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Aktuelle Pressemitteilungen

Dr. Kristin Mühldorfer ist als de facto Diplomate des ECVM anerkannt worden.
Dr. Kristin Mühldorfer ist als de facto Diplomate des ECVM anerkannt worden.

Leibniz-IZW erhält Zulassung als Satellite Training Centre des European College of Veterinary Microbiology

Das European Board of Veterinary Specialisation hat Dr. Kristin Mühldorfer, Spezialistin für Mikrobiologie in der Abteilung für Wildtierkrankheiten, als „de facto Diplomate“ des European College of Veterinary Microbiology (ECVM) anerkannt. Gleichzeitig erhielt das Leibniz-IZW die Zulassung als Satellite Training Centre, um am Residency-Programm des ECVM teilzunehmen und die qualitativ hochwertige Weiterbildung zur/m Fachtierärztin/Fachtierarzt für Mikrobiologie auf europäischer Ebene zu fördern. Die angehenden Diplomates (Residents) werden von der langen praktischen und wissenschaftlichen Erfahrung der Bakteriologie und Pathologie in der Diagnostik von Wildtierkrankheiten profitieren und Einblicke in die Forschungsaktivitäten von Mühldorfer und ihrer Kolleginnen und Kollegen gewinnen.

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Stadtvogel mit Nahrung. Foto: Till Kottmann/Unsplash
Stadtvogel mit Nahrung. Foto: Till Kottmann/Unsplash

Vogelvielfalt in Städten hängt maßgeblich von der Verfügbarkeit natürlicher Nahrung ab

Urbanisierung verändert die natürlichen Lebensräume vieler Wildtierarten und stellt diese vor vielfältige Herausforderungen, was sich etwa auf das Vorkommen und die Bestandsgrößen vieler Vogelarten auswirkt. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) und der Technischen Universität Berlin (TUB) werteten nun gemeinsam Daten des Senats von Berlin zur Häufigkeit von Brutvögeln aus, die von Bürgerwissenschaftler*innen gesammelt wurden. Hauptergebnis ist, dass die Häufigkeit von Beutetieren, wie Insekten oder Spinnen, ein Schlüsselfaktor für die Vogelvielfalt in der Stadt ist. Je mehr Beutetiere verfügbar sind, desto vielfältiger ist die städtische Vogelgemeinschaft. Interaktionen zwischen Arten, wie Beutegreifer-Beute-Beziehungen, seien damit ein wichtiger Faktor, um urbane Biodiversität zu erklären – ebenso wie Auswirkungen direkter Störungen durch den Menschen und die Habitatstruktur. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift „Diversity and Distributions“ veröffentlicht.

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Seeadler (Haliaeetus albicilla). Foto: Oliver Krone
Seeadler (Haliaeetus albicilla). Foto: Oliver Krone

Wissenschaftliches Konsortium Bird10K veröffentlich weltweit bislang größte Genomressource für Vogelarten

Das internationale Konsortium Bird10K hat sich zum Ziel gesetzt, Genomsequenzen für alle bekannten Vogelarten der Welt zu erstellen. Jetzt erreichte das Wissenschaftlerteam um Prof. Dr. Andre Franke am Institut für Klinische Molekularbiologie der Universität Kiel (IKMB) einen neuen Meilenstein: In der Fachzeitschrift „Nature“ publizierten sie das bisher größte Genomprojekt für eine Wirbeltier-Gruppe mit insgesamt 363 Arten. Frankes Team, unter Leitung von Dr. Marc Höppner vom IKMB, nutzte hierbei die Expertise und moderne technische Ausstattung des Kieler Genomzentrums CCGA. Teil des Genomprojekts ist beispielsweise die bislang beste Genomreferenz für den unter strengem Artenschutz stehenden Seeadler, die in Zusammenarbeit mit dem Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) erstellt wurde. Die Genomressource legt den Grundstein für eine Vielzahl von Forschungsarbeiten zur Biologie unterschiedlicher Arten und wird auch maßgeblich zu deren Schutz beitragen.

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Ein Stadtfuchs auf Nahrungssuche. Photo: S. Kramer-Schadt/Leibniz-IZW
Ein Stadtfuchs auf Nahrungssuche. Photo: S. Kramer-Schadt/Leibniz-IZW

Spezialisierte Allesfresser: Rotfüchse mögen es individuell unterschiedlich in Stadt und Land

Füchse gelten als besonders anpassungsfähig und leben sehr erfolgreich in zahlreichen Großstädten. Einen wichtigen Aspekt dieser Anpassungen hat nun ein Team von Wissenschaftler*innen des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung Berlin (Leibniz-IZW) in Kooperation mit dem Landeslabor Berlin-Brandenburg entschlüsselt. Sie stellten mittels Stabil-Isotopenanalyse fest, dass individuelle Rotfüchse (Vulpes vulpes) ein wesentlich kleineres (und voneinander verschiedenes) Nahrungsspektrum aufweisen als dies von dem als Allesfresser bekannten Rotfuchs zu erwarten gewesen wäre. Die Population der Landfüchse ernährt sich deutlich abwechslungsreicher als ihre urbanen Verwandten, deren Essenstisch sich zwischen den einzelnen Individuen wenig unterschied. Das Nahrungsspektrum von Stadt- und Landfüchsen überlappte sich kaum. Die hier festgestellte Kombination von Flexibilität und Spezialisierung ist ein Schlüssel für die Anpassungsfähigkeit des Allesfressers, so das Fazit des in der Fachzeitschrift „Ecology and Evolution“ erschienenen Aufsatzes.

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An Koala-Retroviren testeten Wissenschaftler erstmal die neue SIP-Methode zur Gensequenzierung. Foto: David Clode / Unsplash
An Koala-Retroviren testeten Wissenschaftler erstmal die neue SIP-Methode zur Gensequenzierung. Foto: David Clode / Unsplash

Kennst du deine Nachbarn? Fortschritte in der Wildtier-Genomforschung durch eine neue molekulare Methode

Einem Team von Wissenschaftler*innen des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz IZW), des Australischen Museums und des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) ist es gelungen, eine neue Methode zur Identifizierung beliebiger flankierender Gensequenzen zu entwickeln. Bislang verwendete Ansätze, unbekannte Erbgut-Sequenzen neben kleinen bekannten Fragmenten zu bestimmen, sind fehleranfällig. Die Sequenzierung des gesamten Genoms kann eine Lösung sein, ist aber sehr kostenintensiv. Bei der „Sonication Inverse PCR“ (SIP) wird das Genom durch Ultraschallwellen nach dem Zufallsprinzip fragmentiert und die Fragmente mittels Hochdurchsatzsequenzierung der neuesten Generation entschlüsselt. Die Methode kann zur Charakterisierung jeder DNS-Sequenz (in der Nachbarschaft zu einer bekannten Sequenz) unter anderem für genomische Anwendungen in einem klinischen Umfeld oder für molekulare Evolutionsanalysen eingesetzt werden. Die Methode wird in einem Fachaufsatz in der Zeitschrift „Methods in Ecology and Evolution“ vorgestellt.

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Foto: Giese C
Foto: Giese C

Ziehende Fledermäuse sparen Energie durch Einschränkung energetisch kostspieliger Immunfunktionen

Sowohl der jahreszeitliche Zug als auch die Aufrechterhaltung und Nutzung eines wirksamen Immunsystems sind mit erheblichen Stoffwechselkosten verbunden und für ein hohes Maß an oxidativem Stress verantwortlich. Wie kommen Tiere in einer Situation zurecht, in der die Energie begrenzt ist, diese jedoch für mehrere energieintensive Körperfunktionen benötigt werden könnte? Ein Wissenschaftlerteam unter der Leitung des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) untersuchte, ob und wie sich die Immunantwort bei Rauhautfledermäusen in der Zeit vor dem Zug und während der Zugzeit unterscheidet. Sie zeigten, dass die Rauhautfledermaus in der Zugzeit bei einer konkreten Inanspruchnahme der Immunantwort die energetisch günstigere nicht-zelluläre (humorale) Immunität vorzieht und zelluläre Immunantworten selektiv unterdrückt. Dadurch spart sie wertvolle Energie, die für ihre jährliche Wanderung dringend benötigt wird. Die Ergebnisse wurden nun in der wissenschaftlichen Zeitschrift "Scientific Reports" veröffentlicht.

 

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Streptococcus catagoni sp. nov. Bakterienkultur Foto: Mühldorfer
Streptococcus catagoni sp. nov. Bakterienkultur Foto: Mühldorfer

Auf der Spur neuartiger Krankheitserreger bei Wildtieren: Erste wissenschaftliche Beschreibung einer bislang unbekannten Streptokokkenart von Chaco-Pekaris

Die Artenvielfalt von Zoo- und Wildtieren spiegelt sich in der Verschiedenartigkeit ihrer Krankheitserreger wider. Leider ist das Wissen sehr begrenzt und ihr Nachweis oft schwierig. Bei der für Menschen und Tiere bedeutenden Bakterienfamilie der Streptokokken ist die Wildtierforschung nun einen Schritt vorangekommen. Ein Forscherteam unter Leitung von Kristin Mühldorfer vom Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) und Tobias Eisenberg vom Landesbetrieb Hessisches Landeslabor (LHL) untersuchte die Ursachen von schweren Atemwegserkrankungen bei Nabelschweinen und charakterisierte eine neue Streptokokkenart (Streptococcus catagoni sp. nov.) taxonomisch anhand ihrer phänotypischen und genetischen Eigenschaften. Die im „International Journal of Systematic and Evolutionary Microbiology“ veröffentlichten Ergebnisse tragen zu einem besseren Verständnis und der sicheren Identifizierung der neuen Bakterienart bei.

 

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