Graduiertenkolleg
Immunological and genetic mechanisims of host-pathogen interactions
(GK 1121) in Zusammenarbeit mit dem "Zentrum für Infektionsbiologie
und Immunität (ZIBI)" (Start
01.04.2005)
"Evolutive Transformationen und Faunenschnitte" im Museum für Naturkunde Berlin (30.09.2004
ausgelaufen)
Radiation und Extinktion sind die wichtigsten Ereignisse in der Evolution von Arten. Im Verständnis dieser Dynamik liegt auch der Schlüssel für kausale Zusammenhänge evolutiver Transformationen. Ihre umfassende Darstellung und Interpretation im Rahmen eines interdisziplinären Forschungsprogramms ist Grundanliegen des Graduiertenkollegs. Wissenschafltler aus den Disziplinen Planetologie, Mineralogie, Geologie, Paläontologie und Zoologie analysieren gemeinsam und integrativ Faktoren, welche den Massenextinktionen und Radiationen zugrunde lagen.
Die Einbindung des IZW als ein evolutionsökologisch ausgerichtetes
Institut in das Graduiertenkolleg "Evolutive Transformationen und
Faunenschnitte" fördert die Zusammenarbeit mit und den Kontakt
zu Spezialisten in Evolutionsfragen. Sprecher des Graduiertenkollegs ist
Prof. Dr. U. Zeller, Institut für Systematische Zoologie im Museum
für Naturkunde / Humboldt-Universität zu Berlin. [www.museum.hu-berlin.de]
Durch uns wesentlich betreut werden drei Doktorarbeiten im Themenkomplex B: "Faunenschnitte und evolutive Transformationen: Ihre Bedeutung für die Evolution rezenter Taxa":
1. Evolution der Fortbewegung
der frühen Theria als Voraussetzung für die Radiation der modernen
Säugetiere nach der K/T-Grenze. In Zusammenarbeit mit dem Institut
für Paläontologie der Freien Universität Berlin (1998-2001).
Stipendiat: Ramón Vázquez Molinero. Betreuer: Prof. B. Krebs, Dr. habil. T. Martin (beide Institut für Paläontologie, FU Berlin) und Dr. R. Frey.
2. Strategien der Anpassung
rezenter Wiederkäuerarten an die Saisonalität des Nahrunsangebotes
(1998-2001)
Stipendiatin: Karin Lason. Betreuer Dr. M. Lechner-Doll und Prof. R.R. Hofmann.
Energiebedarf für die Jungtieraufzucht beim Reh (Capreolus capreolus)
und Mufflon (Ovis ammon musimon)
Die energetische Investitionen von Muttertieren in die Jungtieraufzucht
wurde vergleichend bei Mufflons und Rehen untersucht. Hierzu wurde
der Energieumsatz saugender Kitze mit Hilfe einer Injektion doppelt
markierten Wassers ermittelt. Der Energieumsatz betrug bei einer
Körpermasse von ca. 2 kg im Alter von 0-2 Wochen im Mittel 1,4 MJ/d
umsetzbare Energie (UE). Zusätzlich wurden bis zu 1,2 MJ/d für das
Wachstum aufgewendet. Hieraus ergibt sich eine energetische Investition
des Muttertieres in die Milchbildung von mindestens 5,4 MJ/d pro
Kitz oder 10,9 MJ/d bei Zwillingen.
Diese Ergebnisse konnten durch Untersuchungen bestätigt werden,
die an saugenden Rehen und Mufflons die Messung der Flüssigkeits-
und damit der Milchaufnahme, wieder mit Hilfe von markiertem Wasser,
zum Gegenstand hatten. Die Milchaufnahme betrug beim 10 - 14 Tage
alten Mufflon-Lamm im Mittel 1010 g/d und beim gleich alten Rehkitz
570 g/d. Da die Milchzusammensetzung, und damit auch der Energiegehalt,
zwischen Mufflon und Reh sehr unterschiedlich ist (Rehmilch hat
einen Fettgehalt von 8,8%) ergibt sich aus diesen Untersuchungen
eine energetische Investition des Muttertieres in die Jungtieraufzucht
von 5,6 MJ/d beim Mufflon und 4,8 MJ/d beim Reh pro Kitz.
3. Evolutive Differenzierung und Radiation der symbiontisch vorkommenden Protozoa im Vormagen ausgewählter Arten der Ruminantia (2001-2004).
Betreuer: Dr. Lechner-Doll und Prof. H. Hofer
In diesem Projekt soll die evolutionäre Differenzierung und die
Radiation der Pansenprotozoen in Relation zu der phylogenetischen
Position ihrer Wirtstiere untersucht werden. Die Existenz der Protozoen
ist strikt an das Milieu im Vormagen gebunden. Daher eignen sie
sich besonders gut für Untersuchungen zur Koevolution. Morphologische
Bestimmungen der Pansenprotozoen legen den Schluss nahe, dass es
einen Zusammenhang zwischen Protozoenpopulation und Ernährungstyp
der Wirte gibt. Die Ernährungstypen korrespondieren wiederum mit
den evolutiven Stadien der Differenzierung des Vormagens. Es wurde
zudem ein Einfluss der Vegetation auf die Artenzusammensetzung gefunden.
Dies unterstützt die Hypothese, dass wenn Protozoengattungen wiederholt
in die Cerviden gelangten, die heutigen Protozoengemeinschaften
tatsächlich mehr Protozoenarten enthalten sollten. Dies lässt vermuten,
dass die vertikale Übertragung (von Muttertier auf Jungtier) die
häufigste, aber nicht die einzige Art der Übertragung darstellt.
Erste Ergebnisse der molekulargenetischen Analysen weisen auf
einen Grad der evolutiven Differenzierung in den Protozoengemeinschaften
hin, der durch morphologische Standardannäherungen nicht zugänglich
is
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