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Aktuelle Pressemitteilungen

Common noctule bat, photo: Anton Vlaschenko
Common noctule bat, photo: Anton Vlaschenko

Generationenwechsel hilft Fledermäusen, mit der Erderwärmung Schritt zu halten

Viele Tierarten verändern aufgrund der Erderwärmung aktuell ihre Verbreitungsgebiete. Die zugrunde liegenden Mechanismen sind bisher wenig bekannt, insbesondere bei Säugetieren. Ein internationales Wissenschaftlerteam unter der Leitung des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) fand nun heraus, dass beim Großen Abendsegler, einer der größten einheimischen Fledermausarten, die Besiedlung weiter nördlich gelegener Überwinterungsgebiete über aufeinanderfolgende Generationen von Jungtieren – insbesondere jungen Männchen – erfolgt. Aufgrund seiner relativ hohen Fortpflanzungsrate und des starken Abwanderungsverhaltens der Jungtiere könnte es dem Großen Abendsegler leichtfallen, sich an die Erderwärmung anzupassen. Für Arten mit geringerer Fortpflanzungsrate und einem geringeren Abwanderungspotenzial der Jungtiere – die Mehrzahl der einheimischen Fledermausarten – könnte die Zukunft angesichts der fortschreitenden Erderwärmung nicht so günstig aussehen. Der Aufsatz ist in der Fachzeitschrift „Biology Letters“ erschienen.tz.

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Schlagopfer an Windkraftanlage, Foto: C. Voigt / Leibniz-IZW
Schlagopfer an Windkraftanlage, Foto: C. Voigt / Leibniz-IZW

Neuerscheinung: Buch zu Vereinbarkeit und Konflikt von Klima- und Artenschutz am Beispiel des Fledermausschutzes in Windkraftvorhaben

Windenergieanlagen verursachen in Deutschland eine hohe Zahl an Schlagopfern bei Fledermäusen, die potenziell zur Gefährdung der unter Naturschutz stehenden Arten führen können. Ein wirksamer Fledermausschutz ist daher für die Umsetzung einer ökologisch-nachhaltigen Energiewende, die die Ziele des Klimaschutzes als auch den Biodiversitätsschutz berücksichtigt, notwendig. Das von Christian Voigt (Abteilungsleiter für Evolutionäre Ökologie am Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung, Leibniz-IZW) herausgegebene Buch „Evidenzbasierter Fledermausschutz in Windkraftvorhaben“ fasst den wissenschaftlichen Kenntnisstand zu diesem Thema zusammen, präsentiert neue Ergebnisse und eröffnet Perspektiven für Lösungsansätze für diesen grün-grünen Konflikt. Das Buch ist im Verlag „Springer Spektrum“ erschienen und richtet sich in erster Linie an die beteiligten Interessengruppen im Arten- und Klimaschutz.

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Cover des Kinderbuchs "Bonos Abenteuer: Die große Wanderung" (Gestaltung: Steffen Gumpert/Kathleen Röllig)
Cover des Kinderbuchs "Bonos Abenteuer: Die große Wanderung" (Gestaltung: Steffen Gumpert/Kathleen Röllig)

Wissenschaft trifft Comic: Kinderbuch erzählt spannende Geschichte über das geheime Leben der Fledermäuse

Pünktlich zur 24. Internationalen Fledermausnacht am 29. und 30. August veröffentlicht das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) gemeinsam mit dem Sekretariat des Abkommens zur Erhaltung europäischer Fledermauspopulationen (UNEP/EUROBATS) ein Kinderbuch über das geheime Leben der Fledermäuse. Der Comic „Bonos Abenteuer: Die große Wanderung“ vermittelt auf unterhaltsame Weise wissenschaftliche Erkenntnisse zur Lebensweise der Fledermäuse, zu ihren jahreszeitlichen Wanderungen, ihren Navigationskünsten und ihrer Ernährung. Darüber hinaus sensibilisiert das Buch für die Gefahren durch den Einfluss des Menschen, dem die faszinierenden Flattertiere in der heutigen Zeit ausgesetzt sind. Es kann unter www.eurobats.org bezogen werden.

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BioRescue-Team bei der Eizellenentnahme. Photo:  Rio / Ol Pejeta
BioRescue-Team bei der Eizellenentnahme. Photo: Rio / Ol Pejeta

Etappensieg im Wettlauf gegen die Zeit: BioRescue-Team setzt mit erfolgreicher Eizellentnahme sein Programm zur Rettung des Nördlichen Breitmaulnashorns fort

Nach einer mehrmonatigen Verzögerung, die der weltweiten COVID-19-Pandemie geschuldet ist, setzte das BMBF-geförderte BioRescue-Projekt sein ehrgeiziges Programm zur Rettung des Nördlichen Breitmaulnashorns fort: Am 18. August 2020 entnahmen sie zehn Eizellen von den letzten beiden verbliebenen Individuen, den Weibchen Najin und Fatu, in der Ol Pejeta Conservancy in Kenia ­– der dritte Einsatz dieser Art. Mit großartiger Unterstützung durch den Kenya Wildlife Service und dem kenianischen Ministerium für Tourismus und Wildtiere bewältigte das Team des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) und des tschechischen Safariparks Dvůr Králové erhebliche Herausforderungen, um diese wichtige Prozedur in solch kritischen Zeiten durchzuführen. Die nächsten Schritte des Programms – die Erzeugung und der Transfer von Embryonen – sind in Vorbereitung. Sie stellen sicher, dass alles getan wird, um so schnell wie möglich entscheidende Fortschritte zu erzielen, die das Nördliche Breitmaulnashorn vor dem Aussterben bewahren.

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Neugeborenes Südliches Breitmaulnashorn, eineinhalb Stunden nach der Geburt im Salzburger Zoo. Foto: Robert Hermes
Neugeborenes Südliches Breitmaulnashorn, eineinhalb Stunden nach der Geburt im Salzburger Zoo. Foto: Robert Hermes

Erste detaillierte Einblicke in den Geburtsvorgang bei Nashörnern verbessern Geburtsprognose, -begleitung und -hilfe in zoologischen Gärten

Wann genau kommt ein Nashornbaby zur Welt? Wie lange dauert die Geburt tatsächlich? Läuft der Geburtsvorgang normal ab oder ist Geburtshilfe notwendig? Die Beantwortung dieser und vieler ähnlicher Fragen ist schwierig für Experten in Zoos, da grundlegende Kenntnisse über den Ablauf von Nashorngeburten fehlen. Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) und Zootierärztinnen und Zootierärzte aus sechs europäischen Zoos haben nun 19 trächtige Breitmaulnashörner bei der Geburt intensiv begleitet und zeitliche Abläufe während der Entwicklung vor der Geburt wie Milchproduktion, fallende Hormonspiegel und Trächtigkeitsdauer überwacht, um den Beginn der Geburt besser vorhersagen zu können. Dafür wurden die Dauer verschiedener Geburtsstadien, die Position des Fötus bei der Geburt und die ersten Lebensstunden des Nashornbabys beobachtet. Die verbesserte Wissensgrundlage über den Ablauf normaler Geburten bei Nashörnern ermöglicht Zootierärztinnen und Zootierärzte eine bessere Einschätzung, ob Geburtshilfe eventuell notwendig ist. So könnte die Zahl der Totgeburten oder perinataler Todesfälle in Menschenhand sinken. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift „Theriogenology“ veröffentlicht.

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Rauhautfledermaus, Foto: René Janssen
Rauhautfledermaus, Foto: René Janssen

Wenn es laut ist wird Echoortung für Fledermäuse teuer

Mit Rufen im Ultraschallbereich können sich Fledermäuse hervorragend in der Dunkelheit orientieren und ihre Insektenbeute aufspüren. Rufen sie dabei lauter, erhöht sich die Reichweite der Echoortung. Lange galt, dass die Fledertiere dabei keine besondere Rücksicht auf ihr Energiebudget nehmen müssen. Die Rufe – so die gängige Meinung – kosten die Tiere im Flug so gut wie keine zusätzliche Energie, weil sie die dafür nötige Muskelbewegung einfach an den Flügelschlag koppeln. Wissenschaftler*innen des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) in Berlin zeigten nun in einem Aufsatz in der Fachzeitschrift „Nature Ecology & Evolution“, dass intensive Echoortung keineswegs gratis ist, sondern viel zusätzliche Energie kostet. Fledermäuse müssen deshalb einen Kompromiss zwischen Energieverbrauch und effektiver Echoortung finden und letztere sparsam einsetzen.

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Schlagopfer Rauhautfledermaus Foto: CC Voigt, Leibniz-IZW
Schlagopfer Rauhautfledermaus Foto: CC Voigt, Leibniz-IZW

Windenergie und Naturschutz: Warum die Beteiligten einander kaum vertrauen und wie das zu ändern ist

Die Windenergie gehört zu den vielversprechendsten Formen erneuerbarer Energien. Jedes Jahr sind jedoch Windparks für den Tod von Hunderttausenden von fliegenden Tieren wie Fledermäuse verantwortlich, die mit den Rotorblättern von Windkraftanlagen kollidieren. Um einen konstruktiven Weg aus diesem grün-grünen Dilemma zu finden, müssten Unternehmen, die Windparks bauen und betreiben, Umweltexperten und Naturschützer miteinander kooperieren. Der Mangel an Vertrauen zwischen ihnen kann jedoch eine effektive und kreative Zusammenarbeit behindern. Wissenschaftler*innen des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) zeigten nun, dass gemeinsame Werte allein nicht ausreichen, um Vertrauen zwischen diesen Gruppen zu bilden. Einen stärkeren Einfluss auf die Zusammenarbeit haben Überzeugungen und Emotionen. Die Ergebnisse ihrer Analyse wurden jetzt in der Fachzeitschrift „Energy Reports“ veröffentlicht. Die Autorinnen und Autoren betonen, eine verstärkte Berücksichtigung der gegenseitigen Überzeugungen und Emotionen bezüglich Bau und Betrieb von Windkraftanlagen könnte für die Zusammenarbeit wichtig sein und dazu beitragen, dieses Dilemma zu beseitigen.

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