WTimpact – Citizen Science als Instrument für den Wissenstransfer

In diesem interdisziplinären Projekt untersuchen wir welche Faktoren das Lernen und die emotionale Einstellung von Teilnehmenden an Citizen Science-Projekten beeinflussen. Wir wollen herausfinden, ob Bürgerwissenschaft als Instrument für den Wissenstransfer genutzt werden kann, und welche Erfolgsfaktoren dabei wichtig sind.

Projektdetails
Laufzeit: 09/2017 - 02/2021
Drittmittelfinanziert: ja
Beteiligte Abteilung(en): Wissenschaftsmanagement, Abt. Evolutionäre Ökologie, Abt. Ökologische Dynamiken
Projektleitung im Leibniz-IZW: Miriam Brandt (Wissenschaftsmanagement)
Projektbeteiligte im Leibniz-IZW: Anke Schumann (Wissenschaftsmanagement), Daniel Lewanzik, Julia Lorenz, Sylvia Ortmann, Christian Voigt (alle: Abt. Evolutionäre Ökologie), Konstantin Börner, Robert Hagen, Sophia Kimmig, Stephanie Kramer-Schadt (alle: Abt. Ökologische Dynamiken), Heribert Hofer (Direktor)
Konsortialpartner: Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS), Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik (IPN), Leibniz-Institut für Wissensmedien (IWM)
Aktuelle Förderorganisation: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
Forschungsschwerpunkte:
Verständnis von Merkmalen und evolutionären Anpassungen
Verständnis von Herausforderungen für Wildtiere
Entwicklung neuer Theorien, Methoden und Werkzeuge

Bürgerwissenschaften (engl. Citizen Science, CS) sind in Deutschland auf dem Vormarsch. Dabei ist der Anspruch, dass CS-Projekte sowohl der Wissenschaft als auch den Teilnehmenden Vorteile bringen. Bürgerinnen und Bürger sollen durch die Beteiligung etwas lernen, einen emotionalen Bezug zum Thema aufbauen und besser verstehen, wie Wissenschaft funktioniert. Ob es tatsächlich all diese positiven Effekte auf die Teilnehmenden gibt, ist allerdings bisher wissenschaftlich kaum untersucht. Im Verbundprojekt WTimpact arbeiten wir deshalb mit Kolleginnen und Kollegen aus der Psychologie und der Bildungsforschung zusammen.

Das Leibniz-IZW führt zwei Teilprojekte durch. In den bürgerwissenschaftlichen Studien „Wildtierforscher in Berlin“ und „Fledermausforscher in Berlin“ geht es um die Erfassung von Fledermäusen und terrestrischen Säugetieren. Die Teilnehmenden werden von uns mit der nötigen Technik (Wildtierkameras und Fledermausdetektoren) ausgestattet, um das Vorkommen von Wildtieren in der Stadt zu dokumentieren. Nach der Datenaufnahme laden die Teilnehmenden die Kamerabilder bzw. Fledermausrufe auf die Internetplattform des Projektes hoch. Anschließend können sie nicht nur bei der Auswertung der gewonnenen Daten mitwirken, sondern diese auch grafisch darstellen und mit Hilfe von statistischen Tests interpretieren. So bekommen sie wissenschaftsbasierte Einblicke in die Verbreitung und Lebensweise von Wildtieren in Berlin. Darüber hinaus haben die Teilnehmenden die Möglichkeit, ihre Ergebnisse im Forum zu diskutieren. Die Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern ermöglicht uns die Erfassung von Wildtieren in Berlin in bisher nie dagewesener Breite. Die Daten erlauben Rückschlüsse darauf, wie Wildtiere städtische Lebensräume nutzen und von welchen Landschaftsstrukturen ihre Verbreitung beeinflusst wird.

Anhand dieser Beispiele untersuchen unsere Projektpartner, welche Faktoren das Lernen und die emotionale Einstellung von Teilnehmenden an CS-Projekten beeinflussen. Wir wollen herausfinden, ob CS ein gutes Instrument des Wissenstransfers ist, und wie ein Projekt gestaltet werden muss, damit die Teilnehmenden hohen Nutzen davon haben.