt das Open-Access-Handbuch „Citizen Science – Gemeinsam forschen!“, das ein Gremium von Herausgeber:innen verschiedenster Institutionen veröffentlicht hat, darunter das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ), das Deutsche Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) und das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW).

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