Das Leibniz-IZW ist ein international anerkanntes Forschungsinstitut. Es gehört zum Forschungsverbund Berlin e.V. und ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft. Unser Ziel ist es, die Anpassungsfähigkeit von Wildtieren im Kontext des globalen Wandels zu verstehen und zum Erhalt von gesunden Wildtierbeständen beizutragen. Dafür erforschen wir die Vielfalt von Lebenslauf-Strategien, die Mechanismen der evolutionären Anpassungen und ihre Grenzen – inklusive Wildtierkrankheiten – sowie die Wechselbeziehungen zwischen Wildtieren, ihrer Umwelt und dem Menschen. Wir setzen Expertise aus Biologie und Veterinärmedizin in einem interdisziplinären Ansatz ein, um Grundlagen- und angewandte Forschung – von der molekularen bis zur landschaftlichen Ebene – in engem Austausch mit Stakeholdern und der Öffentlichkeit durchzuführen. Darüber hinaus stellen wir einzigartige und hochwertige Dienstleistungen für die Wissenschaftsgemeinschaft bereit.

Aktuelle Informationen zur Afrikanischen Schweinepest in Deutschland: Das Leibniz-IZW führt Forschungen zur Populationsdynamik, zur Modellierung von Krankheitsausbrüchen bei Wildschweinen sowie zur Ökologie und Mensch-Tier-Interaktion in urbanen Räumen durch. Die Afrikanische Schweinepest ist eine anzeigepflichtige Krankheit bei Nutztieren und daher sind für alle Fragen zum akuten Infektionsgeschehen die jeweiligen Landeslabore und das Friedrich-Loeffler-Institut (Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit) FLI zuständig.

Aktuelles

Ein Okapi, das Symboltier der Deutschen Gesellschaft für Säugetierkunde (Foto: Cora Knoblauch)
Ein Okapi, das Symboltier der Deutschen Gesellschaft für Säugetierkunde (Foto: Cora Knoblauch)

100 Jahre Gesellschaft für Säugetierkunde: von der Feldbeobachtung zur Genomanalyse

Wie Fledermäuse mithilfe von Ultraschall navigieren oder Wölfe ihre Rudel organisieren – vieles von dem, was heute zum Grundwissen der Biologie gehört, war zum Gründungszeitpunkt der Deutschen Gesellschaft für Säugetierkunde (DGS) weitgehend unbekannt. In den vergangenen 100 Jahren hat sich die Säugetierkunde grundlegend gewandelt: Aus einer vorwiegend beschreibenden ist eine hochmoderne interdisziplinäre Forschung geworden, deren Erkenntnisse entscheidende Impulse für Natur- und Artenschutz liefern.

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Zwei neugeborene Przewalski-Pferde in Alibi, Kasachstan (Foto: Albert Salemgareyev, ACBK)
Zwei neugeborene Przewalski-Pferde in Alibi, Kasachstan (Foto: Albert Salemgareyev, ACBK)

Nach 200 Jahren: Erste Przewalski-Fohlen in der zentralkasachischen Steppe geboren

Im Wiederansiedlungszentrum Alibi in der Altyn-Dala-Steppe sind erstmals seit rund 200 Jahren Przewalski-Pferde auf zentralkasachischem Boden geboren worden. zwei männliche Fohlen wurden im August 2026 geboren und sind der erste Nachwuchs der Wildpferde, die im Rahmen eines internationalen Wiederansiedlungsprojekts in ihre ursprüngliche Heimat zurückgebracht wurden. Mütter sind zwei Stuten, die vor zwei Jahren aus dem Tierpark Berlin nach Kasachstan reisten. Möglich wurde dieser Erfolg durch die langjährige Zusammenarbeit von zoologischen Einrichtungen, Naturschutzorganisationen, Forschungsinstituten und politischen Institutionen aus Europa und Asien.

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Gepardenmännchen, ein Floater, an einem Markierungsbaum in Zentralnamibia (Foto: Jan Zwilling)
Gepardenmännchen, ein Floater, an einem Markierungsbaum in Zentralnamibia (Foto: Jan Zwilling)

Vom Streuner zum Revierboss: Epigenetik macht Geparden anpassungsfähig

Geparden haben eine geringe genetische Vielfalt – und damit schlechte Voraussetzungen, um sich an veränderte Umweltbedingungen anzupassen. Dennoch zeigen die Tiere eine bemerkenswerte Flexibilität: Männliche Geparde können sich im Laufe ihres Lebens vom umherstreifenden, körperlich schmächtigen „Floater“ in ein territoriales, kräftiges und aggressiveres Männchen verwandeln. Eine Studie des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) zeigt nun, dass diese Transformationen mit umfangreichen Veränderungen der DNA-Methylierung einhergehen.

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Steinadler mit einem GPS-Sensor in Südtirol (Foto: Klaus Bliem)
Steinadler mit einem GPS-Sensor in Südtirol (Foto: Klaus Bliem)

Erfahrung, nicht Geschick beim Fliegen, bestimmt wann junge Steinadler das elterliche Revier verlassen

Junge Steinadler in den Alpen lernen in den ersten Monaten ihres Lebens, wie man zwischen den Bergen navigiert und Thermiken für das Aufsteigen in große Höhen nutzt – eine essenzielle Fähigkeit für ihr Überleben. Wie schnell sie diese Fähigkeit erlangen oder wie geschickt sie sich dabei anstellen, beeinflusst jedoch nicht den Zeitpunkt, an dem sie endgültig das elterliche Revier verlassen. Eine neue Studie an 92 mit GPS-Sendern ausgestatteten Jungadlern zeigt, dass es die Länge und Flughöhe alltäglicher Ausflüge und nicht das Geschick beim Meistern der Thermik ist, die ihre Entscheidung für ein unabhängiges Leben maßgeblich beeinflusst. Der Fachartikel ist in der Zeitschrift „Royal Society Open Science“ erschienen.

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Wissenschaftler Emanuel Heitlinger mit den Mäusefallen für seine Forschungen auf Bauernhöfen (Foto: dpa, Patrick Pleul)
Wissenschaftler Emanuel Heitlinger mit den Mäusefallen für seine Forschungen auf Bauernhöfen (Foto: dpa, Patrick Pleul)

Studie an Bauernhofmäusen zeigt: Antibiotikaresistenzen sind auch ein ökologisches Problem, nicht nur ein medizinisches

Antibiotikaresistenzen bei Menschen und Nutztieren sind eine große gesundheitliche Herausforderung. Eine neue Studie in der Fachzeitschrift „Nature Communications“ legt offen, dass dieses Problem nicht an Krankenhaustüren oder Bauernhoftoren endet – vielmehr lassen sich Antibiotika-Resistenzgene (ARG) auch in Wildtieren nachweisen. Ein Team unter der Leitung des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) und des Max Delbrück Centers konnte zeigen, dass wilde Mäuse auf Bauernhöfen circa 50 Prozent der ARG von Rindern, Schweinen oder Geflügel in sich tragen und dass unter anderem die Intensität der Tierhaltung maßgeblich bestimmt, welche und wie viele Resistenzgene in das Mikrobiom der Mäuse übertragen werden.

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Eine Tüpfelhyänen-Mutter umsorgt ihren Nachwuchs (Foto: Oliver Höner/Leibniz-IZW)
Eine Tüpfelhyänen-Mutter umsorgt ihren Nachwuchs (Foto: Oliver Höner/Leibniz-IZW)

Soziale Vererbung von Privilegien könnte erklären, warum bei einigen Tierarten Weibchen kompetitiver sind als Männchen

Bei Säugetieren sind Männchen meist stärker und kompetitiver als Weibchen. Zugleich weisen Männchen größere Ungleichheiten im ihrem Fortpflanzungserfolg – also der Zahl der gezeugten Nachkommen – auf als Weibchen. Bei Tüpfelhyänen ist jedoch das Gegenteil der Fall: Die Ungleichheit beim Fortpflanzungserfolg ist bei Weibchen größer als bei Männchen, da weibliche Tüpfelhyänen ihren sozialen Rang und die damit verbundenen Privilegien, etwa den vorrangigen Zugang zu Nahrung, an ihre Nachkommen weitergeben. Das zeigt eine neue Studie an Tüpfelhyänen aus acht Generationen von acht Clans im Ngorongoro-Krater in Tansania. Die Studie wurde vom Ngorongoro-Hyänenprojekt des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) und des Institut des Sciences de l‘Évolution de Montpellier (ISEM) durchgeführt und ist in der Fachzeitschrift „Science Advances“ erschienen. Sie könnte erklären, warum Weibchen bei manchen Tierarten das kompetitivere Geschlecht sind.

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Braunbrustigel - Erinaceus europaeus (Foto: Anke Schumann/Leibniz-IZW)
Braunbrustigel - Erinaceus europaeus (Foto: Anke Schumann/Leibniz-IZW)

Quizze zu Igel, Zitronenfalter und Co. – Leibniz-IZW startet Forschungsprojekt zum Wissen über heimische Tierarten

Häufig vorkommende heimische Tierarten wie Igel, Marienkäfer oder Zitronenfalter sind vielen Menschen bekannt und werden zumeist leicht erkannt. Doch was wissen Laien über das Aussehen hinaus über diese Tiere? Mit einem großen Artenquiz wollen Forschende des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) dieses Wissen in der Bevölkerung erfassen und wissenschaftlich auswerten. Am 15. Juli 2026 starten zwei Online-Quizze zu Igeln und Zitronenfaltern, jeden Monat kommen neue Quizze zu weiteren Arten hinzu.

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Prof. Prof. h.c. Dr. Ursula Siebert (Foto: Jon A. Juarez/Leibniz-IZW)
Prof. Prof. h.c. Dr. Ursula Siebert (Foto: Jon A. Juarez/Leibniz-IZW)

Prof. Prof. h.c. Dr. Ursula Siebert ist neue Direktorin des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung

Am 1. Juli 2026 trat die Wildtierärztin Prof. Prof. h.c. Dr. Ursula Siebert ihr Amt als Direktorin des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) an. Zugleich wurde sie im Rahmen einer gemeinsamen Berufung mit dem Leibniz-IZW zur Professorin für Interdisziplinäre Wildtierkunde an der Freien Universität Berlin ernannt. Zuletzt leitete Siebert das Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover.

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Spielerische Kämpfe zwischen Tüpfelhyänen im Ngorongoro-Krater in Tansania (Foto: Oliver Höner)
Spielerische Kämpfe zwischen Tüpfelhyänen im Ngorongoro-Krater in Tansania (Foto: Oliver Höner)

Die Sprache des Spiels: Hyänen deeskalieren mit Mimik und Stimme

In populären Filmen und Geschichten werden Hyänen meist lediglich als Jäger und Aasfresser dargestellt, jedoch verbringen sie in der Realität durchaus viel Zeit mit Spielen und Raufen. Eine neue wissenschaftliche Studie räumt mit Vorurteilen über diese ikonischen Raubtiere auf und zeigt: Tüpfelhyänen verfügen über ein hochentwickeltes Sozialverhalten und eine ausgefeilte Kommunikation mit Mimik und Stimme. Die Studie ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit zwischen der Abteilung für Ethologie der Universität Pisa, dem Ngorongoro-Hyänen-Projekt des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung und Siyafunda Wildlife & Conservation.

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Spitzmaulnashörner und eine Tüpfelhyäne im Ngorongoro-Krater in Tansania (Foto: Oliver Höner)
Spitzmaulnashörner und eine Tüpfelhyäne im Ngorongoro-Krater in Tansania (Foto: Oliver Höner)

Fressen Hyänen Nutztiere und bedrohte Nashörner? Selten bis nie, wenn es ausreichend Gnus und Zebras gibt

Für den Artenschutz und den Umgang mit Mensch-Wildtier-Konflikten ist von großem Interesse, welche Tierarten von Raubtieren verzehrt werden. Forschende des Ngorongoro-Hyänen-Projekts des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) analysierten dies für Tüpfelhyänen im Ngorongoro-Krater in Tansania mittels DNA-Untersuchungen von hunderten Kotproben aus 24 Jahren. Sie stellten fest, dass Hyänen nur selten Nutztiere in der auch für Weidetierhaltung genutzten Ngorongoro Conservation Area fressen – und quasi nie Nashörner. Die Studie ist in der Fachzeitschrift „Wildlife Biology“ erschienen. Das Ngorongoro-Hyänen-Projekt besteht seit genau 30 Jahren und erforscht Verhalten, Gesundheit, Ökologie der Tüpfelhyänen sowie ihre Interaktion mit Tieren und Menschen.

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