Forschungsgruppe 3: Wildtierkrankheiten
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Fachrichtung: Immunologie

 

 

Das Immunsystem hat als zentrales Abwehrsystem der Vertebraten gegenüber Pathogenen eine Schlüsselfunktion für die der Abwehr von Krankheiten.

Fortschritte auf dem Gebiet der Psychoneuroimmunologie haben unser Bild vom Immunsystem als klassischem Abwehrsystem in jüngerer Zeit entscheidend erweitert, denn  das Immunsystem reagiert nicht nur auf  Krankheitserreger, sondern auch auf Veränderungen in der sozialen und nicht-sozialen Umwelt der Tiere. So kann beispielsweise durch Artgenossen oder durch anthropogene Einflüsse ausgelöster Stress die Aktivität des Immunsystems und die Krankheitsentstehung in entscheidender Weise beeinflussen.

Die Folgen von sozialen und nicht-sozialen Umwelteinflüssen auf das Immunsystem sind bislang fast ausschließlich an Labortieren (Ratten, Mäuse) oder am Menschen untersucht worden. Aber auch bei Wildtieren können soziale und nicht-soziale Umweltfaktoren vermutlich eine Reduktion der Immunkompetenz und erhöhte Krankheitsanfälligkeit verursachen. Neben negativen Konsequenzen für die Fitness der Einzelindividuen sind letztendlich auch Auswirkungen auf die Dynamik von Wildtierpopulationen die Folge.

Projekte zu diesem Themenkomplex werden in Zukunft einen zentralen Arbeitsschwerpunkt der Arbeitsgruppe Immunologie bilden.

 

Aktuell werden folgende Projekte bearbeitet:

Methoden der immunologischen Diagnostik bei Wildtieren

Grundlage für alle weiterführenden wildtierimmunologischen Fragestellungen ist eine umfassende Diagnostik. Im Hinblick auf die Methodik bestehen hier zwei zentrale Herausforderungen:

Zum einen müssen etablierte immunologische Methoden, die zur umfassenden Beurteilung der Immunkompetenz bei Labortieren geeignet sind, an Wildtiere adaptiert werden. Das komplette Methodenspektrum moderner klinisch-immunologischer Diagnostik kann jedoch oftmals nicht direkt bei Wildtieren eingesetzt werden, da z.B. geeignete monoklonale Antikörper für FACS und ELISA –Analysen fehlen.

Weiterhin müssen Methoden etabliert werden, die eine Konservierung von Immunzellen unter Beibehaltung ihrer Funktionalität ermöglichen (Kryokonservierung). Die Konservierung von Immunzellen ist für den Transport von Proben aus dem Freiland essentiell.

 

Bestimmung antigen-spezifischer Immunreaktionen beim Reh

In diesem Projekt werden antigen-spezifische Immunreaktionen wie die Lymphozytenproliferation und die Antikörperproduktion nach einer Immunisierung mit verschiedenen Impfstoffen (z.B. gegen BVD-Vireninfekte) untersucht. Ein Ziel ist die Beurteilung der Eignung dieser Impfstoffe für die Prävention von Erkrankungen. Dieses Projekt wird in Zusammenarbeit mit PD Dr. Dr. Frölich (FG3) durchgeführt.

 

Auswirkungen des Nahrungsangebots auf den Immunstatus des Europäischen Rehs (Caperolus capreolus)

Freilebende Tiere stehen vor dem Problem, die zumeist beschränkten Energieressourcen zwischen zentralen Funktionen wie Selbsterhalt und Reproduktion aufteilen zu müssen. Zu den wichtigsten Selbsterhaltungsfunktion im tierischen Organismus gehört das Immunsystem. In diesem Projekt soll nun untersucht werden, inwieweit Nahrungsknappheit zu Veränderungen im  Immunsystem führt. Dieses Projekt wird in Zusammenarbeit mit Dr. S. Ortmann (FG1) und Dr. F. Göritz (FG5) durchgeführt.

 

Auswirkungen von sozialem Stress auf das Immunsystem und die Manifestation chronischer Erkrankungen

Ein aktuell von der DFG gefördertes Projekt beschäftigt sich mit den Auswirkungen von sozialem Stress auf die Manifestation einer Modellarthritis bei Laborratten. Diese Untersuchungen werden in Kooperation mit der Universität Bayreuth und der Universität Regensburg (Prof. Dr. R. Straub) durchgeführt.