Rettungsschirme für bedrohte Arten

Im Jahr 2013 leben auf unserem Planeten bereits mehr als sieben Milliarden Menschen. Das ist absoluter Rekord und das Resultat eines rasanten Bevölkerungswachstums. Allein in den letzten 50 Jahren hat sich die Bevölkerung der Erde verdoppelt. Gleichzeitig hat die biologische Vielfalt auf unserem Planeten rapide abgenommen. Es besteht kein Zweifel daran, dass es zwischen diesen beiden Entwicklungen einen Zusammenhang gibt.

Das Aussterben von Säugetierarten ist ein alarmierendes Zeichen. Viele der vom Aussterben bedrohten Arten haben hohe Ansprüche an ihren Lebensraum und stehen damit stellvertretend für den Zustand eines ganzen Ökosystems. Geht ihr Lebensraum verloren, stellt dies auch eine Bedrohung für andere Tiere und Pflanzen dar. Naturschützerinnen und Naturschützer bezeichnen diese sensiblen tierischen Stellvertreter deshalb gern als „Schirmarten“, von deren Schutz automatisch auch zahlreiche andere Lebewesen profitieren würden.

Allerdings sind wirkungsvolle Rettungsmaßnahmen gerade für diese vom Aussterben bedrohten Arten besonders schwierig umzusetzen. Aufgrund ihrer Faszination stößt der Schutz vieler Säugetierarten auf großes öffentliches Interesse. Doch die Rettung dieser anspruchsvollen Tierarten verlangt immer nach der Aufrechterhaltung oder Wiederherstellung von intakten Lebensräumen. Damit sind traditionelle Naturschutzkonzepte häufig überfordert. Wenn die biologische Vielfalt unseres Planeten bewahrt werden soll, brauchen wir dringend innovative Konzepte und Methoden für den Artenschutz.