IZW - Das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung |
Highlights
Artificial bat roosts could re-seed the tropics
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Hyänenweibchen vermeiden Inzucht sehr effizient und brauchen dazu nur einfache Regeln bei der Partnerwahl. Das haben Forscher des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin zusammen mit einem Kollegen der Universität Sheffield in einer groß angelegten Studie an frei lebenden Tüpfelhyänen in Tansania nachgewiesen. Sie berichten über ihre zehnjährige Arbeit in der neuesten Ausgabe der renommierten Wissenschaftszeitschrift Nature. Den Wissenschaftlern zufolge haben Tüpfelhyänenweibchen klare Vorstellungen davon, welche Männchen sie als Paarungspartner akzeptieren. Mehr noch: Jene Männchen, die sich an den Vorlieben der Weibchen orientierten, hatten den höchsten Paarungserfolg.
"Tüpfelhyänenweibchen wählen zur Fortpflanzung bevorzugt Männchen, die nach ihnen in der eigenen Gruppe geboren wurden oder die erst nach ihrer Geburt in die Gruppe eingewandert sind", sagt Dr. Oliver Höner vom IZW. Durch diese einfache Partnerwahl-Regel verhindern die Weibchen Inzucht sowohl mit ihren eigenen Vätern als auch mit älteren Brüdern, die nicht abgewandert sind. Darüber hinaus wählen ältere Weibchen besonders gerne Männchen, die schon lange Gruppenmitglieder sind, vorausgesetzt sie erfüllen die obige Grundregel und haben sich ihnen gegenüber freundlich verhalten.
Diese Partnerwahl-Regeln bedeuten, dass sich Männchen, die kürzlich geschlechtsreif wurden und sich erfolgreich fortpflanzen wollen, die Gruppe mit den meisten jungen Weibchen aussuchen sollten. Tatsächlich wählen die jungen Männchen mit großer Vorliebe die Gruppe mit den meisten jungen Weibchen. Da meistens nicht die eigene Gruppe die höchste Zahl junger Weibchen aufweist, sondern andere Gruppen in der Nachbarschaft, wandert die Mehrzahl der Männchen zu diesen Gruppen aus.
"Die Taktik der Männchen, ihre Fortpflanzungskarriere dort zu beginnen, wo die meisten jungen Weibchen sind, ist sehr erfolgreich, denn diese Männchen haben langfristig Zugang zu vielen Weibchen und zeugen viel mehr Nachkommen als Männchen, die Gruppen mit wenigen jungen Weibchen wählen", sagt Dr. Höner.
Die Resultate der Forscher basieren auf genetischen Vaterschaftsanalysen von mehr als 400 Nachkommen und zeigen erstmals, dass Abwanderungsverhalten der Männchen, das an die Vorlieben der Weibchen angepasst ist, einen selektiven Vorteil bietet. Vaterschaftsanalysen und Beobachtungen wurden an der Hyänenpopulation des Ngorongoro-Kraters im Nordosten Tansanias durchgeführt. Alle ungefähr 380 Hyänen, die dort momentan in acht Gruppen leben, sind den Forschern individuell bekannt, wurden seit zehn Jahren beobachtet und sind mit Hilfe des genetischen Fingerabdrucks für Vaterschaftsanalysen charakterisiert.
Bisherige Studien an sozialen Primaten und anderen Säugetiergruppen sind meist davon ausgegangen, dass Weibchen ihre nahen Verwandten als solche erkennen müssen, um Inzucht mit ihnen vermeiden zu können. Oder es wurde angenommen, dass Weibchen generell Männchen bevorzugen, die in die Gruppe einwanderten. Nahe Verwandte als solche zu identifizieren oder zu wissen, ob ein bereits in der Gruppe lebendes Männchen eingewandert oder niemals abgewandert, sondern lediglich dageblieben ist, ist jedoch nicht trivial, und als entsprechend schwierig und unbefriedigend hat sich der praktische Nachweis dieser Ideen bisher herausgestellt.
Dagegen ist es für ein Weibchen einfach zu erkennen, ob ein Männchen neu in die Gruppe geboren wurde oder neu eingewandert ist, wenn sie nur Männchen zulässt, die während ihrer Lebenszeit Gruppenmitglied wurden. Daher sind die Partnerwahl-Regeln der weiblichen Hyänen ein simples und effektives Mittel zur Inzuchtvermeidung.
Wie bei den meisten Säugetierarten werden auch bei den Hyänen die Jungtiere nur von den Weibchen aufgezogen – anders als beim Menschen haben also die Töchter nicht die Möglichkeit, ihren Vater oder ältere Brüder in der Familie kennen zu lernen.

Ökologische Physiologen des Leibniz-Instituts für Zoo und Wildtierforschung und Kollegen von der Freien Universität Berlin, der Humboldt Universität zu Berlin sowie der Universität Aberdeen berichten im Journal of Comparative Physiology B, dass sich Vampirfledermäuse aus Lateinamerika neuerdings von Weidevieh anstelle von Regenwaldtieren ernähren. Die Forscher schließen daraus, dass die großflächige Umwandlung von Regenwaldhabitaten in Weideland zu einer Vergrößerung der Vampirfledermauspopulationen in Lateinamerika führte.
Bauern beobachten immer wieder, dass Vampire ihren Hunger an Weidevieh stillen, anstatt ihre ursprünglichen Beutetiere anzufallen. Um diesen Verhaltenswechsel zu dokumentieren, analysierten Dr. Christian Voigt und seine Kollegen das Verhältnis an stabilen Kohlenstoffisotopen im ausgeatmeten CO2 von Vampirfledermäusen. Im Labor fütterten sie Vampire mit Blut, welches mit nicht-radioaktiven 13C-Isotopen angereichert war, und verfolgten dann, wann die Isotope im Atem der Vampire wieder auftauchten. „Die Vampirfledermäuse nutzten das frisch verzehrte Blut relativ schnell, um ihren Stoffwechsel zu betreiben. Nach weniger als einer Stunde glich das Isotopenverhältnis im Atem demjenigen der letzten Blutmahlzeit“ erklärt Dr. Voigt.
Danach sammelten die Forscher den Atem von wilden Vampirfledermäusen in Costa Rica und analysierten dessen Kohlenstoffisotopenverhältnis. “Die potenziellen Beutetiere von Vampiren in Costa Rica sind entweder Weidevieh oder Regenwaldtiere, wie zum Beispiel Tapire oder Wildschweine. Weidevieh und Regenwaldtiere ernähren sich von Pflanzen mit einem sehr unterschiedlichen Kohlenstoffisotopenverhältnis, nämlich von Gras im Fall des Weideviehs und von Regendwaldpflanzen im Falle der Tapire oder Wildschweine. Deshalb erwarteten wir, dass wir das letzte Opfer eines Vampirs am Isotopenverhältnis seines Atems identifizieren können“ erklärt Dr. Voigt. Ihr Atem verriet die Vampire als Spezialisten für Weidevieh, obwohl Regenwaldtiere als Alternative vorhanden waren.
Die Autoren argumentieren, dass Vampirfledermäuse nicht notwendigerweise Blut von Weidevieh bevorzugen. Da Kühe auf eingezäunten und offenen Weiden gehalten werden, sind sie für Vampirfledermäuse sehr viel einfacher zu finden als Regenwaldtiere, die sich in dichter Vegetation verstecken können. Die großflächige Umwandlung von Regenwald in Agrarland wirkt sich üblicherweise negativ auf die ursprünglichen Wildtiere Lateinamerikas aus. Vampirfledermäuse scheinen jedoch im Gegensatz zu den meisten anderen Tieren Lateinamerikas von der menschlichen Aktivität zu profitieren.
Vampirfledermäuse leben nur in Zentral- und Südamerika und wiegen ungefähr 30 - 40 g. Unverwandte Vampire einer Kolonie teilen sich das Futter untereinander. Dieses Verhalten, auch als reziproker Altruismus in der Wissenschaft beschrieben, haben sie mit dem Menschen gemeinsam.
Quelle:
C C Voigt, P Grasse, K Rex, S K Hetz and J R Speakman
(2007). Bat breath reveals metabolic substrate use in free-ranging
vampires. Journal of Comparative Physiology B, DOI : 10.1007/s00360-007-0194-z
online verfügbar ab 16 August 2007.
Kontakt:
Dr. Christian Voigt, Leibniz-Institut für Zoo- und
Wildtierforschung (IZW), Berlin, Tel.: +49 30 5168 517, e-mail:
voigt@izw-berlin.de.
According to an upcoming study in Functional Ecology, the bat burns sugar faster than any other mammal--and about two or three times faster than humans--but because of its low body fat, the animal risks death if it doesn't eat every 12 hours. The bat is one of the few mammals with a purely sugar diet, making it a promising model organism for studying insulin metabolism and diabetes, say the authors. (Photo: Merlin D. Tuttle, Bat Conservation International)
Pitra C, VazPinto P,
O´Keeffe BWJ, Willows-Munro S, Jansen van Vuuren B, Robinson TJ (2006) DNA-led
rediscovery of the giant sable antelope in Angola. Eur. J. Wildl. Res. (DOI 10.1007/s10344-00-0026-y
Of all the animals to lose, the giant sable antelope might seem be
the most embarrassing. The mammal, which only lives in Angola and has horns
that can grow to 1.5 metres long, was feared extinct. But an international team
of scientists from the Leibniz-Institute for Zoo and Wildlife Research in
Berlin, the Universidade
Católica de Angola, the Shikar Club, England, and the University
of Stellenbosch, South Africa have shown that the animal is hardier than anyone
thought, having survived 30 years of civil war and unrest in its native
country. The team examined pictures from camera traps and genetic material from
droppings and compared it with DNA-samples that came from museum specimens.
"Our findings are of great importance for conservation. The giant sable
antelope is not only the national symbol of Angola, it is also a flagship
species for conservation." The giant sable antelope was discovered in 1914
and was last sighted in Angola in 1982. Since then there had been rumours but
no hard evidence that the animal still existed in Angola. When the scientists
confirmed that the DNA found in the dung they had collected matched the DNA of
a giant sable they set up cameras to gather more direct evidence. These
captured images of the giant sables regularly visiting parts of the Luando
Integral Nature Reserve and the Cangandala National Park. One female pictured
was clearly pregnant.