Der Einfluss verschiedener Schlüsseleigenschaften auf das Leben und die Evolution von Wildtieren

Arten sind nicht gleichmäßig über die Erde verteilt. Der einfache Grund dafür ist, dass auch die Umweltbedingungen nicht überall gleich sind. Dies bedeutet, dass sich Individuen verschiedener Arten auf die in ihren jeweiligen Lebensräumen herrschenden örtlichen Gegebenheiten einstellen müssen, um überleben und sich fortpflanzen zu können. „Jeweilige örtliche Gegebenheiten“ heißt dabei nichts anderes als „unterschiedliche Selektionsdrücke“. Es sind diese unterschiedlichen Selektionsdrücke, die zur Evolution von Anpassungen an die jeweiligen Lebensräume führen. In der Summe definieren daher die für eine Art charakteristischen Anpassungen die ökologische Nische, die diese Art besiedeln kann. Sehr vereinfacht dargestellt sind Anpassungen besonders günstige Eigenschaften, die das Überleben und die Fortpflanzung eines Individuums in einer gegebenen Umwelt sichern. Die Umwelt als solche ist jedoch nicht stabil, sondern unterliegt sowohl kurz- als auch langfristigen Veränderungen. Dies bedeutet zwangsläufig, dass auch Selektionsdrücke veränderlich sind. Es hängt somit von der Anpassungsfähigkeit einer Art ab, ob sie diese Veränderungen übersteht oder ausstirbt.

Vor diesem Hintergrund ist die Forschung des IZW darauf ausgerichtet, evolutive Mechanismen zu entschlüsseln, die hinter grundlegenden Anpassungen liegen, sowie deren Anpassungswert und evolutionäre Plastizität zu bestimmen. Ziel dieser Forschung ist es, geeignete Methoden und Verfahren zu entwickeln, mit denen die Widerstandfähigkeit von Populationen und Arten erhöht werden kann.