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Aktuelle Pressemitteilungen

Bürgerwissenschaftler:innen mit Bat Detector im Einsatz (Foto: Ch. Häberle/Leibniz-IZW)
Bürgerwissenschaftler:innen mit Bat Detector im Einsatz (Foto: Ch. Häberle/Leibniz-IZW)

Die Verstädterung stellt eine erhebliche Bedrohung für Fledermauspopulationen auf der ganzen Welt dar, insbesondere durch künstliches Licht während der Nacht und die Verringerung des Lebensraums und Nahrungsangebots. Unter bestimmten Voraussetzungen können jedoch Flächen innerhalb von Ballungsräumen für Fledermäuse geeignet sein, so dass ein entsprechender Umgang mit diesen Flächen zum Fledermausschutz beitragen kann. Ein Wissenschaftsteam des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) identifizierte mit der Unterstützung von mehr als 200 Berliner Bürgerwissenschaftler:innen diese Bedingungen und erforschte, wie sie sich auf die Verbreitung und Häufigkeit von Fledermausarten auswirken. Das Team kommt zu dem Schluss, dass bereits ein geringes Maß an nächtlichem künstlichem Licht für alle Fledermäuse in Städten nachteilig ist, für viele ist darüber hinaus der Zugang zu Vegetation und Gewässern wichtig. Die Ergebnisse und Schlussfolgerungen sind in der Fachzeitschrift „Environmental Pollution" veröffentlicht.

Fuchs, Berliner Garten, Fotofalle,Foto: Leibniz-IZW
Fuchs, Berliner Garten, Fotofalle,Foto: Leibniz-IZW

Meiden oder konkurrieren, fressen oder gefressen werden, ausbeuten oder zusammenarbeiten – Tier- und Pflanzenartengemeinschaften werden durch vielfältige Interaktionen ihrer Arten geprägt. In Städten werden diese Spielregeln für das Zusammenleben zudem fundamental von der Anwesenheit der Menschen beeinflusst. Wissenschaftler:innen des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) werteten nun zehntausende Fotos von rund 150 Wildtierkameras aus, die Berliner Bürgerwissenschaftler:innen in fünf Durchgängen von Herbst 2018 bis Herbst 2020 in ihren Gärten installiert hatten. Die Fotos zeigen, wie Füchse, Waschbären, Marder und Hauskatzen in der Stadt miteinander umgehen und wie gut sie mit dem Menschen auskommen. Alle drei Wildtierarten nutzten dieselben Orte – vorrangig in den Nachstunden und zu unterschiedlichen Zeiten. Während der Lockdowns wurden sie häufiger fotografiert, vor allem nachts. Zudem meiden alle Wildtierarten die Hauskatzen. Diese und weitere Erkenntnisse sind im „Journal of Animal Ecology" veröffentlicht.

Schlagopfer an Windkraftanlage, Foto: Christian Voigt, Leibniz-IZW
Schlagopfer an Windkraftanlage, Foto: Christian Voigt, Leibniz-IZW

Viele Fledermäuse kommen durch Windkraftanlagen zu Tode. Bislang war unklar, ob alle Altersgruppen oder Geschlechter in gleichem Maße gefährdet sind. Ein Vergleich von Alter, Geschlecht und Herkunft von an Windkraftanlagen getöteten Rauhautfledermäusen mit lebenden Artgenossen in der Nähe der Anlagen zeigt nun, dass Jungtiere überproportional häufig an Windkraftanlagen zu Tode kommen. Weibchen werden häufiger an Windkraftanlagen geschlagen als Männchen – dies entspricht aber ihrem höheren Anteil in den lokalen Beständen. Die hohe Zahl getöteter Jungtiere und Weibchen könnten sich langfristig negativ auf die Bestandsentwicklung auswirken. Deshalb scheint die derzeitige Praxis der Windenergieerzeugung als nicht ökologisch nachhaltig. Die Untersuchung wurde von Wissenschaftlern des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) geleitet und ist in der Fachzeitschrift "Ecological Applications" veröffentlicht.

 

Die Allianz der Wissenschaftsorganisationen verurteilt diffamierende Berichterstattung der BILD-Zeitung im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie. Das Leibniz-IZW schließt sich dem Aufruf zu mehr Sachlichkeit in Krisensituationen ausdrücklich an.

Dr. Nicole Münnich (Foto: Ralf Günther)
Dr. Nicole Münnich (Foto: Ralf Günther)

Dr. Nicole Münnich übernimmt ab dem 1. Dezember 2021 die Geschäftsführung des Forschungsverbundes Berlin e.V. (FVB). Sie folgt auf Dr. Falk Fabich, der nach dem Weggang der langjährigen Geschäftsführerin Dr. Manuela Urban seit April 2021 die kommissarische Geschäftsführung innehatte.

Feldarbeit mit Fledermäusen im Himalaya (Foto: Emily Stanford)
Feldarbeit mit Fledermäusen im Himalaya (Foto: Emily Stanford)

Millionen Jahre der Evolution haben zu einer immensen Vielfalt an Arten geführt, von denen jede auf einzigartige Weise an ihre Umwelt angepasst ist. Eine einfache Methode zur Messung der biologischen Vielfalt ist über die Anzahl der Arten (taxonomische Vielfalt), doch in jüngerer Zeit gewinnen weitere Maße an Bedeutung: die funktionelle Vielfalt – also die Vielfalt der phänotypischen Merkmale, die es den Organismen ermöglichen, ihre ökologischen Funktionen zu erfüllen ­– und die phylogenetische Vielfalt, d. h. die Vielfalt der Verästelungen im Baum des Lebens. In einer in der Fachzeitschrift „Scientific Reports“ veröffentlichten Arbeit vergleicht ein Wissenschaftsteam unter Leitung des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) diese Ansätze: Es fand heraus, dass Artenreichtum und funktionelle Vielfalt von Fledermausgemeinschaften im Himalaya mit zunehmender Höhe abnehmen, die phylogenetische Vielfalt jedoch gleich bleibt. Ihre Ergebnisse geben Aufschluss über die Vielfalt der Fledermäuse im Himalaya und dienen als wichtige Grundlage für die Bewertung dieser Vielfalt im Kontext von Umweltveränderungen.

Plattform "Keep Nature Alive" (Bild: Steven Seet/Unsplash)
Plattform "Keep Nature Alive" (Bild: Steven Seet/Unsplash)

Für eine maximale Wirksamkeit seiner Forschungsergebnisse zur Bewältigung der globalen Biodiversitätskrise setzt das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) auf einen engen Austausch mit der Gesellschaft und nutzt dafür auch innovative, multimediale Instrumente. Die neu aus dem Leibniz-IZW ausgegründete Plattform „Keep Nature Alive“ (www.keepnaturealive.de) setzt diesen Weg konsequent fort: „Keep Nature Alive“ verbindet digitale Kommunikation und Crowdfunding und zielt auf diese Weise darauf ab, lebendige und engagierte Communities für Projekte an der Schnittstelle von Forschung und Umweltschutz zu etablieren. Zudem soll die Plattform kommunikationswissenschaftlich begleitet werden – als erste ihrer Art.