Auswirkungen der Interaktionen zwischen Mensch und Wildtieren auf die Gesundheit des Darmmikrobioms wildlebender Säugetiere

Ziel dieses Projekts ist es, die Auswirkungen der anthropogenen Nahrungsversorgung, der Anwesenheit von Haustieren und der Umweltqualität auf die Gesundheit und das Zoonosepotenzial wildlebender Tiere im Atlantischen Regenwald von Rio de Janeiro zu untersuchen.

Projektdetails
Vollständiger Projekttitel: Auf dem Weg zu „One Health“: Auswirkungen der Interaktionen zwischen Mensch und Wildtieren auf die Gesundheit des Darmmikrobioms wildlebender Säugetiere
Laufzeit: 01/2025 - 12/2027
Drittmittelfinanziert: ja
Beteiligte Abteilung(en): Abt. Wildtierkrankheiten
Projektleitung im Leibniz-IZW: Guilherme Neumann (Abt. Wildtierkrankheiten)
Projektbeteiligte im Leibniz-IZW: Alex Greenwood (Abt. Wildtierkrankheiten), Camila Mazzoni (Abt. Evolutionsgenetik)
Konsortialpartner: Pontifical Catholic University of Rio de Janeiro, Oswaldo Cruz Foundation (Fiocruz)
Aktuelle Förderorganisation: CNPq (National Council for Scientific and Technological Development)
Forschungsschwerpunkte: Verständnis von Herausforderungen für Wildtiere
Verständnis von Wildtiergesundheit und gestörter Homeostase

 

Derzeit leben mehr als 55 % der Weltbevölkerung in städtischen Gebieten, in denen der tägliche Kontakt zur Natur eingeschränkt ist. Dieses als „Erlebnisverlust“ bezeichnete Phänomen stellt ein großes Problem für die öffentliche Gesundheit dar und ist eines der größten Hindernisse bei der Bewältigung der globalen Umweltkrise. Eine Lösung besteht darin, den Menschen mehr Möglichkeiten zu bieten, die Natur zu erleben, beispielsweise durch den Besuch stadtnaher oder innerstädtischer Naturschutzgebiete. Allerdings können solche Besuche unerwünschte negative Auswirkungen haben (z. B. Konflikte zwischen Mensch und Wildtieren), wie etwa die Fütterung von Wildtieren durch Menschen.

Zudem sind städtische Schutzgebiete häufig durch die Anwesenheit von Haustieren wie Hunden und Katzen sowie durch eine Verschlechterung der Qualität der von ihnen geschützten natürlichen Lebensräume beeinträchtigt. Diese Auswirkungen stellen nicht nur ein Risiko für die Gesundheit der Wildtiere dar, sondern auch für die Gesundheit von Mensch und Umwelt, da alle Bereiche miteinander verbunden sind, wie es das „One-Health“-Konzept definiert.

 

 

Ziel dieses laufenden Projekts ist es, die Auswirkungen anthropogener Fütterung, der Anwesenheit von Haustieren und der Umweltqualität auf die Gesundheit und das Zoonosepotenzial wildlebender Tiere Atlantischen Regenwald in Rio de Janeiro zu untersuchen. Zu diesem Zweck wird das Darmmikrobiom zweier wildlebender Säugetiere, des Südamerikanischer Nasenbärs (Nasua nasua) und des Schwarzen Kapuzineraffens (Sapajus nigritus), mittels Gesamtmetagenomik charakterisiert – sowohl in einem städtischen Schutzgebiet, in dem diese Einflüsse deutlich erkennbar sind, als auch in einem Kontrollschutzgebiet, in dem diese Einflüsse minimal sind. Das Vorkommen von Krankheitserregern (und deren jeweilige Zoonoserisiken) sowie von Antibiotikaresistenzgenen wird untersucht, und die Mikroorganismen werden entsprechend ihrer Stoffwechselwege klassifiziert. Dieses Projekt soll einen Beitrag zur Minderung von Konflikten zwischen Mensch und Wildtieren leisten und so sicherstellen, dass die Wechselwirkungen zwischen Mensch und Natur in städtischen Gebieten positiv verlaufen.

Dieses Projekt wird von der brasilianischen Förderagentur CNPq (Nationaler Rat für wissenschaftliche und technologische Entwicklung) finanziert und von Prof. Dr. Paula Koeler Lira von der Päpstlichen Katholischen Universität von Rio de Janeiro koordiniert, gemeinsam mit Dr. Guilherme Neumann (vom IZW) und in Zusammenarbeit mit Dr. Marina Galvão Bueno von der Oswaldo-Cruz-Stiftung (Fiocruz).