Verbundprojekt WTimpact - Vom Wissenstransfer zum Wissensaustausch

Gefördert vom: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
Laufzeit: 3 Jahre (September 2017 – August 2020)
Projektleitung: Dr. Miriam Brandt (Wissenschaftskoordinatorin am IZW)


Projektidee und -hintergrund:
Bürgerwissenschaften oder Citizen Science (CS) –  die aktive Beteiligung von nicht hauptamtlich in der Wissenschaft Tätigen an Forschungsprojekten – erfährt in Deutschland gerade einen immensen Aufschwung - auch weil die Wissenschaftspolitik mit diesem Instrument hohe Erwartungen verknüpft. So soll CS das Verhältnis von Wissenschaft und Gesellschaft transformieren, die Wissenschaft stärken und als Bildungsinstrument den Teilnehmenden Kenntnisse über das bearbeitete Thema und den Prozess wissenschaftlichen Arbeitens vermitteln.

Diese Erwartungen an die Wirkung von CS basieren jedoch weitgehend auf Annahmen, denn es existieren nur wenige wissenschaftlich fundierte Studien, die den Effekt der Beteiligung auf die Teilnehmenden untersucht haben. Während einige Studien darauf hinweisen, dass Teilnehmende in CS-Projekten sich Wissen über das jeweilige Thema angeeignet hatten, kamen andere Studien zu dem Ergebnis, dass sich das Wissenschaftsverständnis und die Einstellung zu dem bearbeiteten Thema nicht oder nur in sehr geringem Maße verbessert hatten. Diese widersprüchlichen Ergebnisse stellen die allgemeine Erwartung eines „automatischen“ positiven Effekts von CS auf das Wissenschaftsverständnis und die emotionale Einstellung der Teilnehmenden in Frage. Die meisten Projekte sind außerdem eher auf wissenschaftliche Ziele ausgerichtet (z.B. möglichst viele Daten zu sammeln) als auf eine bestimmte Wirkung auf die Teilnehmenden.

Das Projekt WTimpact soll systematisch untersuchen, welche Faktoren das Lernen und die emotionale Einstellung von Teilnehmenden an CS-Projekten beeinflussen. Die Grundhypothese ist, dass die Teilnehmenden umso mehr aus dem Projekt „mitnehmen“, je mehr sie in ihrem Rollenverständnis selbst zu aktiv Forschenden werden.