Abteilungen & Organisationseinheiten des Leibniz-IZW

Die Forschungsarbeit im Leibniz-IZW ist in sechs Abteilungen organisiert, die spezifische disziplinäre, konzeptionelle und methodische Kompetenzen aufweisen. Dies ermöglicht die Bearbeitung einer breiten Palette wissenschaftlicher Fragestellungen der evolutionären Wildtierforschung für den Artenschutz von der molekularen bis zur landschaftlichen Ebene.

Abteilung für Evolutionäre Ökologie

Der Schwerpunkt dieser Abteilung liegt auf der Bewertung der Anpassungsfähigkeit freilebender Wildtierpopulationen an Umweltveränderungen wie Landnutzung und Klimawandel. Mit evolutionstheoretischen Hypothesen untersucht die Abteilung den Einfluss der sozialen, ökologischen und anthropogenen Umwelt auf das Verhalten, die Physiologie, das Überleben und den Fortpflanzungserfolg von Wildtierarten.

Abteilung für Evolutionsgenetik

Diese Abteilung klärt auf, wie die Bedingungen der Vergangenheit die heutige Säugetiervielfalt geformt haben und wie sich diese Vielfalt in den kommenden Jahrzehnten verändern kann. Vier Facetten der evolutionären Vielfalt der Säugetiere stehen im Mittelpunkt: adaptive genetische Variation, neutrale genetische Variation, epigenetische Variation und Variation der Lebenslauf-Strategie.

Abteilung für Wildtierkrankheiten

Die Arbeiten in dieser Abteilung befassen sich mit den evolutionären, ökologischen und anthropogenen Faktoren, die die Anpassung von Krankheitserregern und die Reaktion der Wirte auf Wildtierkrankheiten vorantreiben. Die Abteilung untersucht Krankheiten, die für freilaufende und in Gefangenschaft lebende Wildtiere relevant sind, und unterscheidet dabei zwischen artspezifischen Faktoren und allgemeinen Prinzipien der Infektionsbiologie.

Abteilung für Reproduktionsbiologie

Der Fokus dieser Abteilung liegt auf der Evolution von Fortpflanzungsmerkmalen und dem Einfluss von Umweltfaktoren auf die Fruchtbarkeit. Die Abteilung untersucht die Erzeugung und Reifung von Keimzellen, ihre funktionellen Wechselwirkungen im männlichen und weiblichen Genitaltrakt sowie die endokrine Steuerung von Fortpflanzungsprozessen.

Abteilung für Reproduktionsmanagement

Diese Abteilung untersucht Fortpflanzungsstrategien und vom Menschen verursachte Fortpflanzungsstörungen bei Wildtieren. Die Abteilung entwickelt neue Artenschutzstrategien, einschließlich fortschrittlicher assistierter Reproduktionstechnologien und stammzellassoziierter Techniken. Diese Forschungsaktivitäten sind in Aktivitäten zum Tierschutz und in ethische Forschung eingebunden.

Abteilung für Ökologische Dynamiken

Die Forschung in dieser Abteilung untersucht die ökologischen Dynamiken in Raum und Zeit sowie über Gradienten von vom Menschen veränderten Lebensräumen. Sie verwendet räumlich-zeitliche Extrapolation und räumlich explizite dynamische Modellierung, um die Reaktionen von Wildtieren auf Herausforderungen zu verstehen und besser vorherzusagen. Die Abteilung wurde im Januar 2018 gegründet, um die ökologische Modellierung, einschließlich Simulation und Biostatistik, gemäß einer Schlüsselempfehlung der vorherigen Bewertung zu stärken.

Neben der der Arbeit in den sechs Forschungsabteilungen forschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Leibniz-IZW in zwei weiteren unabhängigen Einheiten:

Juniorprofessur für Ökologie und Evolution molekularer Wirt-Parasit-Interaktionen

Die Arbeit in der 2014 ins Leben gerufenen Juniorprofessur kombiniert evolutionäre Fragen mit mechanistischen Aspekten der Interaktion zwischen Parasiten und ihren Wirten. Zu diesem Zweck untersucht die Gruppe die Hybridzone zweier Unterarten der Hausmaus als Modellsystem für Koevolution und lokale Anpassung.

Feldforschungsstation Niederfinow

Ein Fokus des Leibniz-IZW liegt auf der Erforschung der Lebensweise und Anpassungsfähigkeit einheimischer Wildtiere. 1993 wurde daher eine Feldforschungsstation im brandenburgischen Niederfinow gegründet. Hier werden Projekte zu Lebenslauf-Strategien und Konflikten, zur Reproduktionsbiologie, zur Ernährungsphysiologie sowie zum Verhalten europäischer Wildtiere unter naturnahen, aber kontrollierten Bedingungen durchgeführt.