Das Leibniz-IZW ist ein international anerkanntes Forschungsinstitut. Es gehört zum Forschungsverbund Berlin e.V. und ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft. Unser Ziel ist es, die Anpassungsfähigkeit von Wildtieren im Kontext des globalen Wandels zu verstehen und zum Erhalt von gesunden Wildtierbeständen beizutragen. Dafür erforschen wir die Vielfalt von Lebenslauf-Strategien, die Mechanismen der evolutionären Anpassungen und ihre Grenzen – inklusive Wildtierkrankheiten – sowie die Wechselbeziehungen zwischen Wildtieren, ihrer Umwelt und dem Menschen. Wir setzen Expertise aus Biologie und Veterinärmedizin in einem interdisziplinären Ansatz ein, um Grundlagen- und angewandte Forschung – von der molekularen bis zur landschaftlichen Ebene – in engem Austausch mit Stakeholdern und der Öffentlichkeit durchzuführen. Darüber hinaus stellen wir einzigartige und hochwertige Dienstleistungen für die Wissenschaftsgemeinschaft bereit.

Aktuelles

 

Neugeborenes Südliches Breitmaulnashorn, eineinhalb Stunden nach der Geburt im Salzburger Zoo. Foto: Robert Hermes
Neugeborenes Südliches Breitmaulnashorn, eineinhalb Stunden nach der Geburt im Salzburger Zoo. Foto: Robert Hermes

Erste detaillierte Einblicke in den Geburtsvorgang bei Nashörnern verbessern Geburtsprognose, -begleitung und -hilfe in zoologischen Gärten

Wann genau kommt ein Nashornbaby zur Welt? Wie lange dauert die Geburt tatsächlich? Läuft der Geburtsvorgang normal ab oder ist Geburtshilfe notwendig? Die Beantwortung dieser und vieler ähnlicher Fragen ist schwierig für Experten in Zoos, da grundlegende Kenntnisse über den Ablauf von Nashorngeburten fehlen. Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) und Zootierärztinnen und Zootierärzte aus sechs europäischen Zoos haben nun 19 trächtige Breitmaulnashörner bei der Geburt intensiv begleitet und zeitliche Abläufe während der Entwicklung vor der Geburt wie Milchproduktion, fallende Hormonspiegel und Trächtigkeitsdauer überwacht, um den Beginn der Geburt besser vorhersagen zu können. Dafür wurden die Dauer verschiedener Geburtsstadien, die Position des Fötus bei der Geburt und die ersten Lebensstunden des Nashornbabys beobachtet. Die verbesserte Wissensgrundlage über den Ablauf normaler Geburten bei Nashörnern ermöglicht Zootierärztinnen und Zootierärzte eine bessere Einschätzung, ob Geburtshilfe eventuell notwendig ist. So könnte die Zahl der Totgeburten oder perinataler Todesfälle in Menschenhand sinken. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift „Theriogenology“ veröffentlicht.

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Rauhautfledermaus, Foto: René Janssen
Rauhautfledermaus, Foto: René Janssen

Wenn es laut ist wird Echoortung für Fledermäuse teuer

Mit Rufen im Ultraschallbereich können sich Fledermäuse hervorragend in der Dunkelheit orientieren und ihre Insektenbeute aufspüren. Rufen sie dabei lauter, erhöht sich die Reichweite der Echoortung. Lange galt, dass die Fledertiere dabei keine besondere Rücksicht auf ihr Energiebudget nehmen müssen. Die Rufe – so die gängige Meinung – kosten die Tiere im Flug so gut wie keine zusätzliche Energie, weil sie die dafür nötige Muskelbewegung einfach an den Flügelschlag koppeln. Wissenschaftler*innen des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) in Berlin zeigten nun in einem Aufsatz in der Fachzeitschrift „Nature Ecology & Evolution“, dass intensive Echoortung keineswegs gratis ist, sondern viel zusätzliche Energie kostet. Fledermäuse müssen deshalb einen Kompromiss zwischen Energieverbrauch und effektiver Echoortung finden und letztere sparsam einsetzen.

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Schlagopfer Rauhautfledermaus Foto: CC Voigt, Leibniz-IZW
Schlagopfer Rauhautfledermaus Foto: CC Voigt, Leibniz-IZW

Windenergie und Naturschutz: Warum die Beteiligten einander kaum vertrauen und wie das zu ändern ist

Die Windenergie gehört zu den vielversprechendsten Formen erneuerbarer Energien. Jedes Jahr sind jedoch Windparks für den Tod von Hunderttausenden von fliegenden Tieren wie Fledermäuse verantwortlich, die mit den Rotorblättern von Windkraftanlagen kollidieren. Um einen konstruktiven Weg aus diesem grün-grünen Dilemma zu finden, müssten Unternehmen, die Windparks bauen und betreiben, Umweltexperten und Naturschützer miteinander kooperieren. Der Mangel an Vertrauen zwischen ihnen kann jedoch eine effektive und kreative Zusammenarbeit behindern. Wissenschaftler*innen des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) zeigten nun, dass gemeinsame Werte allein nicht ausreichen, um Vertrauen zwischen diesen Gruppen zu bilden. Einen stärkeren Einfluss auf die Zusammenarbeit haben Überzeugungen und Emotionen. Die Ergebnisse ihrer Analyse wurden jetzt in der Fachzeitschrift „Energy Reports“ veröffentlicht. Die Autorinnen und Autoren betonen, eine verstärkte Berücksichtigung der gegenseitigen Überzeugungen und Emotionen bezüglich Bau und Betrieb von Windkraftanlagen könnte für die Zusammenarbeit wichtig sein und dazu beitragen, dieses Dilemma zu beseitigen.

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Fleckenroller, Foto: Leibniz-IZW
Fleckenroller, Foto: Leibniz-IZW

Überraschende Säugetiervielfalt im vietnamesischen Bidoup Nui Ba Nationalpark entdeckt

Eine aktuelle Erfassung von Wildtierarten hat eine überraschend hohe Vielfalt an Säugetierarten im Bidoup Nui Ba Nationalpark (Bidoup Nui Ba NP) enthüllt, einem großen Schutzgebiet im südlichen Teil des Annamiten-Gebirges in Vietnam. Die Präsenz zahlreicher seltener und gefährdeter Säugetiere in diesem Gebiet ist ein Hoffnungsschimmer für den langfristigen Erhalt der einzigartigen Biodiversität Vietnams.

 

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3D-Rekonstruktion eines Thalattosuchia-Schädels. Bild: G. Fritsch
3D-Rekonstruktion eines Thalattosuchia-Schädels. Bild: G. Fritsch

Hightech-CT offenbart evolutionäre Anpassung ausgestorbener Krokodilverwandter beim Übergang vom Land ins Wasser

Der Baum des Lebens ist reich an Arten, die vom Wasser aufs Land übergegangen sind. Einige Arten nahmen jedoch die entgegengesetzte Richtung. Neue Einblicke in die Anatomie des Innenohrs des prähistorischen Reptils Thalattosuchia enthüllen jetzt Details über einen dieser Wendepunkte der Evolution. Während des Mesozoikums gingen die ausgestorbenen Krokodilverwandten nach einer langen halb-aquatischen Phase vollständig zur marinen Lebensweise über. Während dieses Prozesses passte sich das Skelett der Thalattosuchia schrittweise an den neuen Lebensraum Wasser an. Insbesondere die Anpassung des Gleichgewichtssystems im Innenohr dieses Reptils führte zu einer verbesserten Schwimmfähigkeit. Im Vergleich zu Walen, die sich ohne längeres halb-aquatisches Stadium schnell an das Leben im Wasser anpassten, ist dies ein auffallend anderer Evolutionspfad für denselben Übergang. Diese neuen Erkenntnisse eines internationalen Forschungsteams sind durch den Einsatz eines Canon Hightech-Computertomographen (CT) des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) möglich geworden. Die Forschungsergebnisse sind in den „Proceedings of the National Acadamy of Sciences of the USA“ veröffentlicht.

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Rauhautfledermaus vor einer Windkraftanlage. Foto: Christian Voigt
Rauhautfledermaus vor einer Windkraftanlage. Foto: Christian Voigt

Windparks am Schwarzen Meer könnten negativen Einfluss auf Fledermauspopulationen in großen Teilen Osteuropas haben

Entlang der Schwarzmeerküste Rumäniens und Bulgariens verläuft die Via Pontica, eine bedeutende Zugstrecke für Vögel in Osteuropa. Auch Fledermäuse nutzen diese Route. Genau hier wurden wegen guter Windverhältnisse in den vergangenen Jahren zahlreiche Windparks installiert, bei denen die gesetzlich vorgeschriebenen Maßnahmen zum Schutz von Fledermäusen bislang kaum umgesetzt werden. Ein rumänisches Forscherteam hat nun in Kooperation mit dem Berliner Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) nachgewiesen, dass dies zu hohen Todesraten wandernder Fledermausarten und möglicherweise erheblichen Einbrüchen auch bei weit entfernt lebenden Populationen in anderen Ländern führt. Die Wissenschaftler*innen plädieren deshalb nachdrücklich für die flächendeckende Einführung von Abschaltzeiten während der Wanderungsmonate, die – wie das Team in einem Windpark vor Ort zeigen konnte – die Sterblichkeit der Fledertiere massiv und den Energieertrag der Turbinen nur unwesentlich reduzieren würden.

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Eizellenentnahme an der Breitmaulnashornkuh Makena am 26.05.2020 im Serengeti-Park in Hodenhagen. Photo: Serengeti-Park Hodenhagen
Eizellenentnahme an der Breitmaulnashornkuh Makena am 26.05.2020 im Serengeti-Park in Hodenhagen. Photo: Serengeti-Park Hodenhagen

Erfolgreiche Eizellenentnahme bei Südlichen Breitmaulnashörnern durch das BioRescue-Team im Serengeti-Park Hodenhagen

Um ein Aussterben von Tierarten wie dem Nördlichen Breitmaulnashorn zu verhindern, entwickelt das BioRescue-Konsortium Methoden und Ansätze für den Artenschutz weiter. Wichtiger Bestandteil dieser Arbeit ist die Grundlagenforschung in Kooperation mit zoologischen Einrichtungen. Diese Partnerschaft ermöglichte es dem BioRescue-Team auch zu Zeiten der Corona-Pandemie weiterzuarbeiten. Am 26. Mai 2020 wurden der Südlichen Breitmaulnashornkuh „Makena“ im Serengeti-Park in Hodenhagen Eizellen entnommen, anschließend im Avantea-Labor in Italien befruchtet und vier lebensfähige Embryos erzeugt. Dies war der bisher erfolgreichste Einsatz des Teams und nährt die Hoffnung, dass die fortschrittlichen Methoden der assistierten Reproduktion (aART) soweit ausgereift sind, dass sie in naher Zukunft dem Nördlichen Breitmaulnashorn das Überleben sichern können.

 

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IZW in den Medien

BBC-Video zur Rettung der Nördlichen Breitmaulnashörner erreicht mehr als 1,3 Mio. Klicks auf Youtube sowie über 9,5 Mio. Aufrufe auf Facebook (https://www.facebook.com/watch/?v=2685812534841992).

 

06.07.2020 | Mongabay
For two rhino species on brink of extinction, it’s collaboration vs. stonewalling

03.07.2020 | Spiegel Online
Clans im Matriarchat - Das wundersame Sozialverhalten der Tüpfelhyänen

30.06.2020 | Spiegel Online
Nashorn-Rettungsversuch: Sie sind die letzten ihrer Art

27.06.2020 | stern
Was tun, wenn es nur noch Weibchen gibt?

25.06.2020 | Süddeutsche Zeitung
Wegen Paarung mit Hund abgeschossene Wölfin nicht trächtig

25.06.2020 | Deutschlandfunk Kultur
Der Fuchs: Was den scheuen Räuber so faszinierend macht

22.06.2020 | Spektrum der Wissenschaft
Naturschutz: Wird bleihaltige Jagdmunition endlich verboten?

22.06.2020 | Berliner Zeitung
Forscher warnen vor Hexenjagd auf Fledermäuse wegen Corona

18.06.2020 | BILD
Rettung für die Nashörner, Serengeti Park bei Projekt dabei

17.06.2020 | ScienceDaily
Oocyte collection and embryo creation in southern white rhinos

17.06.2020 | Phys.Org
Researchers perform southern white rhino oocyte collection and embryo creation

16.06.2020 | RTL
Vom Aussterben bedroht: Serengeti-Park Hodenhagen hilft bei Rettung der Breitmaulnashörner

17.06.2020 | Stuttgarter Zeitung
Fledermäuse in den Fängen von Windrädern

16.06.2020 | la Repubblica
Rinoceronte bianco del nord, nuove speranze di salvarlo dall'estinzione

13.06.2020 | Radio1
Berliner Füchse verlassen die Stadt nicht

06.06.2020 | Radio1
Lange Nacht der Wissenschaften - Die Koexistenz von Mensch und Tier

06.06.2020 | Volksstimme
Grottenolme - Weltsensation aus Rübeland

05.06.2020 | Bayrischer Rundfunk
Rangordnung im Tierreich - Auf deinen Platz!

05.06.2020 | Berliner Zeitung
Berliner Füchse haben keine Lust auf Brandenburg

29.05.2020 | The Hindu
In the wake of unverified rumours linking bats to the novel coronavirus, bats have suddenly emerged as villains

25.05.2020 | Spektrum der Wissenschaft
Fledermaus-Angst: »Das ist eine regelrechte Hexenjagd«

23.05.2020 | Focus
Nashorn aus der Dose

15.05.2020 | Spektrum der Wissenschaft
Der Wolf hätte fast überall Platz

25.04.2020 | Süddeutsche Zeitung
Tiere: Forschung zur Rettung von Nashorn-Unterart "auf Eis"

20.04.2020 | New York Times
When Crocodiles Once Dived Like Dolphins and Whales

20.04.2020 | The Guardian
Ancient ocean-going crocodiles mimicked whales and dolphins

14.04.2020 | BBC
Northern white rhinos: The audacious plan that could save a species

14.04.2020 | La Repubblica
Kenya, un laboratorio italiano salverà il rinoceronte bianco

13.03.2020 | La Stampa
Le Wallaby della palude possono essere incinte tutta la vita

11.03.2020 | Fox News
This adorable animal spends its entire adult life pregnant

03.03.2020 | Süddeutsche Zeitung
Biologie: Wallaby-Kängurus können doppelt trächtig werden

02.03.2020 | The New York Times
This Mom Is Still Pregnant. But She’s Already Having Another Baby

02.03.2020 | Smithsonian Magazine
Swamp Wallabies Can Get Pregnant While Pregnant

02.03.2020 | National Geographic
This marsupial is the only animal that's always pregnant

21.02.2020 | ZDF
planet e.: Artenschutz extrem - Erhalt um jeden Preis?