Das Leibniz-IZW ist ein international anerkanntes Forschungsinstitut. Es gehört zum Forschungsverbund Berlin e.V. und ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft. Unser Ziel ist es, die Anpassungsfähigkeit von Wildtieren im Kontext des globalen Wandels zu verstehen und zum Erhalt von gesunden Wildtierbeständen beizutragen. Dafür erforschen wir die Vielfalt von Lebenslauf-Strategien, die Mechanismen der evolutionären Anpassungen und ihre Grenzen – inklusive Wildtierkrankheiten – sowie die Wechselbeziehungen zwischen Wildtieren, ihrer Umwelt und dem Menschen. Wir setzen Expertise aus Biologie und Veterinärmedizin in einem interdisziplinären Ansatz ein, um Grundlagen- und angewandte Forschung – von der molekularen bis zur landschaftlichen Ebene – in engem Austausch mit Stakeholdern und der Öffentlichkeit durchzuführen. Darüber hinaus stellen wir einzigartige und hochwertige Dienstleistungen für die Wissenschaftsgemeinschaft bereit.

+++ Aktuelle Informationen zur Afrikanischen Schweinepest in Deutschland: Das Leibniz-IZW führt Forschungen zur Populationsdynamik, zur Modellierung von Krankheitsausbrüchen bei Wildschweinen sowie zur Ökologie und Mensch-Tier-Interaktion in urbanen Räumen durch. Die Afrikanische Schweinepest ist eine anzeigepflichtige Krankheit bei Nutztieren und daher sind für alle Fragen zum akuten Infektionsgeschehen die jeweiligen Landeslabore und das Friedrich-Loeffler-Institut (Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit) FLI zuständig. +++

Aktuelles

 

An Koala-Retroviren testeten Wissenschaftler erstmal die neue SIP-Methode zur Gensequenzierung. Foto: David Clode / Unsplash
An Koala-Retroviren testeten Wissenschaftler erstmal die neue SIP-Methode zur Gensequenzierung. Foto: David Clode / Unsplash

Einem Team von Wissenschaftler*innen des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz IZW), des Australischen Museums und des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) ist es gelungen, eine neue Methode zur Identifizierung beliebiger flankierender Gensequenzen zu entwickeln. Bislang verwendete Ansätze, unbekannte Erbgut-Sequenzen neben kleinen bekannten Fragmenten zu bestimmen, sind fehleranfällig. Die Sequenzierung des gesamten Genoms kann eine Lösung sein, ist aber sehr kostenintensiv. Bei der „Sonication Inverse PCR“ (SIP) wird das Genom durch Ultraschallwellen nach dem Zufallsprinzip fragmentiert und die Fragmente mittels Hochdurchsatzsequenzierung der neuesten Generation entschlüsselt. Die Methode kann zur Charakterisierung jeder DNS-Sequenz (in der Nachbarschaft zu einer bekannten Sequenz) unter anderem für genomische Anwendungen in einem klinischen Umfeld oder für molekulare Evolutionsanalysen eingesetzt werden. Die Methode wird in einem Fachaufsatz in der Zeitschrift „Methods in Ecology and Evolution“ vorgestellt.

Foto: Giese C
Foto: Giese C

Sowohl der jahreszeitliche Zug als auch die Aufrechterhaltung und Nutzung eines wirksamen Immunsystems sind mit erheblichen Stoffwechselkosten verbunden und für ein hohes Maß an oxidativem Stress verantwortlich. Wie kommen Tiere in einer Situation zurecht, in der die Energie begrenzt ist, diese jedoch für mehrere energieintensive Körperfunktionen benötigt werden könnte? Ein Wissenschaftlerteam unter der Leitung des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) untersuchte, ob und wie sich die Immunantwort bei Rauhautfledermäusen in der Zeit vor dem Zug und während der Zugzeit unterscheidet. Sie zeigten, dass die Rauhautfledermaus in der Zugzeit bei einer konkreten Inanspruchnahme der Immunantwort die energetisch günstigere nicht-zelluläre (humorale) Immunität vorzieht und zelluläre Immunantworten selektiv unterdrückt. Dadurch spart sie wertvolle Energie, die für ihre jährliche Wanderung dringend benötigt wird. Die Ergebnisse wurden nun in der wissenschaftlichen Zeitschrift "Scientific Reports" veröffentlicht.

 

Streptococcus catagoni sp. nov. Bakterienkultur Foto: Mühldorfer
Streptococcus catagoni sp. nov. Bakterienkultur Foto: Mühldorfer

Die Artenvielfalt von Zoo- und Wildtieren spiegelt sich in der Verschiedenartigkeit ihrer Krankheitserreger wider. Leider ist das Wissen sehr begrenzt und ihr Nachweis oft schwierig. Bei der für Menschen und Tiere bedeutenden Bakterienfamilie der Streptokokken ist die Wildtierforschung nun einen Schritt vorangekommen. Ein Forscherteam unter Leitung von Kristin Mühldorfer vom Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) und Tobias Eisenberg vom Landesbetrieb Hessisches Landeslabor (LHL) untersuchte die Ursachen von schweren Atemwegserkrankungen bei Nabelschweinen und charakterisierte eine neue Streptokokkenart (Streptococcus catagoni sp. nov.) taxonomisch anhand ihrer phänotypischen und genetischen Eigenschaften. Die im „International Journal of Systematic and Evolutionary Microbiology“ veröffentlichten Ergebnisse tragen zu einem besseren Verständnis und der sicheren Identifizierung der neuen Bakterienart bei.

 

Logo des vorgeschlagenen European Reference Genome Atlas (ERGA)
Logo des vorgeschlagenen European Reference Genome Atlas (ERGA)

Wissenschaftler*innen des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) haben gemeinsam mit Kollegen von 39 Institutionen aus 17 EU-Ländern die Europäische Kommission aufgefordert, die Genomforschung als Teil der EU-Biodiversitätsstrategie für 2030 im Rahmen des kommenden Programms Horizon Europe zu unterstützen. Die Gruppe schlägt eine wettbewerbsorientierte Finanzierung für die Sequenzierung der Genome aller Tiere, Pflanzen und Mikroorganismen in Europa (mindestens 200.000 Arten) vor, die im Rahmen einer paneuropäischen Zusammenarbeit mit dem vorläufigen Namen European Reference Genome Atlas (ERGA) realisiert werden soll. Diese Initiative soll besseres Verständnis, Management und Wiederherstellung von biologischer Vielfalt und Ökosystemdienstleistungen fördern. Wissenschaftler*innen, Politiker*innen und interessierte Bürger*innen sind eingeladen, ihre Namen als Unterzeichner der Liste zur Unterstützung des ERGA auf https://vertebrategenomesproject.org/erga hinzuzufügen.

Übergabe der Auszeichnung an die Projektleitung, Foto: M. Brandt, Leibniz-IZW
Übergabe der Auszeichnung an die Projektleitung, Foto: M. Brandt, Leibniz-IZW

Das „Deutsche Artenschutzforschungsprojekt - Pardelluchs“ vom Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) wurde gestern als offizielles Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgezeichnet. Die Würdigung nahm Frau Prof. Christine Wrenzycki von der Universität Gießen vor. Wrenzycki ist stellvertretende Vorsitzende des Wissenschaftlichen Beirates des Leibniz-IZW. Die Auszeichnung wird an vorbildliche Projekte verliehen, die sich in besonderer Weise für die Erhaltung der biologischen Vielfalt einsetzen.

 

Common noctule bat, photo: Anton Vlaschenko
Common noctule bat, photo: Anton Vlaschenko

Viele Tierarten verändern aufgrund der Erderwärmung aktuell ihre Verbreitungsgebiete. Die zugrunde liegenden Mechanismen sind bisher wenig bekannt, insbesondere bei Säugetieren. Ein internationales Wissenschaftlerteam unter der Leitung des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) fand nun heraus, dass beim Großen Abendsegler, einer der größten einheimischen Fledermausarten, die Besiedlung weiter nördlich gelegener Überwinterungsgebiete über aufeinanderfolgende Generationen von Jungtieren – insbesondere jungen Männchen – erfolgt. Aufgrund seiner relativ hohen Fortpflanzungsrate und des starken Abwanderungsverhaltens der Jungtiere könnte es dem Großen Abendsegler leichtfallen, sich an die Erderwärmung anzupassen. Für Arten mit geringerer Fortpflanzungsrate und einem geringeren Abwanderungspotenzial der Jungtiere – die Mehrzahl der einheimischen Fledermausarten – könnte die Zukunft angesichts der fortschreitenden Erderwärmung nicht so günstig aussehen. Der Aufsatz ist in der Fachzeitschrift „Biology Letters“ erschienen.tz.

Schlagopfer an Windkraftanlage, Foto: C. Voigt / Leibniz-IZW
Schlagopfer an Windkraftanlage, Foto: C. Voigt / Leibniz-IZW

Windenergieanlagen verursachen in Deutschland eine hohe Zahl an Schlagopfern bei Fledermäusen, die potenziell zur Gefährdung der unter Naturschutz stehenden Arten führen können. Ein wirksamer Fledermausschutz ist daher für die Umsetzung einer ökologisch-nachhaltigen Energiewende, die die Ziele des Klimaschutzes als auch den Biodiversitätsschutz berücksichtigt, notwendig. Das von Christian Voigt (Abteilungsleiter für Evolutionäre Ökologie am Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung, Leibniz-IZW) herausgegebene Buch „Evidenzbasierter Fledermausschutz in Windkraftvorhaben“ fasst den wissenschaftlichen Kenntnisstand zu diesem Thema zusammen, präsentiert neue Ergebnisse und eröffnet Perspektiven für Lösungsansätze für diesen grün-grünen Konflikt. Das Buch ist im Verlag „Springer Spektrum“ erschienen und richtet sich in erster Linie an die beteiligten Interessengruppen im Arten- und Klimaschutz.

IZW in den Medien

 

04.06.2021 | BBC News
How to protect birds and bats from wind turbines

02.06.2021 | Frankfurter Allgemeine Zeitung
Kontaktbörse am Katzenbaum - Die sozialen Netzwerke der Geparden

01.06.2021 | ZEIT Leo
Wer ist hier der Boss - Zwei Gepardenbrüder in Namibia

27.05.2021 | Pferde.de
Ob blond, ob braun – die Geschichte der Fellfarben beim Pferd

26.05.2021 | ServusTV
Cher und der Elefant

25.05.2021 | Der Tagesspiegel
In Brandenburg werden immer mehr Wölfe getötet

19.05.2021 | BILD
Eltern von Eisbärin Hertha sind Geschwister - Wie gefährlich ist Inzucht bei Tieren?

13.05.2021 | Berliner Zeitung
Wenn einer Braunbärin der Zahn gezogen wird

12.05.2021 | FOCUS
Tote Wölfin «Juli» wird untersucht

10.05.2021 | Bild der Wissenschaft
Magnetsinn im Fledermaus-Auge

07.05.2021 | Nature World News
Animals Can Survive Illnesses Caused by Climate Change Better than Humans?

07.05.2021 | APA Austria
Stu­die: Ein Drit­tel der Schü­ler weiß nicht was Zoo­no­sen sind

06.05.2021 | Econoticias
Los murciélagos tienen un sexto sentido en las córneas

03.05.2021 | Der Tagesspiegel
Kinderwünsche und Umsiedelungen für Nashörner - Alternativen zum Aussterben

02.05.2021 | Spektrum der Wissenschaft
Artenschutz: Hunde haben die Nase vorn

30.04.2021 | Riffreporter
Schicksalsjahr für die Natur: Verhandlungen zu globalem Abkommen stecken fest

29.04.2021 | Der Tagesspiegel
Wie Pferde und Esel Wüsten beleben

28.04.2021 | FOCUS
Weiterer Schritt zur Rettung der Art

26.04.2021 | Bochumer Zeitung
Retroviren schreiben das Koala-Genom um und verursachen Krebs

19.04.2021 | ARD tagesschau24
WISSENSCHECK: Tierparks im Wandel

17.04.2021 | Spektrum der Wissenschaft
Artenschutz in Afrika - Stammtisch der Geparden

14.04.2021 | Greenpeace-Magazin
Dufte Katzenbars: Die Entdeckung von „Kommunikationshotspots“ könnte den Schutz der bedrohten Geparde voranbringen

07.04.2021 | Windkraft-Journal
Artenschutz an Windanlagen: Wie das akustische Monitoring zum Schutz der Biodiversität verbessert werden kann (und sollte)

05.04.2021 | ZDF Terra X
Die Sprache der Tiere

02.04.2021 | Berliner Zeitung
Berliner Forscher bitten zu Ostern zur Hasenjagd

02.04.2021 | Badische Zeitung
Dating in Hyänen-Kreisen: Was für ein Stress

31.03.2021 | Berlin.de
Hase oder doch Kaninchen? Berliner zum Zählen aufgerufen

31.03.2021 | Süddeutsche Zeitung
Hase oder doch Kaninchen? Berliner zum Zählen aufgerufen

30.03.2021 | NABU Berlin
Auch der Osterhase ist ein (Ost-)Berliner - Berliner*innen sollen Feldhasen-Sichtungen in der Stadt melden

30.03.2021 | Horizon Magazine
The curious case of northeast Brazil’s cross-breeding sea turtles

25.03.2021 | Deutschlandfunk Kultur
Genomatlas für Artenschutz: Gen-Entschlüsselung könnte Artenvielfalt bewahren

25.03.2021 | The Guardian
Researchers find the secret of the bunny hop: it's all in the genes

25.03.2021 | MDR
Chemie in Greifvögeln: Pflanzenschutzmittel, Nagetiergift, Ibuprofen und Antibiotika

25.03.2021 | Die Linde
Schlagrisiko von Fledermäusen an Windkraftanlagen verringern

25.03.2021 | FOCUS
Rattengift bedroht Greifvögel

23.03.2021 | Berliner Zeitung
Chemikalien vergiften Greifvögel in Deutschland – und Habichte in Berlin

12.03.2021 | Terra Mater Factual Studios
How to Save a Species When There Are Only Two Females Left