Abteilung für Evolutionsgenetik

 
Vom Genotyp zum Phänotyp
Evolutions- und Epigenetik im Artenschutz

 

Unser Interesse gilt der durch die Evolution hervorgebrachten Diversität der Säugetiere. Wir möchten verstehen, wie die gegenwärtige Vielfalt entstanden ist und wie sie sich in Zukunft verändern wird. Dabei konzentrieren wir uns auf 4 Schwerpunkte:

  • Zu Anpassungen führende genetische Vielfalt: Hier konzentrieren wir uns auf Selektions­prozesse, die bei der Domestizierung (z.B. der Pferde) und der Ausprägung bestimmter Merkmale (z.B. Fellfarbe) eine Rolle gespielt haben.
  • Neutrale genetische Vielfalt: Hier untersuchen wir populationsgenetische, demographische und phylogeographische Prozesse im Rahmen des Artenschutzes (insbesondere bei Katzenartigen)
  • Epigenetische Variation: Hier studieren wir, wie Säugetiere auf schnelle Veränderungen in ihrer Umgebung reagieren (z.B. Temperatur, verändertes Nahrungsangebot).
  • Vielfalt von Lebensabläufen (engl. life history): Hier interessiert uns, wie physische und soziale Umgebung Fruchtbarkeit und Überleben von Individuen beeinflussen und wie sich Veränderungen in den letzteren auf andere Merkmale auswirken.

Wir untersuchen Säugetiere

  • für die entweder ein gesteigertes Schutzinteresse besteht (z.B. Tiger, Luchs, Elefant),
  • die im Mittelpunkt langjähriger Institutsprojekte stehen (Hyäne, Gepard, Igel)
  • für die bereits große, historisch wertvolle Datensätze existieren (Pferde, Menschen).

Für bestimmte Fragestellungen entwickeln wir auch eigene Methoden auf der Basis verschiedener Marker (genetisch, phänotypisch, Isotope), so z.B. für das Monitoring von demographischen Veränderungen in Nicht-Modelltierarten. Dies geschieht auch durch Beiträge zu quelloffenen Programmpaketen (z.B. zu R-Paketen wie IsoriX, spaMM, camtrapR).

Zusammen mit 5 weiteren Partnern der Berlin-Brandenburger Wissenschaftslandschaft betreiben wir mit dem „Berliner Zentrum für Genomik in der Biodiversitätsforschung“ (BeGenDiv) eine Trainings- und Dienstleistungsplattform für Genomik und Bioinformatik.

Unsere eigene Referenzprobensammlung ARCHE erlaubt es uns, sowohl beratende als auch forensisch-praktische Unterstützung für Regierungsbehörden und Nicht-Regierungs­organisationen zur Verfügung zu stellen. Die von uns kuratierte EAZA-Biobank dient einem ver­besserten Populationsmanagement der in den Europäischen Zoos vorhandenen Tierbestände.

Wir bieten auch Beratung, Lehrvorträge sowie forensische Expertise für Behörden, Nichtregierungsorganisationen und Unternehmen an (Siehe auch unsere Service Webseite)

 

Zuletzt aktualisiert am 5 Dezember 2019

·[