Projekte am Leibniz-IZW

Wissenschaftliche Projekte sind die zentrale Organisationsform bei der Umsetzung des Forschungsprogramms des Leibniz-IZW. Einen besonderen Schwerpunkt setzt das Institut auf Langzeitprojekte, die Feld- und Laborarbeiten, Biobanking, Datenanalyse, mathematische Modellierung und Stakeholder-Kommunikation integrieren.

Projekte, sortiert nach Abteilungen

Projekte der Abteilung für Evolutionäre Ökologie

Abteilung für Evolutionäre Ökologie

Evolutionsökologische Forschung für den Artenschutz

Die Abteilung für Evolutionäre Ökologie untersucht den Einfluss der sozialen, ökologischen und anthropogenen Umwelt auf das Überleben und den Reproduktionserfolg von Wildtieren. Damit bewerten wir die Anpassungsfähigkeit freilebender Wildtierpopulationen an Umweltveränderungen wie Klima- und Landnutzungsänderungen. Wir konzentrieren uns auf langfristige Feldstudien in Europa und Afrika, in denen wir mehrere Generationen von Individuen mit bekannter Lebensgeschichte untersuchen. Dafür nutzen wir Hochdurchsatz-GPS-Telemetrie und minimal-invasive Methoden wie stabile Isotopen- und Ernährungsanalysen. Diese Dienstleistungen bieten wir auch externen Kooperationspartnern an. >> Mehr Informationen 

Evidenzbasierte Lösungen für den Farmer-Gepard-Konflikt in Namibia

Konflikte zwischen Menschen, ihren Nutztieren und Raubtieren sind ein weltweites Phänomen. Die Entwicklung von nachhaltigen Lösungen bedeutet eine große Herausforderung, besonders für bedrohte Raubtierarten. Wir zeigen am Beispiel der Geparde in Namibia, wie mit detaillierten Informationen der räumlichen Bewegungen der Geparde das Rindermanagement der Farmer angepasst werden kann. Damit reduzieren sich die Verluste substanziell, ebenso das Töten von Geparden durch die Farmer.

Die Bewegungsökologie Großer Abendsegler (Nyctalus noctula) in anthropogenen Landschaften

Die Forschung dieses Projekts widmet sich den Fragen, wie hochmobile Arten wie der Große Abendsegler (Nyctalus noctula) im Agrarland oder in städtischen Räumen überleben und welche Faktoren das individuelle Verhalten sowie die lokalen Bestände beeinflussen.

Verhaltensökologie und Evolutionsbiologie der Tüpfelhyänen-Population des Ngorongoro-Krater

Wie – und wie gut – reagieren gruppenlebende Tiere auf soziale und ökologische Veränderungen? Um dieser Frage nachzugehen, untersuchen wir die Evolution von Sozialverhalten sowie Verhaltens- und Evolutionsprozesse, die die Lebensgeschichte und die Fitness gruppenlebender Tiere prägen anhand einer gesamten Population wildlebender Tüpfelhyänen (acht Gruppen, mehr als 2500 Individuen), die wir seit 1996 beobachten und für die wir einen fast vollständigen genetischen Stammbaum über neun Generationen erstellt haben.

Evidenzbasierter Arten- und Habitatschutz am Beispiel von asiatischen und afrikanischen Nashörnern

Nashörner sind durch Wilderei und den Verlust ihres Lebensraums stark vom Aussterben bedroht, verbliebene Bestände existieren oftmals nur noch in fragmentierten Restpopulationen. Das Projekt erforscht die Gründe für diesen drastischen Rückgang und versucht, Lösungsansätze zu finden, die ein Aussterben verhindern könnten.

Physiologie, Ökologie und Schutz von migrierenden Fledermäusen

In diesem Projekt wird erforscht, wie migrierende Fledermäuse ihren Weg auf ihren jährlichen, über Tausende Kilometer langen Wanderungen finden und welchen spezifischen Risiken sie ausgesetzt sind, wenn sie sich in anthropogen geprägten Landschaften fortbewegen.

Verhalten, Genetik und Schutz urbaner und suburbaner Igel-Populationen

In diesem Projekt wird untersucht, ob sich ländliche und städtische Igel oder verschiedene Stadt-Igelpopulationen in ihrem Lebensstil unterscheiden. Außerdem wird untersucht, ob und inwieweit geballte menschliche Aktivitäten das Verhalten von Stadtigeln beeinflussen.

Die Wirkung von künstlichem Licht auf nachtaktive Säugetiere

Jedes Jahr nimmt der bei Nacht beleuchtete Anteil der Erdoberfläche um 2 Prozent zu. In diesem Projekt untersuchen wir, wie nachtaktive Säugetiere wie Fledermäuse auf künstliches Licht bei Nacht reagieren und welche Lösungen sich finden lassen, um potenziell nachteilige Effekte auf Fledermäuse abzuschwächen oder zu kompensieren.

Gute Fortpflanzung und Gesundheit in einer genetisch verarmten Art, dem Gepard

In diesem Projekt untersuchen wir den Einfluss der geringen genetischen Variabilität der Geparde auf ihre Fortpflanzung und Gesundheit. Wir zeigen, dass sich Geparde im Freiland trotz ihres genetischen Monomorphismus erfolgreich fortpflanzen und ein starkes Immunsystem aufweisen, und dass Zuchtschwierigkeiten in Zoos mit gezieltem Management verbessert werden können.

Energie für Ausdauerleistungen: Welchen Treibstoff nutzen migrierende Fledermäuse?

Im Fokus dieses Projekts steht die Frage, warum Fledermäuse und Vögel offenbar ähnliche Anpassungen in ihrer Stoffwechselphysiologie aufweisen, um über lange Strecken zu migrieren.

 
Projekte der Abteilung für Evolutionsgenetik

Abteilung für Evolutionsgenetik

Vom Genotyp zum Phänotyp – Evolutions- und Epigenetik im Artenschutz

Die Abteilung für Evolutionsgenetik untersucht die evolutionäre Vielfalt der Säugetiere. Wir möchten verstehen, wie die gegenwärtige Vielfalt entstanden ist und wie sie sich in Zukunft verändern wird. Dabei konzentrieren wir uns auf vier Facetten der Säugetierdiversität: adaptive genetische Variation, neutrale genetische Variation, epigenetische Variation und lebensgeschichtliche Variation. Um dieses Ziel zu erreichen wenden wir nicht nur modernste molekulare Methoden an, sondern entwickeln Open–Source-Software, kuratieren zwei große Referenzprobensammlungen und betreiben zusammen mit fünf regionalen Partnern das Berliner Zentrum für Genomik in der Biodiversitätsforschung (BeGenDiv).
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Der Ursprung der letzten Wildpferde

Obwohl Przewalskipferde gemeinhin als die letzte Art von Wildpferden gelten, zeigen Genomstudien, dass alle heute lebenden Przewalskipferde von ehemals domestizierten Tieren abstammen.

Epigenetische Stabilität und Plastizität sozialer Umwelteinflüsse

Umweltveränderungen können auch die soziale Umwelt betreffen. Daher interessiert uns die Frage, ob ein bestimmter sozialer Status durch spezifische epigenetische Muster widergespiegelt wird.

Adaptive genetische Variation bei Marderarten

Sogar eng verwandte Arten unterscheiden sich in der Anzahl der Gene, die in ihren Genomen enthalten sind. Wir untersuchen diese Form der genomischen Variation im Zusammenhang mit adaptiven Veränderungen (z.B. Anpassung an Lebensraum).

Malaienbär Naturschutzgenetik und  -genomik

Der Malaienbär Helarctos malayanus ist eine stark gefährdete Bärenart und wird trotz ernsthafter Naturschutzbedenken von der IUCN mit Besorgnis als die "am wenigsten untersuchte Bärenart" eingestuft. In diesem Projekt wenden wir eine Vielzahl genetischer und genomischer Techniken an, um die laufenden Artenschutzmaßnahmen für diese bedrohte Art mit neuen molekularen Werkzeugen zu unterstützen.

Monitoring der Berliner Tierwelt mittels Erbgutanalyse von Blutproben aus Mücken und Fliegen

Ziel des Projektes ist es, das Vorkommen und die Verteilung der Berliner Tierwelt mit berührungsfreien Methoden zu untersuchen. Wir sammeln Fliegen und Mücken, die sich von Wirbeltierblut ernähren, in und um Berlin, in Parks und Grünanlagen. Die daraus gewonnenen Blutproben der Wirbeltiere werden auf ihre Erbgutbestandteile untersucht.

Simulationsmodellierung zum besseren Verständnis von demografischen und genetischen Veränderungen bei wachsenden Wildtierpopulationen

Populationswachstum wird durch demografische Prozesse bewirkt, die schwer zu erfassen sind: sie sind eng miteinander verzahnt und unterliegen komplexen Wechselwirkungen. Auf der Grundlage der Daten einer mehr als 22 Jahre andauernden Untersuchung der Tüpfelhyänenpopulation (Crocuta crocuta) im Ngorongoro-Krater in Tansania soll mittels eines Individuen-basierten Simulationsmodells erforscht werden, wie (und welche) demografische Prozesse Populationswachstum ermöglichen, wie sie es begrenzen und welche evolutiven Konsequenzen dies nach sich zieht.

Genomanalysen zur Untersuchung artübergreifender Paarung bei Meeresschildkröten

Einige Populationen von an der brasilianischen Küste vorkommenden Meeresschildkrötenarten hybridisieren sehr häufig miteinander (Nachkommen zwischen Arten). Unter Einsatz moderner Genomanalysemethoden haben wir untersucht wie hoch das Ausmaß dieser Hybridisierungen ist, um die möglichen schädlichen Auswirkungen in der Hybrid-Nachkommenschaft einschätzen und Maßnahmen für den Schutz der Meeresschildkröten ableiten zu können.

Projekt "Anatolischer Luchs"

Eine Übertragung von Erkenntnissen zwischen in unterschiedlichen ökologischen Kontexten lebenden Populationen einer Art können sich als irreführend für die Erhaltung von lokal angepassten Populationen erweisen. Wir konnten bereits zeigen, dass in der anatolischen Türkei lebende Population des Eurasischen Luchses eine lokal angepasste Futterökologie sowie morphologische und Verhaltensunterschiede zu anderen Europäischen Luchspopulationen aufweisen. Diese Unterschiede charakterisieren den anatolischen Luchs eher als einen an Lagomorphen (Hasen und Kaninchen) angepassten Meso-Karnivoren, der in hoher Dichte und genetisch vielfältigen Populationen lebt. Dieses Projekt zielt darauf ab, eine umfassende Datengrundlage für die Erhaltung dieser einzigartigen Luchspopulation zu bilden und ein Modell für die Erhaltung anderer Raubtierarten in der Türkei zu schaffen.

Modellierung genetischer Prozesse zur Unterstützung von Schutzmaßnahmen für den Eurasischen Luchs

Das längerfristige Überleben ausgewilderter Populationen des Eurasischen Luchses (Lynx lynx) ist durch deren geringe genetische Diversität in Frage gestellt. Ein bereits vorhandenes Modell zur Simularion von Populationsentwicklungen wird deshalb so weiterentwickelt, dass die individuellen Genotypen der Populationsmitglieder berücksichtigt werden können, was letzendlich zur Verbesserung der genetischen Vielfalt der mitteleuropäischen Luchs-Metapopulation beitragen soll.

Energiebedarf bei Ausdauer

Säugetiere, die hochintensive Ausdauerübungen „betreiben“, erreichen nach Aufbrauchen ihrer Kohlehydratreserven einen Punkt plötzlicher Erschöpfung. Zugvögeln auf Langstreckenflügen passiert dies nicht, sie verbrennen Fett. Woher nehmen migrierende Fledermäuse die Energie für ihre Langstreckenflüge? Haben sie auch Fettreserven? Oder müssen sie unterwegs ständig Nahrung aufnehmen

Die Bedeutung repetitiver Genombereiche in der Evolution der Meeresschildkröten

Die Erforschung funktioneller und ökologischer Unterschiede zwischen Meeresschildkröten ist schwierig, weil deren Genome nur wenige Unterschiede aufweisen. Wir nutzen das Erstellen des vollständigen Genoms der Grünen Meeresschildkröte (in Chromosomen-Darstellung) zur Entwicklung bioinformatischer Such-Werkzeuge für genom-weite Unterschiede (z.B. repetitive Bereiche), die auch bei anderen, gleichfalls wenige Unterschiede aufweisenden Arten genutzt werden können.

Wie Blutegel dabei helfen können, die historische Ausbreitung des seltenen und bedrohten Annamite-Streifenkaninchens aufzuklären

Die meisten Wirbeltierarten stehen, zumindest was ihr Blut angeht, auf der Speiseliste blutsaugender Egel. Hier nutzen wir die aus den Egeln gewonnene DNA, genauer gesagt die DNA aus dem Blut der Wirtstiere, an denen die Egel gesaugt haben, um das Verteilungsmuster einer sehr seltenen und bedrohten Lagomorphen-Art, des Annamite Streifenkaninchens (Nesolagus timminsi) aufzuklären, einer Art, die nur in den Annamite-Bergen (Vietnam, Laos, Kambodscha) vorkommt.

Projekte der Abteilung für Wildtierkrankheiten

Abteilung für Wildtierkrankheiten

Erforschung von Wildtierkrankheiten für den Artenschutz

Die Abteilung für Wildtierkrankheiten erforscht Krankheiten, die für freilebende und in Menschenhand lebende Wildtiere relevant sind. Wir untersuchen die evolutionären, ökologischen und anthropogenen Faktoren, die die Anpassung von Krankheitserregern sowie die Variabilität der Wirtsreaktionen auf verschiedene Wildtierkrankheiten vorantreiben. So können wir artspezifische Faktoren von den allgemeinen Prinzipien der Infektionsbiologie unterscheiden. Wir arbeiten interdisziplinär in den Bereichen Bakteriologie, Immunologie, Parasitologie, Pathologie, Toxikologie und Virologie. Zusätzlich bieten wir diagnostische und forschungsorientierte Dienstleistungen, insbesondere Bakteriologie und Pathologie, für interne und externe Partner an. >> Mehr Informationen

Charakterisierung der retroviralen Keimbahninvasionen am Modell des Koala-Retrovirus

Wir nutzen das Koala-Retrovirus, um zu verstehen, wie Viren, insbesondere Retroviren, einen großen Teil des Genoms von Wirbeltieren geformt haben, welche Folgen dieser Prozess für den Wirt hat und um Abwehrmechanismen des Wirts zu identifizieren.

Gesundheitszustand und Krankheiten in der mitteleuropäischen Tieflandwolfpopulation

Wölfe in Deutschland befinden sich überwiegend im Spannungsfeld von Jägern, Vieh- und Schafszüchtern, Naturschutzvereinen, Politik und der allgemeinen Öffentlichkeit. Das Leibniz-IZW liefert evidenzbasierte Forschungsergebnisse, die die Grundlage für das Wolfsmanagement in Deutschland bilden.

Öko-Immunologie von Karnivoren mit geringer immun-genetischer Diversität

In diesem Projekt untersuchen wir den Immunphänotyp sowie die Parasiten und Krankheitserreger von zwei Katzenarten, dem Geparden (Acinonyx jubatus) und dem Iberischen Luchs (Lynx pardinus).

Übertragung von Krankheitserregern in der Umwelt

In diesem Projekt untersuchen wir, ob Wasser unter den Bedingungen des saisonalen Wassermangels als viraler Vektor für Säugetiere wirken kann. Wir untersuchen Wasser ebenso als nicht-invasive Ressource zur Identifizierung und Charakterisierung von Wirt und Virus.

Krankheiten bei Wildtieren aus Deutschland

Unsere Forschung verbindet pathologische und mikrobiologische Untersuchungen von verstorbenen Wildtieren in Deutschland, um wichtige Erkenntnisse über den Gesundheitszustand und das Vorkommen von Infektionserregern bei einheimischen Arten zu erhalten.

Aufkommende bakterielle Infektionserreger

In diesem Projekt führen wir Querschnittsstudien an neuartigen Bakterienstämmen durch, die aus Wildtieren isoliert wurden, um ihre Bedeutung und Anpassungsfähigkeit an bestimmte Wirte zu verstehen und Lösungen für eine sichere Identifizierung zu bieten. Unsere Forschung bündelt die Expertisen von Veterinärpathologen und Mikrobiologen von veterinärmedizinischen Universitäten, nationalen Referenzlaboratorien und Landeslaboratorien.

Leibniz-Forschungsverbund „Infections’21” – Wasser als Vektor für die Übertragung von Krankheitserregern

Der Leibniz-Forschungsverbund Infections’21 untersucht die für das 21. Jahrhundert relevanten Übertragungswege von Krankheitserregern. Im Rahmen dieses Verbundes erforschen wir Wasser als Übertragungsweg.

Seeadler Gesundheitsmonitoring

Der größte Adler Europas reagiert empfindlich auf Umweltbelastungen und wird daher in seiner Gesundheit und Populationsentwicklung überwacht.

Gesundheit von Karnivoren in der Arktis

Die Arktis ist eine der am stärksten vom Klimawandel betroffenen Regionen, erste Anzeichen dafür wurden bereits in den 1980er Jahren festgestellt. Die Informationen über den Gesundheitszustand der Wildtierpopulationen sind jedoch immer noch begrenzt und erfordern eine kontinuierliche Überwachung.

Fledermaus-Immunologie

Die Gruppe der Fledertiere (Chiroptera) ist nach den Nagetieren die zweitgrößte Säugetiergruppe. Fledermäuse haben einzigartige physiologische Anpassungen mit Relevanz für ihre Krankheitsanfälligkeit und Reservoir-Kompetenz. In diesem Projekt zielen wir darauf ab, die Faktoren zu beschreiben und zu verstehen, die die Variabilität der Fledermausimmunität innerhalb und zwischen den Arten beeinflussen.

AMIKOS – Antimikrobielle Konzepte für künstliche Besamungen

AMIKOS ist ein Drittmittel gefördertes Verbundprojekt mit dem Ziel, ein praxisrelevantes Konzept für eine Niedrigtemperatur-Lagerung von flüssig konserviertem Ebersperma zu entwickeln, das künstliche Besamungen ohne die Verwendung von Antibiotika ermöglicht. Die Projektpartner bündeln in diesem Ansatz ihre langjährige Erfahrung in den Gebieten der Spermatologie, der Mikrobiologie, der Reproduktionsmedizin und Technologie.

Aufkommende Viren im Amazonasbecken

Das Projekt "WildEmerg" untersucht das Vorkommen, die Verbreitung und Diversität von Viren in südamerikanischen Wildtieren und Moskitos.

Pleistozäne Immungenetik

Wir verwenden alte DNA, um die evolutionäre Dynamik von Immungenen in Wollmammuts zu verstehen und nach Signaturen der Selektion zu suchen, die möglicherweise auf das Auftauchen von Krankheitserregern zu der Zeit hinweisen, als die Mammutpopulationen zurückgingen, was schließlich zu ihrem Aussterben führte.

 
Projekte der Abteilung für Reproduktionsbiologie

Abteilung für Reproduktionsbiologie

Verständnis von Fortpflanzungseigenschaften und -strategien zum Nutzen des Artenschutzes

Die Abteilung für Reproduktionsbiologie erforscht fortpflanzungsspezifische Anpassungen und den Einfluss von Umweltfaktoren auf die Fertilität. Wir untersuchen die Entstehung und Reifung von Keimzellen, ihre funktionellen Wechselwirkungen im männlichen und weiblichen Genitaltrakt sowie die hormonelle Regulation von Fortpflanzungsprozessen. Außerdem zielt unsere Forschung auf die Langzeitkonservierung von Keimzellen und -geweben, sowie auf die Bestimmung von Hormonen in diversen Substraten, wie Serum, Kot, Urin, Haaren und Zellkulturmedien. Wir wenden moderne Methoden der Zellbiologie, Biochemie, Endokrinologie und chemischen Analytik an. Unser Expertenwissen vermitteln wir in Workshops, Summer-Schools und auf selbst- und mitorganisierten Konferenzen an den wissenschaftlichen Nachwuchs und Praktikerinnen und Praktiker weiter.  >> Mehr Informationen

Reproduktionsbiologie von Luchsen – Grundlagen für die Erhaltungszucht des Iberischen Luchses

Luchse sind die größten Raubkatzen Europas und haben als Beutegreifer eine wichtige Rolle in natürlichen Ökosystemen und für den Erhalt der Biodiversität inne. Der ausschließlich auf der Iberischen Halbinsel vorkommende Pardelluchs (Lynx pardinus Temminck 1827) galt lange als die am höhsten bedrohte Katzenart weltweit. Mit unserer Forschung zur Fortpflanzungsbiologie von Luchsen konnten wir maßgeblich die Zucht der Pardelluchse für die Wiederansiedlung unterstützen und damit einen Beitrag zur lokalen biologischen Vielfalt leisten.

Biobanking als Grundlage für assistierte Reproduktionstechniken

Assistierte Fortpflanzungstechniken helfen bei der Erhaltung der Artenvielfalt. Insbesondere die Kryokonservierung von Gameten ist eine wichtige Voraussetzung zur Erhaltung der genetischen Variabilität von Wildtierpopulationen sowie zur Unterstützung von Zuchtprogrammen in Zoos.

Wildtierendokrinologie

Wildtierendokrinologie basiert weitgehend auf dem nicht-invasiven Monitoring von Geschlechtshormonen und von Hormonen der Nebenniere in leicht zugänglichen Subtraten, wie Kot, Urin, Haaren. Unser Labor befasst sich mit Testentwicklung und -validierung bei einer Vielzahl von Wildtieren und kooperiert mit vielen Forschungsprojekten am IZW und darüberhinaus.

Funktionelle Biodiversität von Zellen des Reproduktionssystems

Die Herausbildung verschiedener Reproduktionsstrategien im Verlauf der Evolution bedingt eine ausgeprägte Artspezifität reproduktiver Prozesse. Auch in Abhängigkeit von Entwicklung, Zyklus oder Saisonalität können Zellen des Reproduktionstraktes innerhalb einer Spezies eine unterschiedliche Funktionalität aufweisen. Durch die Analyse der zugrundeliegenden zellulären und molekularen Prozesse wollen wir funktionelle Anpassungen im Reproduktionsgeschehen besser verstehen.

Signaturen weiblicher/männlicher Fruchtbarkeit

Durch den Vergleich der Genome von Hochfruchtbarkeits-Mäusen mit denen von nicht-selektierten Mauslinien sollen genetische Signaturen hoher Fruchtbarkeit identifiziert werden. Ob diese Signaturen auch in anderen Säugetierarten auftreten, wird durch Analyse von Schweine- und Löwen-Genomen untersucht. Der Beitrag der Männchen wird durch Analyse von Spermienparametern erforscht.

Paternale epigenetische Effekte

Vererbbare genetische Veränderungen oder generationsübergreifende Effekte sind das Resultat der Verankerung epigenetischer Marker im Genom von Gameten als Folge von Umwelteinflüssen. Um paternale Effekte auf die nächste Generation nachzuweisen, untersuchten wir an Wildmeerschweinchen (Cavia aperea), ob Änderungen der Umweltbedingungen zu veränderten Methylierungsmustern im Gewebe bei Vätern und deren Söhnen führen.

Projekte der Abteilung für Reproduktionsmanagement

Abteilung für Reproduktionsmanagement

Erforschung und Entwicklung neuer Reproduktionstechnologien für den Artenschutz

Die Abteilung für Reproduktionsmanagement untersucht Fortpflanzungsstrategien und vom Menschen verursachte Fortpflanzungsstörungen bei freilebenden und in Menschenhand gehaltenen Wildtieren. Durch intensive Nutzung bildgebender Verfahren und Weiterentwicklung assistierter Reproduktionstechnologien und stammzell-assoziierter Techniken entwickeln wir neue Artenschutzstrategien. Unsere Forschungsaktivitäten beinhalten auch ethische und Tierschutz-Aspekte. Unsere Abteilung ist verantwortlich für die Einhaltung der „guten tierärztlichen Praxis“ bei allen Tierversuchen des IZW. Darüber hinaus bieten wir forschungsassoziierte veterinärmedizinische Unterstützung für Zoos, Wildtierrettungs- und Rehabilitationszentren an. >> Mehr Informationen

BioRescue – Fortschrittliche Reproduktionstechnologien zur Rettung von stark gefährdeten Säugetieren wie dem nördlichen Breitmaulnashorn

Es gibt nur noch zwei nördliche Breitmaulnashörner auf der Welt, beide sind weiblich. Kann man diese Tiere noch vor dem Aussterben retten? Zusammen mit internationalen Partnern aus Wissenschaft und Artenschutz will das BioRescue-Konsortium durch die Entwicklung fortschrittlicher Methoden der assistierten Reproduktion (aART) und Stammzell-assoziierter Techniken (SCAT) das scheinbar Unmögliche möglich machen.

Der Nacktmull – Eine alternative Modelltierart für die biomedizinische Alternsforschung

Nacktmulle (Heterocephalus glaber) werden kaum zu den schönsten Tieren gezählt, haben dafür aber ein außergewöhnliches Fortpflanzungssystem, bekommen fast nie Krebs, kommen überraschend lange ohne Sauerstoff aus und werden in Hinblick auf ihre Körpergröße (gesund) uralt. Welche Mechanismen liegen diesen beneidenswerten Fähigkeiten zugrunde?

Stärkung wissenschaftsbasierter Ansätze im Tierschutz von Wildtieren

Das Leibniz-IZW leistet mit seiner Expertise im Wildtierschutz einen Beitrag für die sach- und artgerechte Haltung von Tieren in menschlicher Obhut und darüber hinaus und entwickelt wissenschaftsbasierte Methoden und Ansätze dafür weiter.

Translationale Forschung zur Entwicklung assistierter Reproduktionstechnologien für gefährdete Säugetiere

Das EUROVA-Konsortium entwickelt neue Techniken und Methoden für die In-vitro-Maturation (IVM) von Eizellen, die In-vitro-Fertilisation (IVF) und die In-vitro-Kultur (IVC) von Embryonen. Diese könnten als Artenschutzinstrumente für hoch bedrohte Säugetiere, z.B. für die vom Aussterben bedrohte Familie der Nashörner dienen.

Pandazucht – Brückenschlag zwischen Reproduktionsbiologie und innovativen Techniken der assistierten Reproduktion

Wir gehen den Geheimnissen der Reproduktionsbiologie von Großen Pandas - insbesondere der Regulierung der Diapause - auf den Grund. Dabei setzen wir assistierte Reproduktionstechniken (ART) und anschließende In-vitro-Modellierung ein. Das erworbene Wissen soll dazu dienen, den Embryotransfer bei pseudoträchtigen Weibchen zu entwickeln.

Frozen Dumbo – Erste umfangreiche Samenbank für wilde afrikanische Elefanten und andere bedrohte Tierarten

In diesem Projekt werden Techniken der künstlichen Besamung und Kryokonservierung von Sperma des afrikanischen und asiatischen Elefanten weiterentwickelt. Mittels dieser Methoden können Populationen der in Gefangenschaft oder isoliert lebenden wilden Elefanten bereichert werden, ohne Individuen aus ihrem natürlichen Lebensraum zu entfernen.

Auf dem Weg zur nächsten Stufe des Biobankings

Während die Artenvielfalt mit alarmierender Geschwindigkeit abnimmt, tragen Kryobanken zur Erhaltung der „Bibliothek des Lebens“ bei. Unsere umfassende Bio-Kryobank, die nicht nur Gewebe, sondern auch Gameten, Fibroblasten, induzierte pluripotente Stammzellen, embryonale Stammzellen und Embryonen umfasst, soll zu einem automatisierten, vollständig digitalisierten System ausgebaut werden.

Computertomographie in Wildtiermedizin und -forschung für den Artenschutz

Computertomographie am Leibniz-IZW - ein ungewöhnlicher Einblick in Wildtiere und Fossilien: mit modernster Bildgebung, von klassischer Darstellung der Morphologie bis zur Visualisierung dynamischer Prozesse, beantworten wir sowohl klinische als auch wissenschaftliche Fragen zu Tierschutz, veterinärmedizinischer Diagnostik und Grundlagenforschung.

Projekte der Abteilung für Ökologische Dynamiken

Abteilung für Ökologische Dynamik

Verständnis ökologischer Dynamiken in Raum und Zeit

Die Abteilung für Ökologische Dynamik erforscht, wie sich Individuen, Populationen oder Artengemeinschaften in Raum und Zeit und unter verschiedenen von Menschen gemachten Umweltbedingungen verhalten und verändern. Wir möchten verstehen, was die Überlebensfähigkeit von Tieren und ihren Populationen entlang eines Gradienten durch den Menschen veränderter Landschaften und Lebensräume beeinflusst. Durch computergestützte Modellierungen und dynamische Simulationen möchten wir sowohl Theorien als auch Konzepte der ökologischen und evolutionären Wildtierforschung vorantreiben. Basierend auf unseren Modellen entwickeln wir Vorhersagen und entwerfen Konzepte für den Natur- und Artenschutz auf Landschaftsebene. Dafür arbeiten wir intensiv mit lokalen Interessengruppen und Naturschutzakteuren zusammen. >> Mehr Informationen

Stabilität von Wildtieren unter globalen Veränderungen und über Organisationsebenen hinweg

Um zu verstehen, wie Populationen und Artengemeinschaften auf globale Veränderungen reagieren, untersuchen wir, in wieweit ihre Eigenschaften und ihre Stabilität durch Störungen beeinträchtigt werden.

Prioritäten für den Artenschutz im Truong-Son-Gebirge in Vietnam und Laos

Die außerordentliche Biodiversität und Endemismus des Truong-Son Gebirges in Vietnam und Laos ist durch illegale Jagd extrem gefährdet. Wir nutzen neueste Methoden der systematischen Biodiversitätserfassung und statistische Modellierung um die letzten Rückzugsgebiete der Artenvielfalt zu identifizieren.

Gesundheit, Demographie, ökologische Dynamiken und anthropogene Effekte bei Tüpfelhyänen im Serengeti-Nationalpark

Seit 1987 untersuchen wir das Verhalten, die Ökologie und die Gesundheit von gefleckten Hyänen (Crocuta crocuta) im Serengeti-Nationalpark und verfügen derzeit über detaillierte Informationen zu mehr als 2300 Individuen aus drei Clans.

Populationsdynamiken und Artenschutz großer Raubtiere in vom Menschen geprägten Landschaften

Große Raubtiere tuen sich in einer Mensch-dominierten Umwelt schwer. Wir nutzen Individuen-basierte Modelle um ihre Populationsgenetik, ihre Populationsdynamiken und letztlich ihre Überlebensfähigkeit zu analysieren.

Epigenetische Stabilität und Plastizität sozialer Umwelteinflüsse

Epigenetische Modifikationen fungieren als flexible Mechanismen, um die Anpassungsfähigkeit an Umweltveränderungen zu erhöhen. Derartige Veränderungen können auch die soziale Umwelt betreffen. Daher interessiert uns die Frage, ob ein bestimmter sozialer Status durch spezifische epigenetische Muster widergespiegelt wird.

Theorien und Methoden in der Ökologie und Evolutionsbiologie

Wir sind ständig dabei unser analytisches Handwerkszeug zu verbessern, indem wir Methoden zur Dantensammlung, Datenmanagement und Datenanalyse neu entwickeln und verfeinern.

Dynamiken von Wildtierkrankheiten: Verknüpfungen von Eigenschaften von Wirten und Pathogenen

Pathogene sind ein integraler Teil der Biodiversität, sie beeinflussen Populationsdynamiken ihrer Wirte und spielen eine wesentliche Rolle darin Artengemeinschaften zu formen. Wir untersuchen welchen Einfluss die unterschiedlichen Bewegungsmuster und Lebensstrategien von Arten auf Ausbreitung von Krankheiten, deren Persistenz und Evolution hat.

Säugetiervielfalt in forstwirtschaftlich genutzten tropischen Regenwäldern auf Borneo, Malaysia

In den letzten Jahrzehnten hat malaiisch Borneo große Verluste an Regenwald durch Degradation und nicht-nachhaltige Nutzung verloren. Wir untersuchen wie die tierische Artenvielfalt davon beeinflusst wird und versuchen dazu beizutragen die derzeitigen in Nutzung befindlichen Waldgebiete nachhaltiger zu nutzen.

Urbane Wildtierökologie: Wie reagieren Tiere auf neuartige Umwelten?

Städtische Lebensräume bieten Wildtieren Herausforderungen aber auch Chancen. Wir untersuchen wie sich unsere wilden Mitbewohner in urbanen Raum schlagen, wie sie ihn nutzen und was sie brauchen.

 

Projekte, sortiert nach Leistungszielen

Leistungsziel Merkmale

Verständnis von Merkmalen und evolutionären Anpassungen

Der Forschungsfokus auf Merkmale und evolutionäre Anpassungen ist ein essenzieller Bestandteil des Leibniz-IZW-Forschungsprogramms und trägt maßgeblich zur Mission einer evolutionären Wildtierforschung für den Artenschutz bei. Mit der Mission arbeiten wir auf die Vision des Verständnisses und der Verbesserung der Anpassungsfähigkeit von Wildtieren im Kontext des globalen Wandels hin.

Dieses Leistungsziel liefert wichtige Erkenntnisse darüber, ob, mit welchen Mechanismen und mit welchen Konsequenzen Wildtierpopulationen auf natürliche und anthropogene Herausforderungen reagieren, welches genetische Potenzial und welche reproduktiven, physiologischen, immunologischen, ökologischen oder verhaltensmäßigen Reaktionsnormen sie besitzen, um Herausforderungen erfolgreich zu bewältigen. Dies berücksichtigt auch die Hindernisse und Widersprüche in den Reaktionen, die adäquate Antworten auf Prozesse des Umweltwandels erschweren. Ebenso beziehen wir zeitliche Perspektiven ein – etwa in der Frage, inwieweit sich Reaktionen in Abhängigkeit von Dauer und Geschwindigkeit des Wandels unterscheiden. Wir nutzen Erkenntnisse über vergangene evolutionäre Anpassungsprozesse, um die Reaktionen der Wildtiere vorherzusagen. Dazu gehört auch das Verständnis der Evolution wichtiger Krankheitserreger von Wildtieren.

Vergleichende Umwelt-Epigenetik bei Wildtieren

Epigenetische Veränderungen fungieren als flexible Mechanismen, die die Anpassungsfähigkeit an Umweltveränderungen erhöhen. Bisher wurden jedoch hauptsächlich Mütter und deren Nachwuchs untersucht. In unserer Studie untersuchen wir paternal übertragene epigenetische Effekte und fragen außerdem, ob unterschiedliche Umweltveränderungen unterschiedliche oder ähnliche Reaktionen hervorrufen.

Charakterisierung der retroviralen Keimbahninvasionen am Modell des Koala-Retrovirus

Wir nutzen das Koala-Retrovirus, um zu verstehen, wie Viren, insbesondere Retroviren, einen großen Teil des Genoms von Wirbeltieren geformt haben, welche Folgen dieser Prozess für den Wirt hat und um Abwehrmechanismen des Wirts zu identifizieren.

Funktionelle Biodiversität von Zellen des Reproduktionssystems

Die Herausbildung verschiedener Reproduktionsstrategien im Verlauf der Evolution bedingt eine ausgeprägte Artspezifität reproduktiver Prozesse. Auch in Abhängigkeit von Entwicklung, Zyklus oder Saisonalität können Zellen des Reproduktionstraktes innerhalb einer Spezies eine unterschiedliche Funktionalität aufweisen. Durch die Analyse der zugrundeliegenden zellulären und molekularen Prozesse wollen wir funktionelle Anpassungen im Reproduktionsgeschehen besser verstehen.

BioRescue – Fortschrittliche Reproduktionstechnologien zur Rettung von stark gefährdeten Säugetieren wie dem nördlichen Breitmaulnashorn

Es gibt nur noch zwei nördliche Breitmaulnashörner auf der Welt, beide sind weiblich. Diese Tiere vor dem Aussterben zu retten, scheint unter diesen Umständen unmöglich. Zusammen mit internationalen Partnern aus Wissenschaft und Artenschutz will das BioRescue-Konsortium das scheinbar Unmögliche möglich machen und entwickelt fortschrittliche Methoden der assistierten Reproduktion (aART) und Stammzell-assoziierte Techniken (SCAT). Diese neuen Methoden werden sofort als neue wissenschaftsbasierte Interventionen im Artenschutz umgesetzt.

Stabilität von Wildtieren unter globalen Veränderungen und über Organisationsebenen hinweg

Um zu verstehen, wie Populationen und Artengemeinschaften auf globale Veränderungen reagieren, untersuchen wir, in wieweit ihre Eigenschaften und ihre Stabilität durch Störungen beeinträchtigt werden.

Die Bewegungsökologie Großer Abendsegler (Nyctalus noctula) in anthropogenen Landschaften

Die Forschung dieses Projekts widmet sich den Fragen, wie hochmobile Arten wie der Große Abendsegler (Nyctalus noctula) im Agrarland oder in städtischen Räumen überleben und welche Faktoren das individuelle Verhalten sowie die lokalen Bestände beeinflussen.

Die genomische Basis der konvergenten Evolution in modernen Faultieren

Faultiere hängen an Bäumen aufgrund von Veränderungen, die für die beiden bestehenden Faultierlinien unabhängig voneinander eingetreten sind. Die bisher nicht bekannte genetische Grundlage der konvergenten anatomischen und physiologischen Veränderungen soll durch den Vergleich qualitativ hochwertiger ganzer Genomsequenzen von lebenden Faultieren untersucht werden soll.

Gesundheitszustand und Krankheiten in der mitteleuropäischen Tieflandwolfpopulation

Wölfe in Deutschland befinden sich überwiegend im Spannungsfeld von Jägern, Vieh- und Schafszüchtern, Naturschutzvereinen, Politik und der allgemeinen Öffentlichkeit. Das Leibniz-IZW liefert evidenzbasierte Forschungsergebnisse, die die Grundlage für das Wolfsmanagement in Deutschland bilden.

Der Nacktmull – Eine alternative Modelltierart für die biomedizinische Alternsforschung

Wir untersuchen die evolutionären Anpassungen unterschiedlicher Altersstrategien anhand von Nicht-Modell-Tierarten, insbesondere dem Nacktmull (Heterocephalus glaber). Am Leibniz-IZW halten und züchten wir in 12 Kolonien ca. 400 Individuen dieser eusozialen, etwa mausgroßen Nagetiere. Nacktmulle verfügen über eine außergewöhnliche Krebs- und Hypoxietoleranz und ein einzigartiges Reproduktionssystem. Gemeinsam mit einem interdisziplinären Netzwerk an Kooperationspartnern des Leibniz Forschungsverbundes ‚Gesundes Altern‘ untersuchen wir die zugrundeliegenden physiologischen Prozesse auf transkriptioneller, biochemischer und verhaltensbiologischer Ebene.

Verhaltensökologie und Evolutionsbiologie der Tüpfelhyänen-Population des Ngorongoro-Krater

Wie – und wie gut – reagieren gruppenlebende Tiere auf soziale und ökologische Veränderungen? Um dieser Frage nachzugehen, untersuchen wir die Evolution von Sozialverhalten sowie Verhaltens- und Evolutionsprozesse, die die Lebensgeschichte und die Fitness gruppenlebender Tiere prägen anhand einer gesamten Population wildlebender Tüpfelhyänen (acht Gruppen, mehr als 2500 Individuen), die wir seit 1996 beobachten und für die wir einen fast vollständigen genetischen Stammbaum über neun Generationen erstellt haben.

Öko-Immunologie von Karnivoren mit geringer immun-genetischer Diversität

In diesem Projekt untersuchen wir den Immunphänotyp sowie die Parasiten und Krankheitserreger von zwei Katzenarten, dem Geparden (Acinonyx jubatus) und dem Iberischen Luchs (Lynx pardinus).

Gesundheit, demographie, ökologische Dynamiken und anthropogene Effekte bei Tüpfelhyänen im Serengeti-Nationalpark

Seit 1987 untersuchen wir das Verhalten, die Ökologie und die Gesundheit von gefleckten Hyänen (Crocuta crocuta) im Serengeti-Nationalpark und verfügen derzeit über detaillierte Informationen zu mehr als 2300 Individuen aus drei Clans.

WTimpact – Citizen Science als Instrument für den Wissenstransfer

In diesem interdisziplinären Projekt untersuchen wir welche Faktoren das Lernen und die emotionale Einstellung von Teilnehmenden an Citizen Science-Projekten beeinflussen. Wir wollen herausfinden, ob Bürgerwissenschaft als Instrument für den Wissenstransfer genutzt werden kann, und welche Erfolgsfaktoren dabei wichtig sind.

 

Weitere Projekte:

Evidenzbasierter Arten- und Habitatschutz am Beispiel von asiatischen und afrikanischen Nashörnern

Übertragung von Krankheitserregern in der Umwelt

Funktionelle Biodiversität von Zellen des Reproduktionssystems

Europäisches Ausbildungsnetz für Forschung und Innovation in der Eizellbiologie (EUROVA), Translationale Forschung zur Entwicklung assistierter Reproduktionstechnologien für gefährdete Säugetiere

Physiologie, Ökologie und Schutz von migrierenden Fledermäusen

Adaptive genetische Variation bei Mustelidarten

Signaturen weiblicher/männlicher Fruchtbarkeit – Einsatz von Hochfruchtbarkeitszuchtlinien zur Entschlüsselung der genetischen Grundlage hoher Reproduktionsleistung (SOS-FERT)

Physiologie, Genetik, Verhalten und Schutz urbaner und suburbaner Igel-Populationen in Berlin

Epigenetische Stabilität und Plastizität sozialer Umwelteinflüsse

Frozen Dumbo – Etablierung der ersten großen Kryo-Samenbank für wildlebende Afrikanische Elefanten und andere gefährdete Arten

Die Wirkung von künstlichem Licht auf nachtaktive Säugetiere

Der Ursprung der letzten Wildpferde

Leibniz-Forschungsverbund „Infections’21” – Wasser als Vektor für die Übertragung von Krankheitserregern

Auf dem Weg zur nächsten Stufe des Biobankings

Dynamiken von Wildtierkrankheiten: Verknüpfungen von Eigenschaften von Wirten und Pathogenen

Gute Fortpflanzung und Gesundheit in einer genetisch verarmten Art, dem Gepard

Seeadler Gesundheitsmonitoring

Energie für Ausdauerleistungen: Welchen Treibstoff nutzen migrierende Fledermäuse?

Urbane Wildtierökologie: Wie reagieren Tiere auf neuartige Umwelten?

Fledermaus-Immunologie

Aufkommende Viren im Amazonasbecken

Pleistozäne Immungenetik

Leistungsziel Gesundheit

Verständnis von Wildtiergesundheit und gestörter Homeostase

Der Forschungsfokus auf Wildtiergesundheit ist ein essenzieller Bestandteil des Leibniz-IZW-Forschungsprogramms und trägt maßgeblich zur Mission einer evolutionären Wildtierforschung für den Artenschutz bei. Mit der Mission arbeiten wir auf die Vision des Verständnisses und der Verbesserung der Anpassungsfähigkeit von Wildtieren im Kontext des globalen Wandels hin.

Für die Widerstandsfähigkeit von Wildtieren gegenüber Umweltveränderungen und die Grenzen von Anpassungsfähigkeit spielen Gesundheitsstatus, Belastungszustände und Krankheiten eine wichtige Rolle. Die Wechselbeziehungen von Krankheitserregern und Wirtsorganismen beeinflussen Wildtiere in ihrer gesamten Lebensgeschichte. Aufgrund des gegenwärtigen globalen Wandels sind Wildtierpopulationen einer Vielzahl neuer Krankheitserreger und Übertragungswege ausgesetzt und müssen gleichzeitig anthropogene Herausforderungen bewältigen, die zusätzliche Belastungen erzeugen und sie für Krankheiten anfälliger machen können. Wir erforschen, wie Wildtiere mit „Stressbelastungen“, Infektions- und anderen Krankheiten umgehen und wie diese Reaktion durch Umweltveränderungen beeinflusst wird.

Vergleichende Umwelt-Epigenetik bei Wildtieren

Epigenetische Veränderungen fungieren als flexible Mechanismen, die die Anpassungsfähigkeit an Umweltveränderungen erhöhen. Bisher wurden jedoch hauptsächlich Mütter und deren Nachwuchs untersucht. In unserer Studie untersuchen wir paternal übertragene epigenetische Effekte und fragen außerdem, ob unterschiedliche Umweltveränderungen unterschiedliche oder ähnliche Reaktionen hervorrufen.

Charakterisierung der retroviralen Keimbahninvasionen am Modell des Koala-Retrovirus

Wir nutzen das Koala-Retrovirus, um zu verstehen, wie Viren, insbesondere Retroviren, einen großen Teil des Genoms von Wirbeltieren geformt haben, welche Folgen dieser Prozess für den Wirt hat und um Abwehrmechanismen des Wirts zu identifizieren.

Gesundheitszustand und Krankheiten in der mitteleuropäischen Tieflandwolfpopulation

Wölfe in Deutschland befinden sich überwiegend im Spannungsfeld von Jägern, Vieh- und Schafszüchtern, Naturschutzvereinen, Politik und der allgemeinen Öffentlichkeit. Das Leibniz-IZW liefert evidenzbasierte Forschungsergebnisse, die die Grundlage für das Wolfsmanagement in Deutschland bilden.

Verhaltensökologie und Evolutionsbiologie der Tüpfelhyänen-Population des Ngorongoro-Krater

Wie – und wie gut – reagieren gruppenlebende Tiere auf soziale und ökologische Veränderungen? Um dieser Frage nachzugehen, untersuchen wir die Evolution von Sozialverhalten sowie Verhaltens- und Evolutionsprozesse, die die Lebensgeschichte und die Fitness gruppenlebender Tiere prägen anhand einer gesamten Population wildlebender Tüpfelhyänen (acht Gruppen, mehr als 2500 Individuen), die wir seit 1996 beobachten und für die wir einen fast vollständigen genetischen Stammbaum über neun Generationen erstellt haben.

Öko-Immunologie von Karnivoren mit geringer immun-genetischer Diversität

In diesem Projekt untersuchen wir den Immunphänotyp sowie die Parasiten und Krankheitserreger von zwei Katzenarten, dem Geparden (Acinonyx jubatus) und dem Iberischen Luchs (Lynx pardinus).

Wildtierendokrinologie

Wildtierendokrinologie basiert weitgehend auf dem nicht-invasiven Monitoring von Geschlechtshormonen und von Hormonen der Nebenniere in leicht zugänglichen Subtraten, wie Kot, Urin, Haaren. Unser Labor befasst sich mit Testentwicklung und -validierung bei einer Vielzahl von Wildtieren und kooperiert mit vielen Forschungsprojekten am IZW und darüberhinaus.

Stärkung wissenschaftsbasierter Ansätze im Tierschutz von Wildtieren

Das Leibniz-IZW leistet mit seiner Expertise im Wildtierschutz einen Beitrag für die sach- und artgerechte Haltung von Tieren in menschlicher Obhut und darüber hinaus und entwickelt wissenschaftsbasierte Methoden und Ansätze dafür weiter.

Gesundheit, demographie, ökologische Dynamiken und anthropogene Effekte bei Tüpfelhyänen im Serengeti-Nationalpark

Seit 1987 untersuchen wir das Verhalten, die Ökologie und die Gesundheit von gefleckten Hyänen (Crocuta crocuta) im Serengeti-Nationalpark und verfügen derzeit über detaillierte Informationen zu mehr als 2300 Individuen aus drei Clans.

Leistungsziel Herausforderungen

Verständnis der Herausforderungen für Wildtiere

Der Forschungsfokus auf Umwelt-Herausforderungen ist ein essenzieller Bestandteil des Leibniz-IZW-Forschungsprogramms und trägt maßgeblich zur Mission einer evolutionären Wildtierforschung für den Artenschutz bei. Mit der Mission arbeiten wir auf die Vision des Verständnisses und der Verbesserung der Anpassungsfähigkeit von Wildtieren im Kontext des globalen Wandels hin.

Um die Anpassungsfähigkeit von Wildtieren im globalen Wandel zu verstehen, ist es entscheidend zu untersuchen, mit welchen Herausforderungen Wildtiere konfrontiert sind. Diese Herausforderungen können natürlich sein und z.B. durch die Interaktion mit anderen Arten und Arten-Netzwerken entstehen, wie Pathogenen, Räubern oder invasiven Arten. Inzwischen sind aber auch nahezu alle Ökosysteme der Erde durch menschliche Aktivitäten beeinflusst. Wir erforschen daher, wie sich Veränderungen der Landnutzung, Klimawandel und Mensch-Wildtier-Konflikte auf Wildtierpopulationen auswirken. Darüber hinaus arbeiten wir daran, konkrete Herausforderungen im Artenschutz zu identifizieren und zu spezifizieren, oft im Dialog mit betroffenen Interessensgruppen.

Evidenzbasierte Lösungen für den Farmer-Gepard-Konflikt in Namibia

Konflikte zwischen Menschen, ihren Nutztieren und Raubtieren sind ein weltweites Phänomen. Die Entwicklung von nachhaltigen Lösungen bedeutet eine große Herausforderung, besonders für bedrohte Raubtierarten. Wir zeigen am Beispiel der Geparde in Namibia, wie mit detaillierten Informationen der räumlichen Bewegungen der Geparde das Rindermanagement der Farmer angepasst werden kann. Damit reduzieren sich die Verluste substanziell, ebenso das Töten von Geparden durch die Farmer.

Vergleichende Umwelt-Epigenetik bei Wildtieren

Epigenetische Veränderungen fungieren als flexible Mechanismen, die die Anpassungsfähigkeit an Umweltveränderungen erhöhen. Bisher wurden jedoch hauptsächlich Mütter und deren Nachwuchs untersucht. In unserer Studie untersuchen wir paternal übertragene epigenetische Effekte und fragen außerdem, ob unterschiedliche Umweltveränderungen unterschiedliche oder ähnliche Reaktionen hervorrufen.

BioRescue – Fortschrittliche Reproduktionstechnologien zur Rettung von stark gefährdeten Säugetieren wie dem nördlichen Breitmaulnashorn

Es gibt nur noch zwei nördliche Breitmaulnashörner auf der Welt, beide sind weiblich. Kann man diese Tiere noch vor dem Aussterben retten? Zusammen mit internationalen Partnern aus Wissenschaft und Artenschutz will das BioRescue-Konsortium durch die Entwicklung fortschrittlicher Methoden der assistierten Reproduktion (aART) und Stammzell-assoziierter Techniken (SCAT) das scheinbar Unmögliche möglich machen.

Stabilität von Wildtieren unter globalen Veränderungen und über Organisationsebenen hinweg

Um zu verstehen, wie Populationen und Artengemeinschaften auf globale Veränderungen reagieren, untersuchen wir, in wieweit ihre Eigenschaften und ihre Stabilität durch Störungen beeinträchtigt werden.

Die Bewegungsökologie Großer Abendsegler (Nyctalus noctula) in anthropogenen Landschaften

Die Forschung dieses Projekts widmet sich den Fragen, wie hochmobile Arten wie der Große Abendsegler (Nyctalus noctula) im Agrarland oder in städtischen Räumen überleben und welche Faktoren das individuelle Verhalten sowie die lokalen Bestände beeinflussen.

Gesundheitszustand und Krankheiten in der mitteleuropäischen Tieflandwolfpopulation

Wölfe in Deutschland befinden sich überwiegend im Spannungsfeld von Jägern, Vieh- und Schafszüchtern, Naturschutzvereinen, Politik und der allgemeinen Öffentlichkeit. Das Leibniz-IZW liefert evidenzbasierte Forschungsergebnisse, die die Grundlage für das Wolfsmanagement in Deutschland bilden.

Der Nacktmull – Eine alternative Modelltierart für die biomedizinische Alternsforschung

Nacktmulle (Heterocephalus glaber) werden kaum zu den schönsten Tieren gezählt, haben dafür aber ein außergewöhnliches Fortpflanzungssystem, bekommen fast nie Krebs, kommen überraschend lange ohne Sauerstoff aus und werden in Hinblick auf ihre Körpergröße (gesund) uralt. Welche Mechanismen liegen diesen beneidenswerten Fähigkeiten zugrunde?

Prioritäten für den Artenschutz im Truong-Son-Gebirge in Vietnam und Laos

Die außerordentliche Biodiversität und Endemismus des Truong-Son Gebirges in Vietnam und Laos ist durch illegale Jagd extrem gefährdet. Wir nutzen neueste Methoden der systematischen Biodiversitätserfassung und statistische Modellierung um die letzten Rückzugsgebiete der Artenvielfalt zu identifizieren.

Verhaltensökologie und Evolutionsbiologie der Tüpfelhyänen-Population des Ngorongoro-Krater

Wie – und wie gut – reagieren gruppenlebende Tiere auf soziale und ökologische Veränderungen? Um dieser Frage nachzugehen, untersuchen wir die Evolution von Sozialverhalten sowie Verhaltens- und Evolutionsprozesse, die die Lebensgeschichte und die Fitness gruppenlebender Tiere prägen anhand einer gesamten Population wildlebender Tüpfelhyänen (acht Gruppen, mehr als 2500 Individuen), die wir seit 1996 beobachten und für die wir einen fast vollständigen genetischen Stammbaum über neun Generationen erstellt haben.

Öko-Immunologie von Karnivoren mit geringer immun-genetischer Diversität

In diesem Projekt untersuchen wir den Immunphänotyp sowie die Parasiten und Krankheitserreger von zwei Katzenarten, dem Geparden (Acinonyx jubatus) und dem Iberischen Luchs (Lynx pardinus).

Stärkung wissenschaftsbasierter Ansätze im Tierschutz von Wildtieren

Das Leibniz-IZW leistet mit seiner Expertise im Wildtierschutz einen Beitrag für die sach- und artgerechte Haltung von Tieren in menschlicher Obhut und darüber hinaus und entwickelt wissenschaftsbasierte Methoden und Ansätze dafür weiter.

Gesundheit, Demographie, ökologische Dynamiken und anthropogene Effekte bei Tüpfelhyänen im Serengeti-Nationalpark

Seit 1987 untersuchen wir das Verhalten, die Ökologie und die Gesundheit von gefleckten Hyänen (Crocuta crocuta) im Serengeti-Nationalpark und verfügen derzeit über detaillierte Informationen zu mehr als 2300 Individuen aus drei Clans.

WTimpact – Citizen Science als Instrument für den Wissenstransfer

In diesem interdisziplinären Projekt untersuchen wir welche Faktoren das Lernen und die emotionale Einstellung von Teilnehmenden an Citizen Science-Projekten beeinflussen. Wir wollen herausfinden, ob Bürgerwissenschaft als Instrument für den Wissenstransfer genutzt werden kann, und welche Erfolgsfaktoren dabei wichtig sind.

 

Weitere Projekte:

Evidenzbasierter Arten- und Habitatschutz am Beispiel von asiatischen und afrikanischen Nashörnern

Übertragung von Krankheitserregern in der Umwelt

Europäisches Ausbildungsnetz für Forschung und Innovation in der Eizellbiologie (EUROVA) Translationale Forschung zur Entwicklung assistierter Reproduktionstechnologien für gefährdete Säugetiere

Populationsdynamiken und Artenschutz großer Raubtiere in vom Menschen geprägten Landschaften

Physiologie, Ökologie und Schutz von migrierenden Fledermäusen

Krankheiten bei Wildtieren aus Deutschland

Pandazucht – Brückenschlag zwischen Reproduktionsbiologie und innovativen Techniken der assistierten Reproduktion

Physiologie, Genetik, Verhalten und Schutz urbaner und suburbaner Igel-Populationen in Berlin

Epigenetische Stabilität und Plastizität sozialer Umwelteinflüsse

Paternale epigenetische Effekte

Frozen Dumbo – Etablierung der ersten großen Kryo-Samenbank für wildlebende Afrikanische Elefanten und andere gefährdete Arten

Die Wirkung von künstlichem Licht auf nachtaktive Säugetiere

Leibniz-Forschungsverbund „Infections’21” – Wasser als Vektor für die Übertragung von Krankheitserregern

Dynamiken von Wildtierkrankheiten: Verknüpfungen von Eigenschaften von Wirten und Pathogenen

Gute Fortpflanzung und Gesundheit in einer genetisch verarmten Art, dem Gepard

Seeadler Gesundheitsmonitoring

Säugetiervielfalt in forstwirtschaftlich genutzten tropischen Regenwäldern auf Borneo, Malaysia

Gesundheit von Karnivoren in der Arktis

Urbane Wildtierökologie: Wie reagieren Tiere auf neuartige Umwelten?

Fledermaus-Immunologie

Leistungsziel Artenschutz

Verbesserung der Lebensfähigkeit von Wildtierpopulationen

Der Forschungsfokus auf Artenschutz ist ein essenzieller Bestandteil des Leibniz-IZW-Forschungsprogramms und trägt maßgeblich zur Mission einer evolutionären Wildtierforschung für den Artenschutz bei. Mit der Mission arbeiten wir auf die Vision des Verständnisses und der Verbesserung der Anpassungsfähigkeit von Wildtieren im Kontext des globalen Wandels hin.

Basierend auf einem umfassenden Verständnis der evolutionären Anpassungen von Wildtieren und der Herausforderungen, denen sie sich stellen müssen, entwickeln wir innovative Konzepte und Methoden für den Schutz und das Management bedrohter Wildtierarten. Das Leibniz-IZW verfolgt dabei integrative Ansätze, die die Populationen in menschlicher Obhut wie in freier Wildbahn berücksichtigen.

Unser Ziel ist es, die Lebensfähigkeit der Population auf verschiedenen Ebenen zu verbessern: Wir erarbeiten die wissenschaftliche Grundlage für Entscheidungen im Artenschutz und geben Empfehlungen an Naturschutzorganisationen, Wildtierfachleute, zoologische Gärten und politische Entscheidungsträger weiter. Wissenschaftlich fundierte veterinärmedizinische Interventionen werden direkt von Leibniz-IZW-Mitarbeitern durchgeführt, z.B. bei der assistierten Reproduktion. Darüber hinaus entwickeln wir Verfahren zur Beteiligung von Interessensgruppen bei der Entwicklung und Durchführung von Forschungsprojekten (Stakeholderprozess) kontinuierlich weiter. Die Beteiligten werden in allen Phasen, von der Formulierung der Forschungsfragen bis zur Diskussion der Ergebnisse, einbezogen. Schließlich setzen wir unsere Kompetenz in der Modellierung ein, um die Folgen anthropogener Einflüsse und den Erfolg möglicher Erhaltungsmaßnahmen zu prognostizieren.

Evidenzbasierte Lösungen für den Farmer-Gepard-Konflikt in Namibia

Konflikte zwischen Menschen, ihren Nutztieren und Raubtieren sind ein weltweites Phänomen. Die Entwicklung von nachhaltigen Lösungen bedeutet eine große Herausforderung, besonders für bedrohte Raubtierarten. Wir zeigen am Beispiel der Geparde in Namibia, wie mit detaillierten Informationen der räumlichen Bewegungen der Geparde das Rindermanagement der Farmer angepasst werden kann. Damit reduzieren sich die Verluste substanziell, ebenso das Töten von Geparden durch die Farmer.

Reproduktionsbiologie von Luchsen – Grundlagen für die Erhaltungszucht des Iberischen Luchses

Luchse sind die größten Raubkatzen Europas und haben als Beutegreifer eine wichtige Rolle in natürlichen Ökosystemen und für den Erhalt der Biodiversität inne. Der ausschließlich auf der Iberischen Halbinsel vorkommende Pardelluchs (Lynx pardinus) galt lange als die am höhsten bedrohte Katzenart weltweit. Mit unserer Forschung zur Fortpflanzungsbiologie von Luchsen konnten wir maßgeblich die Zucht der Pardelluchse für die Wiederansiedlung unterstützen und damit einen Beitrag zur lokalen biologischen Vielfalt leisten.

BioRescue – Fortschrittliche Reproduktionstechnologien zur Rettung von stark gefährdeten Säugetieren wie dem nördlichen Breitmaulnashorn

Es gibt nur noch zwei nördliche Breitmaulnashörner auf der Welt, beide sind weiblich. Kann man diese Tiere noch vor dem Aussterben retten? Zusammen mit internationalen Partnern aus Wissenschaft und Artenschutz will das BioRescue-Konsortium durch die Entwicklung fortschrittlicher Methoden der assistierten Reproduktion (aART) und Stammzell-assoziierter Techniken (SCAT) das scheinbar Unmögliche möglich machen.

Die Bewegungsökologie Großer Abendsegler (Nyctalus noctula) in anthropogenen Landschaften

Die Forschung dieses Projekts widmet sich den Fragen, wie hochmobile Arten wie der Große Abendsegler (Nyctalus noctula) im Agrarland oder in städtischen Räumen überleben und welche Faktoren das individuelle Verhalten sowie die lokalen Bestände beeinflussen.

Gesundheitszustand und Krankheiten in der mitteleuropäischen Tieflandwolfpopulation

Wölfe in Deutschland befinden sich überwiegend im Spannungsfeld von Jägern, Vieh- und Schafszüchtern, Naturschutzvereinen, Politik und der allgemeinen Öffentlichkeit. Das Leibniz-IZW liefert evidenzbasierte Forschungsergebnisse, die die Grundlage für das Wolfsmanagement in Deutschland bilden.

Biobanking als Grundlage für assistierte Reproduktionstechniken

Assistierte Fortpflanzungstechniken helfen bei der Erhaltung der Artenvielfalt. Insbesondere die Kryokonservierung von Gameten ist eine wichtige Voraussetzung zur Erhaltung der genetischen Variabilität von Wildtierpopulationen sowie zur Unterstützung von Zuchtprogrammen in Zoos.

Prioritäten für den Artenschutz im Truong-Son-Gebirge in Vietnam und Laos

Die außerordentliche Biodiversität und Endemismus des Truong-Son Gebirges in Vietnam und Laos ist durch illegale Jagd extrem gefährdet. Wir nutzen neueste Methoden der systematischen Biodiversitätserfassung und statistische Modellierung um die letzten Rückzugsgebiete der Artenvielfalt zu identifizieren.

Verhaltensökologie und Evolutionsbiologie der Tüpfelhyänen-Population des Ngorongoro-Krater

Wie – und wie gut – reagieren gruppenlebende Tiere auf soziale und ökologische Veränderungen? Um dieser Frage nachzugehen, untersuchen wir die Evolution von Sozialverhalten sowie Verhaltens- und Evolutionsprozesse, die die Lebensgeschichte und die Fitness gruppenlebender Tiere prägen anhand einer gesamten Population wildlebender Tüpfelhyänen (acht Gruppen, mehr als 2500 Individuen), die wir seit 1996 beobachten und für die wir einen fast vollständigen genetischen Stammbaum über neun Generationen erstellt haben.

Wildtierendokrinologie

Wildtierendokrinologie basiert weitgehend auf dem nicht-invasiven Monitoring von Geschlechtshormonen und von Hormonen der Nebenniere in leicht zugänglichen Subtraten, wie Kot, Urin, Haaren. Unser Labor befasst sich mit Testentwicklung und -validierung bei einer Vielzahl von Wildtieren und kooperiert mit vielen Forschungsprojekten am IZW und darüberhinaus.

 
Leistungsziel Werkzeuge

Entwicklung neuer Theorien, Methoden und Werkzeuge

Der Fokus auf die Entwicklung neuer Methoden und Werkzeuge ist ein essenzieller Bestandteil des Leibniz-IZW-Forschungsprogramms und trägt maßgeblich zur Mission einer evolutionären Wildtierforschung für den Artenschutz bei. Mit der Mission arbeiten wir auf die Vision des Verständnisses und der Verbesserung der Anpassungsfähigkeit von Wildtieren im Kontext des globalen Wandels hin.

Wesentlicher Teil der Forschungsarbeit und der spezifischen Expertise des Instituts ist die Weiterentwicklung bestehender sowie die Entwicklung neuer Methoden in der Wildtierforschung, theoretischer und mathematischer Modelle sowie statistischer Analysetools. Diese stellen wir der Wissenschaftsgemeinschaft zur Nutzung zur Verfügung.

Evidenzbasierte Lösungen für den Farmer-Gepard-Konflikt in Namibia

Konflikte zwischen Menschen, ihren Nutztieren und Raubtieren sind ein weltweites Phänomen. Die Entwicklung von nachhaltigen Lösungen bedeutet eine große Herausforderung, besonders für bedrohte Raubtierarten. Wir zeigen am Beispiel der Geparde in Namibia, wie mit detaillierten Informationen der räumlichen Bewegungen der Geparde das Rindermanagement der Farmer angepasst werden kann. Damit reduzieren sich die Verluste substanziell, ebenso das Töten von Geparden durch die Farmer.

BioRescue – Fortschrittliche Reproduktionstechnologien zur Rettung von stark gefährdeten Säugetieren wie dem nördlichen Breitmaulnashorn

Es gibt nur noch zwei nördliche Breitmaulnashörner auf der Welt, beide sind weiblich. Kann man diese Tiere noch vor dem Aussterben retten? Zusammen mit internationalen Partnern aus Wissenschaft und Artenschutz will das BioRescue-Konsortium durch die Entwicklung fortschrittlicher Methoden der assistierten Reproduktion (aART) und Stammzell-assoziierter Techniken (SCAT) das scheinbar Unmögliche möglich machen.

Charakterisierung der retroviralen Keimbahninvasionen am Modell des Koala-Retrovirus

Wir nutzen das Koala-Retrovirus, um zu verstehen, wie Viren, insbesondere Retroviren, einen großen Teil des Genoms von Wirbeltieren geformt haben, welche Folgen dieser Prozess für den Wirt hat und um Abwehrmechanismen des Wirts zu identifizieren.

Theorien und Methoden in der Ökologie und Evolutionsbiologie

Wir sind ständig dabei unser analytisches Handwerkszeug zu verbessern, indem wir Methoden zur Dantensammlung, Datenmanagement und Datenanalyse neu entwickeln und verfeinern.


Vergleichende Umwelt-Epigenetik bei Wildtieren

Epigenetische Veränderungen fungieren als flexible Mechanismen, die die Anpassungsfähigkeit an Umweltveränderungen erhöhen. Bisher wurden jedoch hauptsächlich Mütter und deren Nachwuchs untersucht. In unserer Studie untersuchen wir paternal übertragene epigenetische Effekte und fragen außerdem, ob unterschiedliche Umweltveränderungen unterschiedliche oder ähnliche Reaktionen hervorrufen.

Biobanking als Grundlage für assistierte Reproduktionstechniken

Assistierte Fortpflanzungstechniken helfen bei der Erhaltung der Artenvielfalt. Insbesondere die Kryokonservierung von Gameten ist eine wichtige Voraussetzung zur Erhaltung der genetischen Variabilität von Wildtierpopulationen sowie zur Unterstützung von Zuchtprogrammen in Zoos.

Gesundheitszustand und Krankheiten in der mitteleuropäischen Tieflandwolfpopulation

Wölfe in Deutschland befinden sich überwiegend im Spannungsfeld von Jägern, Vieh- und Schafszüchtern, Naturschutzvereinen, Politik und der allgemeinen Öffentlichkeit. Das Leibniz-IZW liefert evidenzbasierte Forschungsergebnisse, die die Grundlage für das Wolfsmanagement in Deutschland bilden.

Stabilität von Wildtieren unter globalen Veränderungen und über Organisationsebenen hinweg

Um zu verstehen, wie Populationen und Artengemeinschaften auf globale Veränderungen reagieren, untersuchen wir, in wieweit ihre Eigenschaften und ihre Stabilität durch Störungen beeinträchtigt werden.

Prioritäten für den Artenschutz im Truong-Son-Gebirge in Vietnam und Laos

Die außerordentliche Biodiversität und Endemismus des Truong-Son Gebirges in Vietnam und Laos ist durch illegale Jagd extrem gefährdet. Wir nutzen neueste Methoden der systematischen Biodiversitätserfassung und statistische Modellierung um die letzten Rückzugsgebiete der Artenvielfalt zu identifizieren.

Der Nacktmull – Eine alternative Modelltierart für die biomedizinische Alternsforschung

Nacktmulle (Heterocephalus glaber) werden kaum zu den schönsten Tieren gezählt, haben dafür aber ein außergewöhnliches Fortpflanzungssystem, bekommen fast nie Krebs, kommen überraschend lange ohne Sauerstoff aus und werden in Hinblick auf ihre Körpergröße (gesund) uralt. Welche Mechanismen liegen diesen beneidenswerten Fähigkeiten zugrunde?

Neue computergestützter Methoden in der Wildtierforschung

Viele unserer Forschungsprojekte erfordern neue Programme zur Verarbeitung und Auswertung der gewonnenen Daten. Diese Analyse-Werkzeuge entwickeln wir entweder selbst oder in Kooperationen und stellen sie auch Dritten zur Verfügung.

Verhaltensökologie und Evolutionsbiologie der Tüpfelhyänen-Population des Ngorongoro-Krater

Wie – und wie gut – reagieren gruppenlebende Tiere auf soziale und ökologische Veränderungen? Um dieser Frage nachzugehen, untersuchen wir die Evolution von Sozialverhalten sowie Verhaltens- und Evolutionsprozesse, die die Lebensgeschichte und die Fitness gruppenlebender Tiere prägen anhand einer gesamten Population wildlebender Tüpfelhyänen (acht Gruppen, mehr als 2500 Individuen), die wir seit 1996 beobachten und für die wir einen fast vollständigen genetischen Stammbaum über neun Generationen erstellt haben.

Wildtierendokrinologie

Wildtierendokrinologie basiert weitgehend auf dem nicht-invasiven Monitoring von Geschlechtshormonen und von Hormonen der Nebenniere in leicht zugänglichen Subtraten, wie Kot, Urin, Haaren. Unser Labor befasst sich mit Testentwicklung und -validierung bei einer Vielzahl von Wildtieren und kooperiert mit vielen Forschungsprojekten am IZW und darüberhinaus.

Öko-Immunologie von Karnivoren mit geringer immun-genetischer Diversität

In diesem Projekt untersuchen wir den Immunphänotyp sowie die Parasiten und Krankheitserreger von zwei Katzenarten, dem Geparden (Acinonyx jubatus) und dem Iberischen Luchs (Lynx pardinus).

Gesundheit, Demographie, ökologische Dynamiken und anthropogene Effekte bei Tüpfelhyänen im Serengeti-Nationalpark

Seit 1987 untersuchen wir das Verhalten, die Ökologie und die Gesundheit von gefleckten Hyänen (Crocuta crocuta) im Serengeti-Nationalpark und verfügen derzeit über detaillierte Informationen zu mehr als 2300 Individuen aus drei Clans.

Stärkung wissenschaftsbasierter Ansätze im Tierschutz von Wildtieren

Das Leibniz-IZW leistet mit seiner Expertise im Wildtierschutz einen Beitrag für die sach- und artgerechte Haltung von Tieren in menschlicher Obhut und darüber hinaus und entwickelt wissenschaftsbasierte Methoden und Ansätze dafür weiter.

WTimpact – Citizen Science als Instrument für den Wissenstransfer

In diesem interdisziplinären Projekt untersuchen wir welche Faktoren das Lernen und die emotionale Einstellung von Teilnehmenden an Citizen Science-Projekten beeinflussen. Wir wollen herausfinden, ob Bürgerwissenschaft als Instrument für den Wissenstransfer genutzt werden kann, und welche Erfolgsfaktoren dabei wichtig sind.