Forschungsgruppe 3: Wildtierkrankheiten
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Fachrichtung Pathologie

Leitung: Dr. G. Wibbelt




Die Forschung im Zoo- und Wildtierbereich und die damit verbundenen Arterhaltungsprogramme sind immer wieder mit dem Auftreten von Erkrankungen unbekannter Genese konfrontiert. Die Veterinärpathologie spielt bei der Aufklärung dieser Krankheitsbilder und deren Ätiologien eine zentrale Rolle. Das Erkennen makroskopischer und mikroskopischer Veränderungen ermöglicht es, spezifische Krankheitsmuster zu bestimmen, die im Wildtierbereich häufig von denen der Haustiere abweichen. Aufgrund dieser Befunde werden weiterführende Untersuchungen wie z.B. der Elektronenmikroskopie, der Bakteriologie oder der Virologie eingeleitet und die Ergebnisse mit den mikroskopischen Veränderungen korreliert.

 

                                                                                                       

Dornschwanzagame mit buccaler Mykose       

 Die Pathologie des IZW weist eine langjährige Tradition und Erfahrung im Bereich der Zoo- und Wildtierforschung auf.
Im Durchschnitt werden jährlich rund 500 Sektionen durchgeführt. Der Hauptanteil beruht auf Sektionsmaterial aus dem benachbarten Tierpark Berlin-Friedrichsfelde, aber auch anderen zoologischen Einrichtungen ist es bei besonderer wissenschaftlicher Fragestellung möglich, auf Kooperationsbasis Sektionen am IZW durchführen zu lassen.   

                        
                                                                                                    Histologisches Bild von einem Hauttumor eines                                                                                                             Fischotters; HE, 40fach vergrößert

 

Projekte:

 

                                
                                                                                                                                                              Lymphknoten-Leukose eines Sumatra-Tigers

 

 Pathologisch-Anatomische Referenz-Sammlung

Die Pathologisch-anatomische Referenzsammlung (PARS) reicht zurück bis 1959 und ist Forschungsarchiv wie Referenzsammlung für die tägliche Arbeit. Sie beinhaltet formalinfixiertes Material, Paraffinblöcke, histo-pathologische Schnittpräparate sowie Organ- und Knochenpräparate der verschiedensten Tierarten, inklusive der dazugehörigen Obduktionsbefunde und einem Fotoarchiv. Das Archiv umfasst über 40.000 Befunde aus Zoo- und Wildtierobduktionen, davon liegen mittlerweile zwei Drittel in digitalisierter Form in einer Datenbank vor. Die Befunddokumentation mittels fortlaufender Sektionsnummern bildet den Schlüssel für konserviertes Organmaterial von besonders seltenen Tieren und pathologisch interessanten Fällen. Häufig handelt es sich um Einzelfälle oder um kleinere Gruppen, die z. B. wegen ihrer Seltenheit von hohem wissenschaftlichen Interesse sind. Für ätiologische oder pathogenetische Fragestellungen lassen sich vergleichende oder retrospektive Untersuchungen unter Einsatz moderner Untersuchungsmethoden, wie z. B. die Immunhistochemie oder die PCR Technik, noch heute an den meisten Materialien vornehmen. Da die Auswertung größerer Individuenzahlen zu gesicherteren Erkenntnissen über auftretende Erkrankungen bei einzelnen Tierarten führt und gezieltere Untersuchungen ermöglicht, ist diese Referenzsammlung auch für zukünftige Untersuchungen eine wertvolle Arbeitsgrundlage.


Organ- und Knochenpräparate sowie Paraffinblöcke zusammen mit histologischen Schnittpräparaten

 

 

Besondere Publikationen:  Totgeburt durch Pockeninfektion bei einem Asiatischen Elefanten (Elephas maximus)    Abstract

 

 

Elektronenmikroskopie