Pressemitteilungen

Hyänennachwuchs (Foto: Sarah Benhaiem)
Hyänennachwuchs (Foto: Sarah Benhaiem)

Hyänen erholen sich nur langsam von einer Epidemie

Infektionskrankheiten können Wildtierbestände stark dezimieren und dadurch sowohl die Dynamik von Lebensräumen als auch die biologische Vielfalt (Biodiversität) beeinflussen. Vorhersagen über langfristige Auswirkungen von Epidemien sind deshalb für den Artenschutz wichtig. Forscher vom Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) in Berlin und vom Zentrum für Funktionelle Ökologie und Evolution (CEFE) in Montpellier, Frankreich, haben ein mathematisches Modell („Matrixmodell“) entwickelt, um den Einfluss einer Epidemie des Hundestaupevirus (CDV) auf die Population der Tüpfelhyänen in der ostafrikanischen Serengeti-Savanne zu untersuchen. Die Ergebnisse der Studie wurden im neuen Nature-Open-Access-Journal Communications Biology veröffentlicht.

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Ein seltenes Annamitisches Streifenkaninchen (Foto: Leibniz-IZW / WWF-Vietnam CarBi Project / Hue Saola Nature Reserve)
Ein seltenes Annamitisches Streifenkaninchen (Foto: Leibniz-IZW / WWF-Vietnam CarBi Project / Hue Saola Nature Reserve)

Gestreift und doch fast unsichtbar – dem bedrohten Annamitischen Streifenkaninchen auf der Spur

Das Truong-Son-Gebirge in Vietnam und Laos ist ein Biodiversitäts-Hotspot, viele der dort beheimateten Arten gibt es nirgendwo sonst auf der Welt. Doch Wilderei bedroht den außergewöhnlichen Artenreichtum – und das bis 1995 der Wissenschaft unbekannte Annamitische Streifenkaninchen (Nesolagus timminsi). Eine neue Studie des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) in Zusammenarbeit mit WWF Vietnam, WWF Laos und dem Central Institute for Natural Resources and Environmental Sciences (CRES) der Vietnam National University gewährt erstmals detaillierte Einblicke in die Ökologie dieser seltenen Art. Die Studie ist in der internationalen Fachzeitschrift Oryx publiziert.

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Macht ohne Muskeln – Warum bei Hyänen die Frauen dominieren
Tüpfelhyänen (Bild: O. Höner)

Macht ohne Muskeln – Warum bei Hyänen die Frauen dominieren

In vielen Tiergesellschaften gibt es eine klare Hierarchie der Geschlechter. Dominiert dabei immer das aggressivere oder stärkere Geschlecht, wie allgemein angenommen wird? Nein! Eine neue Studie an wilden Tüpfelhyänen zeigt, dass bei diesen gruppenlebenden Großraubtieren die Weibchen dominieren, weil sie auf größere Unterstützung durch Artgenossen zählen können. Unterschiede in individuellen Eigenschaften wie Aggressivität oder körperliche Stärke spielen keine Rolle. Tüpfelhyänenmännchen erhalten weniger soziale Unterstützung als ihre weiblichen Artgenossen weil sie häufiger den Clan wechseln und dabei ihre sozialen Bindungen verlieren. Die Studie wurde von ForscherInnen des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) und des Institut des Sciences de l’Evolution de Montpellier (ISEM) durchgeführt und in der Fachzeitschrift Nature Ecology & Evolution publiziert.

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„Berliner Stadtwildtiere“ als Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgezeichnet

„Berliner Stadtwildtiere“ als Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgezeichnet

Das Projekt „Berliner Stadtwildtiere“ des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) wurde am 7. November 2018 als offizielles Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgezeichnet. Es gibt BürgerInnen die Möglichkeit, online Tierbeobachtungen zu sammeln und sich über heimische Wildtiere zu informieren. Es erhöht die Aufmerksamkeit für die Biodiversität in der Stadt, schließt Wissenslücken und stellt eine Datenbasis für weitere Forschungen zur Verfügung. Damit erfüllt es die Kriterien für die Auszeichnung, die an Projekte verliehen wird, welche sich in nachahmenswerter Weise für den Erhalt der biologischen Vielfalt einsetzen.

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Seeadler im Landeanflug; (c) Oliver Krone
Seeadler im Landeanflug; (c) Oliver Krone

Wissenschaftler weisen erstmals tödliche Vogelgrippe-Infektion beim Seeadler nach

Stirbt ein Seeadler eines unnatürlichen Todes, waren bislang eine Bleivergiftung oder eine Kollision mit einem Zug die wahrscheinlichsten Auslöser. Im Winter 2016/2017 gab es jedoch zahlreiche Todesfälle in Norddeutschland, bei denen diese beiden Todesursachen ausgeschlossen werden konnten. Stattdessen waren 17 gefundene Seeadler in Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Hamburg mit dem hochansteckenden Vogelgrippevirus H5N8 infiziert. Das haben Oliver Krone vom Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW), Timm Harder, Franz J. Conraths, Reiner Ulrich und Martin Beer vom Friedrich-Loeffler-Institut, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit (FLI) und weitere Kollegen nachgewiesen. Die tödlichen Infektionen mit dem Virusstamm H5N8 2.3.4.4b sind die ersten Fälle der Vogelgrippe bei Seeadlern und stellen den Schutz der bedrohten Greifvögel vor neue Herausforderungen. Die Studie ist in der Fachzeitschrift „Viruses“ erschienen.

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