Herzlich willkommen am Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung!

Das Leibniz-Institut für Zoo-und Wildtierforschung (IZW) ist eine interdisziplinär arbeitende Forschungseinrichtung, die sich mit der Erarbeitung der wissenschaftlichen Grundlagen für einen innovativen Artenschutz befasst.

Der Mensch beeinflusst nahezu alle Ökosysteme unseres Planeten. Immer noch lässt sich nicht vorhersagen, wie Flora und Fauna auf die ständig wachsenden globalen Veränderungen reagieren (werden). Wie kommt es, dass manche Wildtierarten durch die Eingriffe des Menschen bedroht sind, während andere sich erfolgreich an veränderte Lebensräume und Lebensumstände anpassen können?

Um Antworten auf diese und weitere Fragen zu finden, verbindet das IZW verschiedene Forschungsansätze und Fachdisziplinen. Wir untersuchen physiologische, genetische, verhaltensbiologische, ökologische, evolutionsbiologische und veterinärmedizinische Aspekte, verknüpfen Grundlagen- und angewandte Forschung und stellen Fragen zu Mechanismen (proximate Fragestellungen) sowie zur evolutionsbiologischen Funktion (ultimate = funktionelle Fragestellung) von Merkmalen.  

Das IZW untersucht die Anpassungsfähigkeit und die Belastbarkeit von Wildtierpopulationen in freier Wildbahn und in menschlicher Obhut in Deutschland, Europa und weltweit. Gelingt es, die Anpassungsfähigkeit von Wildtierpopulationen zu verstehen und vorherzusagen, dann kann diese Kenntnis genutzt werden, um neue Konzepte und gezielte Interventionen für den Artenschutz zu entwickeln.

Das IZW ist ein Institut des Forschungsverbundes Berlin e.V. und Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft.

Seeadler mit Jungvogel im Horst. Foto: Oliver Krone
Seeadler mit Jungvogel im Horst. Foto: Oliver Krone

Nähe zu Wegen und Straßen ist eine Belastung für Seeadler

Der Seeadler ist als Vogelart bekannt, die sensibel auf Störungen reagiert. Jedoch ist bislang nur in Ansätzen erforscht, welche Faktoren welche Auswirkungen auf die Tiere haben und wie diese Belastungen den Bruterfolg beeinflussen. Ein Forscherteam unter Leitung von Dr. Oliver Krone vom Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) hat nun bei Seeadlern in Norddeutschland Konzentrationen des Hormons Corticosteron und seiner Stoffwechselprodukte gemessen und diese Werte mit potenziellen Belastungsursachen korreliert. Sie fanden heraus, dass die Werte des Hormons im Urin der Vögel höher sind, umso näher der Horst eines Brutpaares zu Wegen oder Straßen liegt. Daraus leiten die WissenschaftlerInnen Implikationen für das Management und den Schutz der Seeadler ab, insbesondere für Schutzzonen um die Horste. Die Studie ist in der Fachzeitschrift „General and Comparative Endocrinology“ erschienen. 

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Konferenz in Berlin diskutiert drängende Fragen der Wildtierforschung und des Artenschutzes im Kontext des globalen Umweltwandels

Der sich beschleunigende globale Umweltwandel stellt für die Tierwelt unseres Planeten eine große Herausforderung dar. Studien belegen, dass sich einzelne Spezies in gewissem Rahmen an Veränderungen der Landnutzung oder des Klimas anpassen können, die überwältigende Anzahl der Arten aber mit der Geschwindigkeit des Wandels überfordert ist. Eine vom Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW), der European Association of Zoos and Aquaria (EAZA) und dem World Wildlife Fund for Nature (WWF) Deutschland organisierte Konferenz thematisiert die biologischen Grundlagen dieser Anpassungsleistungen und diskutiert über Mensch-Tier-Umwelt-Interaktionen sowie über Strategien, dem 6. Großen Massensterben in der Erdgeschichte etwas entgegenzusetzen. Die Konferenz „Wildlife Research and Conservation 2019“ (WRC 2019) findet vom 30. September bis 02. Oktober 2019 in Berlin statt.

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Manguste. Photo: Artemy Voikhansky, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=55825509
Manguste. Photo: Artemy Voikhansky, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=55825509

Nicht auf die Frisur, sondern auf den Inhalt kommt es: an den Haaren ist zu erkennen, ob Wildtiere „gestresst“ waren

Während die Haaranalyse beim Menschen inzwischen Routine ist – etwa zum Nachweis längeren Drogen- oder Medikamentenmissbrauchs – wird sie bei Tieren bisher kaum eingesetzt. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler um Alexandre Azevedo und Katarina Jewgenow vom Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) wiesen nun bei wildlebenden Mangusten in Portugal den Einbau des „Stress“-Hormons Cortisol in Haaren nach und bestimmten Normalwerte für Cortisol bei diesen kleinen Raubtieren. Alter, Geschlecht und Lagerzeit der Proben spiegelten sich in den Cortisolwerten wieder, nicht jedoch Jahreszeit oder Reproduktionsstatus der Weibchen. Jetzt kann untersucht werden, ob verschiedene Lebensräume und veränderte Lebensumstände, etwa die Rückkehr der Iberischen Luchse als Nahrungskonkurrenten, die Mangusten in besonderer Weise belasten. Die Ergebnisse wurden kürzlich in der wissenschaftlichen Zeitschrift „PLoS ONE“ publiziert.

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in-vitro-Embryonenentwicklung beim Nördlichen Breitmaulnashorn Foto: BioRescue/Avantea
in-vitro-Embryonenentwicklung beim Nördlichen Breitmaulnashorn Foto: BioRescue/Avantea

Erste in-vitro-Embryonen könnten Wendepunkt für das fast ausgestorbene Nördliche Breitmaulnashorn markieren

Seit Jahrzehnten ist die Geschichte des Nördlichen Breitmaulnashorns eine Geschichte des Niedergangs. Die Zahl der Individuen sank 2018 auf nur noch zwei, so dass das komplette Aussterben scheinbar nur noch eine Frage der Zeit ist. Ein internationales Konsortium von WissenschaftlernInnen und NaturschützerInnen hat nun einen Meilenstein in der assistierten Reproduktion erreicht, der ein Wendepunkt im Schicksal dieser großartigen Tiere sein könnte. Mit Hilfe von Eizellen, die kürzlich in Kenia von den beiden verbliebenen Weibchen entnommen wurden, und gefrorenem Sperma von verstorbenen Bullen gelang es ihnen, im Labor zwei Nördliche Breitmaulnashorn-Embryonen herzustellen. Die Embryonen werden nun in flüssigem Stickstoff gelagert, um in der Zukunft in eine Leihmutter überführt zu werden.

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Befruchtung von Eizellen im Labor (Foto: Ami Vitale)
Befruchtung von Eizellen im Labor (Foto: Ami Vitale)

Eizellen des Nördlichen Breitmaulnashorns erfolgreich im Labor befruchtet

Nachdem den beiden letzten überlebenden Weibchen des Nördlichen Breitmaulnashorns, Najin und Fatu, am 22. August in Kenia mit Erfolg zehn Eizellen entnommen werden konnten, gibt das internationale Team von Wissenschaftlern und Umweltschützern bekannt, dass sieben der zehn Eizellen (vier von Fatu und drei von Najin) erfolgreich zur Reife gebracht und künstlich befruchtet wurden. Die künstliche Befruchtung erfolgte durch eine intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI) mit zuvor eingefrorenen Spermien von zwei Bullen der Nördlichen Breitmaulnashörner, Suni und Saut, am 25. August. Dies ist der nächste entscheidende Meilenstein, um hoffentlich lebensfähige Embryonen zu erzeugen, die eingefroren und dann später von einem Südlichen Breitmaulnashorn- Weibchen als Leihmutter ausgetragen werden sollen.

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