Pressemitteilungen

Silver-backed Chevrotain, Autor: Andrew Tilker/Leibniz-IZW
Silver-backed Chevrotain, Autor: Andrew Tilker/Leibniz-IZW

Nach 28 Jahren wiederentdeckt und erstmals in der Wildnis fotografiert und gefilmt: Das Vietnam-Kantschil oder „vietnamesischer Maushirsch“

In Zeiten massiver Verluste an biologischer Vielfalt sind Nachrichten vom Aussterben von Tier- und Pflanzenarten die Regel. Doch jetzt können Global Wildlife Conservation (GWC), Southern Institute of Ecology in Vietnam und das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) die Wiederentdeckung einer seit 1990 nicht mehr dokumentierten Tierart vermelden. Das Vietnam-Kantschil – eine rehähnliche, katzengroße Art, die auch als vietnamesischer Maushirsch bekannt ist – wurde von Wildtierkameras im südlichen Teil Vietnams fotografiert und gefilmt. Dies sind die ersten Aufnahmen lebender Exemplare dieser Huftiere. Sie ist damit die erste wiederentdeckte Art der „Liste der 25 meistgesuchten verlorenen Spezies“ der GWC. Die Wiederentdeckung wurde jetzt in der Fachzeitschrift „Nature Ecology & Evolution“ publiziert und ist Ansporn zur Entwicklung von Schutzmaßnahmen dieser und weiterer einheimischer (endemischer) Arten im Biodiversitäts-Hotspot Südostasien.

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Entfernen von Schlingenfallen, Autor: Andrew Tilker/Leibniz-IZW
Entfernen von Schlingenfallen, Autor: Andrew Tilker/Leibniz-IZW

Wilderei ist eine stärkere Bedrohung für die Tierwelt Südostasiens als die Degradierung des Regenwalds

Über Jahrzehnte hinweg galten Lebensraumverlust und -degradierung als wichtigste Ursachen für den Verlust vieler Tierarten in tropischen Regenwäldern. Eine neue Untersuchung des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) in Zusammenarbeit mit dem World Wide Fund for Nature Vietnam (WWF-Vietnam) und dem Sabah Forestry Department der Regierung Malaysias legt nahe, dass Wilderei mit Schlingfallen für Säugetiere und bodenlebende Vögel in Südostasien gegenwärtig eine größere Bedrohung darstellen kann als die Degradierung des Regenwalds durch selektiven Holzeinschlag. Die Forscher führten eine groß angelegte Kamerafallen-Untersuchung durch, um mehrere forstwirtschaftlich genutzte Wälder im malaysischen Borneo und Schutzgebiete im Truong-Son-Gebirge in Vietnam und Laos zu vergleichen, von denen bekannt ist, dass sie der Wilderei ausgesetzt sind. Die im wissenschaftlichen Journal „Communications Biology“ veröffentlichten Ergebnisse zeigen einen stärkeren Verlust in der Tierwelt in den von der Wilderei betroffenen Wäldern als den forstlich genutzten Regenwäldern.

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Buntes Programm im Leibniz-IZW zur Berlin Science Week. Fotos: unsplash.com/Leibniz-IZW/Berlin Science Week
Buntes Programm im Leibniz-IZW zur Berlin Science Week. Fotos: unsplash.com/Leibniz-IZW/Berlin Science Week

Biodiversität im Hörsaal – Vorträge im Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung zur „Berlin Science Week“

Vom 1. bis zum 10. November 2019 findet in Berliner Forschungseinrichtungen die „Berlin Science Week“ statt. Das Festival bringt SpitzenforscherInnen aus der ganzen Welt mit der lokalen Wissenschaftscommunity und der Öffentlichkeit in der Hauptstadt zusammen. Das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) beteiligt sich mit einem Vortragsprogramm an dem Festival. Die Vorträge zu Infektionskrankheiten bei Tieren, Diensthunden für die Wildtierforschung und zum Einsatz von Bürgerwissenschaften in der Biodiversitätsforschung finden am 5. November 2019 im Hörsaal des Leibniz-IZW statt. Der Eintritt ist frei.

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Seeadler mit Jungvogel im Horst. Foto: Oliver Krone
Seeadler mit Jungvogel im Horst. Foto: Oliver Krone

Nähe zu Wegen und Straßen ist eine Belastung für Seeadler

Der Seeadler ist als Vogelart bekannt, die sensibel auf Störungen reagiert. Jedoch ist bislang nur in Ansätzen erforscht, welche Faktoren welche Auswirkungen auf die Tiere haben und wie diese Belastungen den Bruterfolg beeinflussen. Ein Forscherteam unter Leitung von Dr. Oliver Krone vom Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) hat nun bei Seeadlern in Norddeutschland Konzentrationen des Hormons Corticosteron und seiner Stoffwechselprodukte gemessen und diese Werte mit potenziellen Belastungsursachen korreliert. Sie fanden heraus, dass die Werte des Hormons im Urin der Vögel höher sind, umso näher der Horst eines Brutpaares zu Wegen oder Straßen liegt. Daraus leiten die WissenschaftlerInnen Implikationen für das Management und den Schutz der Seeadler ab, insbesondere für Schutzzonen um die Horste. Die Studie ist in der Fachzeitschrift „General and Comparative Endocrinology“ erschienen. 

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Konferenz in Berlin diskutiert drängende Fragen der Wildtierforschung und des Artenschutzes im Kontext des globalen Umweltwandels

Der sich beschleunigende globale Umweltwandel stellt für die Tierwelt unseres Planeten eine große Herausforderung dar. Studien belegen, dass sich einzelne Spezies in gewissem Rahmen an Veränderungen der Landnutzung oder des Klimas anpassen können, die überwältigende Anzahl der Arten aber mit der Geschwindigkeit des Wandels überfordert ist. Eine vom Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW), der European Association of Zoos and Aquaria (EAZA) und dem World Wildlife Fund for Nature (WWF) Deutschland organisierte Konferenz thematisiert die biologischen Grundlagen dieser Anpassungsleistungen und diskutiert über Mensch-Tier-Umwelt-Interaktionen sowie über Strategien, dem 6. Großen Massensterben in der Erdgeschichte etwas entgegenzusetzen. Die Konferenz „Wildlife Research and Conservation 2019“ (WRC 2019) findet vom 30. September bis 02. Oktober 2019 in Berlin statt.

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