Herzlich willkommen am Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung!

Das Leibniz-Institut für Zoo-und Wildtierforschung (IZW) ist eine interdisziplinär arbeitende Forschungseinrichtung, die sich mit der Erarbeitung der wissenschaftlichen Grundlagen für einen innovativen Artenschutz befasst.

Der Mensch beeinflusst nahezu alle Ökosysteme unseres Planeten. Immer noch lässt sich nicht vorhersagen, wie Flora und Fauna auf die ständig wachsenden globalen Veränderungen reagieren (werden). Wie kommt es, dass manche Wildtierarten durch die Eingriffe des Menschen bedroht sind, während andere sich erfolgreich an veränderte Lebensräume und Lebensumstände anpassen können?

Um Antworten auf diese und weitere Fragen zu finden, verbindet das IZW verschiedene Forschungsansätze und Fachdisziplinen. Wir untersuchen physiologische, genetische, verhaltensbiologische, ökologische, evolutionsbiologische und veterinärmedizinische Aspekte, verknüpfen Grundlagen- und angewandte Forschung und stellen Fragen zu Mechanismen (proximate Fragestellungen) sowie zur evolutionsbiologischen Funktion (ultimate = funktionelle Fragestellung) von Merkmalen.  

Das IZW untersucht die Anpassungsfähigkeit und die Belastbarkeit von Wildtierpopulationen in freier Wildbahn und in menschlicher Obhut in Deutschland, Europa und weltweit. Gelingt es, die Anpassungsfähigkeit von Wildtierpopulationen zu verstehen und vorherzusagen, dann kann diese Kenntnis genutzt werden, um neue Konzepte und gezielte Interventionen für den Artenschutz zu entwickeln.

Das IZW ist ein Institut des Forschungsverbundes Berlin e.V. und Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft.

Die Stechmücke, eine Zeichnung von Camila Mazzoni (IZW)
Die Stechmücke, eine Zeichnung von Camila Mazzoni (IZW)

Bürgerforscher als Mückenjäger: Mit Hilfe der Blutsauger die Artenvielfalt in Berlin und Brandenburg erforschen

Das Berlin-Brandenburgische Institut für Biodiversitätsforschung (BBIB), ein Zusammenschluss von Forschungseinrichtungen mit Beteiligung des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW), untersucht den Einfluss der Verstädterung auf die Artenvielfalt in der Hauptstadtregion. Zu diesem Zwecke hat ein Forscherteam am Leibniz-IZW nun einen Ansatz für das Monitoring und die Kartierung der Tierwelt in und um Berlin getestet: die molekularbiologische Untersuchung des von weiblichen Stechmücken eingesaugten Bluts. Nach erfolgreichem Test sucht das BBIB nun Freiwillige, die in ausgewählten Gebieten in zwei Zeiträumen Mücken sammeln zwischen Juli und September. Anmeldeschluss für die erste Sammelgruppe ist der 15. Juli 2019, für die zweite der 10. August 2019.

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Najin und Fatu, die letzten Individuen ihrer Art, im Ol Pejeta Conservancy in Kenia. Foto: Jan Stejskal
Najin und Fatu, die letzten Individuen ihrer Art, im Ol Pejeta Conservancy in Kenia. Foto: Jan Stejskal

Hightech für den Artenschutz – BMBF-Forschungsprojekt BioRescue als Überlebenschance für Nördliche Breitmaulnashörner

Heute startet offiziell das Forschungsprojekt BioRescue zur Rettung des akut vom Aussterben bedrohten Nördlichen Breitmaulnashorns. Mit Hilfe modernster Reproduktions- und Stammzelltechnologie soll der Fortbestand dieser Schlüsselart gesichert werden. Das internationale Wissenschaftskonsortium unter der Leitung des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) und mit maßgeblicher Beteiligung des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC) wird dafür mit rund 4 Mio. Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) als Teil der BMBF-Forschungsinitiative zum Erhalt der Artenvielfalt gefördert. Mit dem erfolgreichen Transfer eines Embryos in die Gebärmutter eines Südlichen Breitmaulnashorns hat das Forscherteam Ende Mai 2019 bereits einen wichtigen Meilenstein erreicht. Die ethischen und gesellschaftlichen Fragen, die sich aus BioRescue ergeben, werden von den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in einem Begleitforschungsprojekt adressiert.

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Kaukasischer Luchs, aufgenommen mit einer Kamerafalle. Foto: Deniz Mengüllüoglu, Nurten Salikara
Kaukasischer Luchs, aufgenommen mit einer Kamerafalle. Foto: Deniz Mengüllüoglu, Nurten Salikara

Luchse in der Türkei: Nicht-invasive Probensammlung liefert wichtige Erkenntnisse zu genetischer Vielfalt und Verhalten

Über den Kaukasischen Luchs (Lynx lynx dinniki) ist sehr wenig bekannt. Es ist eine Unterart des Eurasischen Luchses, die in der  Türkei, dem Kaukasus und dem Iran vorkommt. Um grundlegende Daten zur genetischen Vielfalt und zum Verhalten zu gewinnen, sammelten Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) mehrere Jahre lang Luchs-Proben in Anatolien und analysierten diese. Die Ergebnisse demonstrierten eine unerwartet hohe genetische Vielfalt der anatolischen Luchse und lieferten trotz der räumlichen Isolation wenig Hinweise auf Inzucht. Die Daten zeigten zudem, dass die Weibchen ihr Leben nahe ihres Geburtsortes verbringen, während die Männchen weiträumig abwandern. Möglich wurden diese Resultate durch nicht-invasive Methoden der Probensammlung (Kot, Haare), weil auf diese Weise deutlich mehr genetisches Material von nicht-territorialen Männchen gesammelt werden konnte, als mit konventionellen Käfigfallen. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift PLoS ONE publiziert.

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Najin und Fatu, die letzten Individuen ihrer Art, im Ol Pejeta Conservancy in Kenia. Foto: Jan Stejskal
Najin und Fatu, die letzten Individuen ihrer Art, im Ol Pejeta Conservancy in Kenia. Foto: Jan Stejskal

Pressekonferenz zum Start des BMBF-Projekts "BioRescue" zur Rettung des Nördlichen Breitmaulnashorns

Wir laden Sie recht herzlich zur Pressekonferenz des wegweisenden Forschungsvorhabens zur Rettung des Nördlichen Breitmaulnashorns ein. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt das Forschungsprojekt „BioRescue“ im Rahmen der Forschungsinitiative zum Erhalt der Artenvielfalt. Auf der Pressekonferenz am 25. Juni 2019 im Schloss Berlin-Friedrichsfelde präsentieren wir die neuesten Forschungsergebnisse, wie die ersten Ergebnisse vom Embryo-Transfer.

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Mückenfledermaus (Pipistrellus pygmaeus), Foto: Christian Giese
Mückenfledermaus (Pipistrellus pygmaeus), Foto: Christian Giese

Der Spiegeltrick: Nächtliche Orientierung migrierender Fledermäuse hängt von Richtung des Sonnenuntergangs ab

Ob Wale, Huftiere oder Fledermäuse – Millionen Säugetiere wandern mehrere tausend Kilometer im Jahr. Wie sie während dieser jahreszeitlichen Migration navigieren ist jedoch im Gegensatz zu Vögeln oder Schildkröten kaum erforscht. Mit einem innovativen Doppelexperiment hat ein Wissenschaftlerteam unter Leitung des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) nachgewiesen, dass eine Fledermausart die Richtung des Sonnenuntergangs zur Kalibrierung ihres inneren Kompasses nutzt. Ein großer Spiegel simulierte für einen Teil der Tiere eine andere Richtung des Sonnenuntergangs und ein neuartiger Testablauf ermöglichte es, die Flugrichtungen der Tiere nach dem Start aufzuzeichnen. Das Experiment, welches in „Current Biology“ publiziert ist, zeigt zudem, dass diese Fähigkeiten nicht vererbt, sondern mutmaßlich erlernt werden.

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