Nicht-invasives Hormonmonitoring

Erfolgreiche Zuchtprogramme von Wildtieren in Gefangenschaft erfordern das Verständnis der Fortpflanzungs- und der Stressphysiologie. Hierzu ist es essentiell, die hormonelle Aktivität der Keimdrüsen und der Nebennieren zu objektivieren. Traditionell wurden derartige Analysen in Blutproben durchgeführt, deren invasive Entnahme bei Zoo- und Wildtieren nur mit grossem Aufwand möglich ist.

Als Alternative hat sich das nicht-invasive Messen (non-invasive monitoring) von Stoffwechselprodukten der Steroidhormone in Kot und Urin sehr bewährt, weil die Probengewinnung ohne direkten Einfluss auf die Tiere möglich ist. Ziel des nicht-invasiven Monitorings ist es den Zusammenhang zwischen Hormonen und Verhalten ebenso wie Fragen der Fortpflanzung, der Tiergesundheit, der Zucht, der Ökologie und des Naturschutzes zu untersuchen. Für die Analysen werden Enzymimmunoassays benutzt, die auf Antikörpern gegen die Ausgangshormone aber auch gegen bekannte Metaboliten basieren.

Eine weitere Hormonklasse sind die Eiconasoide, die hier am IZW erstmals in den Fokus des nicht-invasiven Monitorings gelangt sind. Die Messung des Prostaglandinmetabiliten PGFM in Urin- und Kotproben erlaubt den Trächtigkeitsnachweis bei Feliden im letzten Trächtigkeitsdrittel und seine Differenzierung zur Scheinträchtigkeit.

Das Endokrinologielabor des IZW bietet das Nicht-invasive Hormonmonitoring als Dienstleistung an. Wir können die verschiedensten Hormone (Progesteron, Estradiol, Testosteron, Cortison, Corticosteron, Prostaglandin F2α) als auch deren Metaboliten messen.

Siehe auch: Kompetenzfelder der Abteilung Reproduktionsbiologie

Das Endokrinologielabor des IZW verfügt über langjährige Erfahrung in der Analyse von Proben bei einem breiten Spektrum von Säugetieren und Vögeln.

Wir organisieren eine Sommerschule zum Nicht-invasiven Monitoring, die alle zwei Jahre am IZW stattfindet. Die nächste Sommerschule findet voraussichtlich 2017 statt.

Teilnehmer an der Sommerschule zum nicht-invasiven Hormonmonitoring lernen, im Labor die Durchführung von wie Enzyme-Immun-Assays (EIA).
Bild 1: Die Teilnehmer der Sommerschule zum nicht-invasiven Hormonmonitoring lernen im Labor die Durchführung von Enzyme Immunoassays (EIA).

Kontakt

PD Dr. Martin Dehnhard

Telefon: 0049 (0)30 5168 615
E-Mail: dehnhard@izw-berlin.de

Weitere Informationen über diesen Service und das zugehörige Qualitätsmanagement zum Download: