Das Leibniz-IZW ist ein international anerkanntes Forschungsinstitut. Es gehört zum Forschungsverbund Berlin e.V. und ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft. Unser Ziel ist es, die Anpassungsfähigkeit von Wildtieren im Kontext des globalen Wandels zu verstehen und zum Erhalt von gesunden Wildtierbeständen beizutragen. Dafür erforschen wir die Vielfalt von Lebenslauf-Strategien, die Mechanismen der evolutionären Anpassungen und ihre Grenzen – inklusive Wildtierkrankheiten – sowie die Wechselbeziehungen zwischen Wildtieren, ihrer Umwelt und dem Menschen. Wir setzen Expertise aus Biologie und Veterinärmedizin in einem interdisziplinären Ansatz ein, um Grundlagen- und angewandte Forschung – von der molekularen bis zur landschaftlichen Ebene – in engem Austausch mit Stakeholdern und der Öffentlichkeit durchzuführen. Darüber hinaus stellen wir einzigartige und hochwertige Dienstleistungen für die Wissenschaftsgemeinschaft bereit.

Aktuelles

Eichhörnchen, Foto: Jon A. Juárez
Eichhörnchen, Foto: Jon A. Juárez

Wo leben und wie geht es Eichhörnchen in Berlin und Umgebung? Bürgerforschungsprojekt des Leibniz-IZW lädt ab 18. Mai 2020 zum Mitmachen ein

Nahezu jede oder jeder hat in Berlin und Umgebung schon Eichhörnchen gesehen, dennoch ist unser Wissen über die flinken Nager recht begrenzt. Um mehr darüber zu lernen, wo genau sie sich gerne aufhalten, welche Variationen in der Fellfarbe anzutreffen sind oder wie häufig äußerliche Auffälligkeiten sind, die auf Ernährungsprobleme oder Krankheiten hindeuten, startet das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) am 18. Mai 2020 ein fünfmonatiges Citizen Science-Projekt. Interessierte Bürgerinnen und Bürger von Berlin und den Umlandgemeinden können Sichtungen melden, Fotos hochladen und Fragen zu Aufenthaltsort und Gesundheitszustand der gesichteten Tiere beantworten. Diese Erkenntnisse werden die Grundlage für weitere Forschungsprojekte zum Eichhörnchen am Leibniz-IZW bilden.

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Weiblicher Gorilla mit 8 Monate altem Jungtier in einem Zoo
Weiblicher Gorilla mit 8 Monate altem Jungtier in einem Zoo

Mehr als die Summe ihrer Gene – neue Perspektiven für das Bestandsmanagement von Zootieren

Eine erfolgreiche Fortpflanzung in Gefangenschaft ist für das Überleben vieler Wildtierarten von entscheidender Bedeutung, doch der Fortpflanzungserfolg ist oft nicht vergleichbar mit dem in der freien Wildbahn. Gegenwärtig legen viele Strategien zur Erhaltungszucht in Zoos den Schwerpunkt auf die Maximierung der genetischen Vielfalt der Zoobestände. Um den Zuchterfolg in Zoos und die Erhaltung der Vielfalt von Merkmalen und Verhaltensweisen bedrohter Arten zu verbessern, sei jedoch eine neue, breitere Perspektive erforderlich, die auch das Verhalten, die Lebensgeschichte, die Haltung und Umweltaspekte einschließt. So argumentieren Wissenschaftler*innen in einem kürzlich in der Fachzeitschrift „Journal of Zoo and Aquarium Research“ veröffentlichten Aufsatz. Sie vergleichen verschiedene Ansätze zur Erhaltungszucht und kommen zu dem Schluss, dass eine einseitige Priorisierung genetischer Aspekte unter Ausschluss aller anderen Perspektiven wie dem Tierverhalten und der sozialen Organisation negative Auswirkungen haben kann. So treten beispielsweise Konflikte in kleinen Gruppen nicht verwandter erwachsener Tiere häufiger auf als in größeren Gruppen mit Verwandten. In solchen Gruppen besteht auch in weit höherem Maße die Möglichkeit, ein differenziertes Sozialisations- und Lernrepertoire zu entwickeln.

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Foto: Wolf, Canis lupus; Heiko Anders
Foto: Wolf, Canis lupus; Heiko Anders

Neue Studie zeigt geeignete Lebensräume für Wölfe

Berlin, 07. Mai 2020: In Deutschland sind viele geeignete Lebensräume für Wölfe vorhanden. Das bedeutet: Wölfe könnten in weiten Teilen Deutschland sesshaft werden und es muss damit gerechnet werden, dass sie auch die weiteren Gebiete durchwandern. Zu diesem Ergebnis kommt eine wissenschaftliche Studie der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Wolf (DBBW), des Leibniz Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (IZW), der Technischen Universität Berlin, der Humboldt Universität Berlin und des Forschungsinstituts für Wildtierkunde und Ökologie (Wien). In Auftrag gegeben und veröffentlicht hat die Studie das Bundesamt für Naturschutz.

 

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Foto: Iberischer Luchs; Ex-situ Iberian lynx program
Foto: Iberischer Luchs; Ex-situ Iberian lynx program

Artenschutzforschung Luchs

Ein weiteres Puzzleteil im Rätsel um die Langlebigkeit der Gelbkörper bei Luchsen ist aufgedeckt. Wie Wissenschaftler*innen des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) und des Leibniz-Forschungsinstitut für Molekulare Pharmakologie (Leibniz-FMP) herausfanden, spielen ausgewählte antioxidative Enzyme, insbesondere das Enzym Superoxid-Dismutase (SOD2), eine wichtige Rolle für die Funktion und die ungewöhnliche Langlebigkeit der Gelbkörper bei Luchsen. Es wird vermutet, dass SOD2 nicht nur die reaktiven Sauerstoffradikale in den Zellen entgiftet, sondern auch den programmierten Zelltod hemmt. Die Ergebnisse wurden kürzlich im Fachmagazin Scientific Reports der Nature Group veröffentlicht.

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Foto: Iberischer Luchs; Ex-situ Iberian lynx program
Foto: Iberischer Luchs; Ex-situ Iberian lynx program

Konservierung von Hodenzellen zum Erhalt gefährdeter Katzenarten

Ein Forschungsteam des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) hat eine Methode zur Isolierung von Hodenzellen und deren Gefrierkonservierung entwickelt. Ziel ist es, die Methode zur Erhaltung von Zellen des männlichen Fortpflanzungstraktes von gefährdeten und bedrohten Katzenarten zu nutzen. Diese Methode wurde vor kurzem in der Fachzeitschrift „Cryobiology“ veröffentlicht.

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Grafik: Leibniz-Gemeinschaft, Bilder: FU Berlin & NIAID-RML (CC BY 2.0)
Grafik: Leibniz-Gemeinschaft, Bilder: FU Berlin & NIAID-RML (CC BY 2.0)

Leibniz-Podcast "Tonspur Wissen" zur Covid-19-Pandemie

Der Ausbruch und die Verbreitung des Coronavirus verändern das gesamte Leben. Viele Menschen haben Fragen, Wissenschaftler können Antworten geben – und sie tun das im täglichen Podcast "Tonspur Wissen" der Leibniz-Gemeinschaft und t-online.de. In der siebten Folge ist Prof. Heribert Hofer, Direktor des Leibniz-IZW, zu Gast. Das neue Coronavirus stammt zwar aus dem Tierreich, ist "nach gegenwärtigem Kenntnisstand" aber nicht gefährlich für Haustiere, so Hofer. Die Menschen müssen sich nach Ansicht des Experten darauf einstellen, dass die Übertragung von tierischen Viren auf den Menschen häufiger vorkommen werde. Warum das so ist, warum viele Krankheiten auf asiatischen Tiermärkten auf den Menschen übergehen und warum die genauen Übertragungswege noch nicht ausreichend erforscht sind, erklärt Wildtierexperte Hofer im Gespräch mit Moderatorin Ursula Weidenfeld.

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Großer Abendsegler (Photo: Kamran Safi, wikimedia commons)
Großer Abendsegler (Photo: Kamran Safi, wikimedia commons)

Fledermäuse sind in Agrarlandschaften auf die gemeinsame Jagd mit Artgenossen angewiesen

Große Abendsegler – eine der größten heimischen Fledermausarten – suchen ihresgleichen, um bei der Jagd über insektenarmen Feldern erfolgreich zu sein. Wie Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) zeigen konnten, jagen die Fledermäuse über insektenreichen Wäldern vorwiegend als Einzelkämpfer, über insektenarmen Agrarflächen jedoch gemeinschaftlich in der Gruppe. Dabei orientieren sie sich offenbar an den Jagdrufen ihrer Artgenossen, die ihnen unabsichtlich Hinweise auf ertragreiche Gebiete liefern. Das „Belauschen“ der Jagdgenossen zum Aufspüren von Nahrung funktioniert vermutlich nur dann, wenn eine ausreichende Zahl von Individuen im selben Luftraum nach Insekten jagen. Nehmen die Fledermauspopulationen weiter ab, könnte eine kritische Dichte unterschritten und die gemeinschaftliche Jagd schwierig oder unmöglich werden. Dies könnte das Überleben von Arten wie dem Großen Abendsegler zusätzlich bedrohen. Die wissenschaftliche Untersuchung ist in der Fachzeitschrift „Oikos“ publiziert.

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Informationen zum Coronavirus SARS CoV-2/Covid-19

Die durch das schwere akute Atemwegssyndrom Coronavirus 2 (SARS-CoV-2) verursachte Coronavirus-Krankheit 2019 (COVID-19) breitet sich international und national enorm schnell aus und wurde von der WHO als Pandemie eingestuft.

Bisher wurden die Quelle und die Zwischenwirte des Virus nicht eindeutig identifiziert. Bis heute wurde auch das Reservoir für das erste Coronavirus SARS-CoV-1, das für die SARS-Epidemie 2002/03 verantwortlich war, nicht identifiziert.

Vor kurzem fanden chinesische Wissenschaftler*innen heraus, dass das neuartige Coronavirus mit Coronaviren verwandt ist, die in fünf in Asien vorkommenden Wildtierarten nachgewiesen wurden, darunter Larvenroller (Paguma larvata), Fleckenmusang (Paradoxurus hermaphroditus), Asiatische Zibetkatze (Viverra sp) und Hufeinsennasen-Fledermäuse (Rhinolophus spp). Die Untersuchungsergebnisse zeigen, dass das Virus in den fünf Tierarten nicht dasselbe Coronavirus ist, das auf den Menschen übertragen wurde. Die größte genetische Übereinstimmung mit 96,2 % der DNA-Nukleotide liefert die Java-Hufeisennasen-Fledermaus. Diese Ergebnisse bedeuten nicht, dass SARS-CoV-2 aus diesen Wildtieren stammt.

In Deutschland wurden bisher keine vergleichsweise hohen Übereinstimmungen mit dem SARS-CoV-2 Virus in heimischen Wildtieren nachgewiesen. Auch ist bisher keine Übertragung des neuen Virus auf Haustiere wie Katzen, Hunde usw. nachgewiesen. Es ist bekannt, dass bei Katzen und Hunden sogenannte feline und canine Coronaviren auftreten. Diese sind für den Menschen unschädlich. Weitere Informationen dazu kann Ihnen das Friedrich-Loeffler Institut liefern (https://www.fli.de/de/home/).

 

Literaturquelle:

Genetic evolution analysis of 2019 novel coronavirus and coronavirus from other species: https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1567134820301167

 

FAQs Robert Koch Institut (RKI)

FAQs Friedrich -Loeffler-Institut (FLI)

 

 

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