Abteilung für Reproduktionsbiologie

Die Abteilung für Reproduktionsbiologie des Leibniz-IZW erforscht evolutionäre Anpassungen von Fortpflanzungsprozessen und den Einfluss von Umweltfaktoren auf die Fertilität. Außerdem zielt unsere Forschung auf die Langzeitkonservierung von Keimzellen und -geweben von Wildtieren ab, sowie auf die Bestimmung von Hormonen in diversen Substraten, wie Serum, Kot, Urin, Haaren und Zellkulturmedien.

Wir untersuchen die Entstehung und Reifung von Keimzellen, ihre funktionellen Wechselwirkungen im männlichen und weiblichen Genitaltrakt sowie die hormonelle Regulation von Fortpflanzungsprozessen. Wir nutzen dabei moderne Techniken der Zellbiologie, um eine Verbindung zwischen der genetischen und organismischen Ebene in der Wildtierforschung herzustellen und unter dem vergleichenden Aspekt in vitro Experimente an verschiedenen Arten durchzuführen.

Unser Wissen auf dem Gebiet der Biologie der Keimzellen hilft uns, Techniken der assistierten Reproduktion, wie beispielsweise die In-vitro-Reifung und -Befruchtung von Eizellen oder die Langzeitlagerung von Spermien bei Wildtieren, zu entwickeln und kontinuierlich zu verbessern. Diese  Techniken sind mehr und mehr gefragt, um die Fortpflanzung bedrohter Tierarten zu unterstützen. Basierend auf dem kontinuierlichen Zugang der Pathologie des Leibniz-IZW zu Proben von Wildtieren und unseren langjährigen Kontakten zu zahlreichen Zoos zielt unsere Arbeit insbesondere auf die Gefrierkonservierung von Keimzellen. Zusätzlich lagern wir auch Embryonen, Hodenzellen sowie Eierstockgewebe verschiedenster Wildtierarten in die IZW-Biobank ein.

Beide Forschungsschwerpunkte werden durch das Hormonlabor unserer Abteilung ergänzt. Hier entwickeln wir neue Methoden zur nicht-invasiven hormonellen Überwachung der Fortpflanzung und des Wohlbefindens von Wildtieren. Unsere Methoden sind für eine Vielzahl von Tierarten validiert und bieten somit eine essentielle Grundlage für begleitende endokrinologische Untersuchungen in zahlreichen Forschungsprojekten des Institutes. Wir nutzen zunehmend metabolomische Ansätze, um Fortpflanzungsprozesse und allostatische Belastungen bei Wildtieren zu analysieren. Unser Hormonlabor gehört zu den weltweit führenden Laboren der Wildtierendokrinologie. Wir vermitteln unsere Kenntnisse regelmäßig an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die sich in ihrer Forschung mit der Bestimmung von Hormonen befassen wollen.