Abteilung für Evolutionsgenetik: Aktuelle Projekte

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Der Ursprung der letzten Wildpferde

Obwohl Przewalskipferde gemeinhin als die letzte Art von Wildpferden gelten, zeigen Genomstudien, dass alle heute lebenden Przewalskipferde von ehemals domestizierten Tieren abstammen.

Malaienbär Naturschutzgenetik und -genomik

Trotz seiner starken Gefährdung gilt der Malaienbär (Helarctos malayanus) laut IUCN als die am wenigsten erforschte Bärenart. Das Projekt nutzt genetische und genomische Methoden, um den Artenschutz mit modernen molekularen Werkzeugen zu verbessern.

Vergleichende Umwelt-Epigenetik bei Wildtieren

Epigenetische Modifikationen fördern die Anpassung an Umweltveränderungen. Während bisher vor allem epigenetische Signaturen von Müttern und deren Nachwuchs untersucht wurden, analysiert diese Studie väterlich übertragene Effekte und prüft, ob verschiedene Umweltveränderungen ähnliche oder unterschiedliche epigenetische Muster bewirken.

Evolution, Artbildung und Schutz der Faultiere

Wir untersuchen die Evolutionsgeschichte der beiden einzigen noch existierenden Faultiergattungen (Choloepus und Bradypus) im Zusammenhang mit der Geschichte und Biogeographie der Neotropen. (© Foto: Jean Paul Montanaro)

Neue computergestützte Methoden in der Wildtier-Forschung

Viele unserer Forschungsprojekte erfordern neue Programme zur Verarbeitung und Auswertung der gewonnenen Daten. Diese Analyse-Werkzeuge entwickeln wir entweder selbst oder in Kooperationen und stellen sie auch Dritten zur Verfügung.

Wie sich Populationen verändern: Erkenntnisse aus 27 Jahren Hyänenforschung

Die über 27 Jahre laufende Langzeitstudie an Tüpfelhyänen (Crocuta crocuta) im Ngorongoro-Krater (Tansania) ermöglicht einzigartige Einblicke in das Zusammenspiel demografischer und genetischer Veränderungen. Durch Simulationen mit Hilfe eines individuenbasierten Modells untersuchen wir zentrale Fragen für Grundlagenforschung und Naturschutz.

Zweifingerfaultier (Choloepus ssp.) – Populationsgenomgestütztes Management außerhalb ihres natürlichen Lebensraums

Das Projekt untersucht die Ex-situ-Population von fast 300 Zweifingerfaultieren (Choloepus didactylus und Choloepus hoffmani) in europäischen Zoos. Ziel der populationsgenomischen Untersuchungen ist die Entwicklung von Empfehlungen zur Erhaltung der genetischen Vielfalt. Genomdaten zeigen mindestens vier unterschiedliche Wildlinien, was die bisherigen Zuchtstrategien in Frage stellt. (© Foto: T6 Adventures, Pexels)

Projekt "Anatolischer Luchs" (zur Zeit ruhend)

Der anatolische Luchs zeigt lokal angepasste Ernährung, Morphologie und Verhalten, die ihn von anderen europäischen Luchspopulationen unterscheiden. Das Projekt zielt darauf ab, eine umfassende Datengrundlage für seinen Schutz zu schaffen und ein Modell für die Erhaltung anderer türkischer Raubtiere zu entwickeln.

Meeresschildkröten-Genom

Das Projekt erstellt hochwertige Referenzgenome für fünf Meeresschildkrötenarten, um Schutzstrategien, Populationserholung und Resilienz zu verbessern. (© Foto: Belle Co, Pexels)

Energiebedarf bei Ausdauer

Während kurzzeitig hochaktive Säugetiere nach Kohlenhydratverbrauch erschöpfen, verbrennen Zugvögel Fett. Unklar bleibt, wie migrierende Fledermäuse ihre Langstreckenenergie decken: durch Fettreserven oder kontinuierliche Nahrungsaufnahme unterwegs?

Phylogeographische Abgrenzung und adaptive Genomik von Tamandua tetradactyla

Das Projekt untersucht genetische Vielfalt und Verbreitung des südamerikanischen Ameisenbärs (Tamandua tetradactyla). Genomsequenzierung und SNP-Analysen sollen Artabgrenzung klären, Anpassungsgene identifizieren und Schutzstrategien unterstützen. (© Foto: Marcelo Amantino, Pexels)

Schutz der Waldelefanten in Liberia

In enger Kooperation mit ElReCo und Future for Elephants untersuchen wir mit Hilfe genetischer Marker Größe, Struktur und Geschlechtszusammensetzung von Waldelefantenpopulationen (Loxodonta cyclotis) in Liberia. Da verlässliche Bestandsdaten für Westafrika bislang fehlen, liefert das Projekt wichtige Erkenntnisse als Grundlage für gezielte Schutzmaßnahmen zum Erhalt dieser bedrohten Riesen.

Wildschweine im urbanen Raum (zur Zeit ruhend)

Wildschweine haben in vielen europäischen Städten stabile Populationen etabliert. In Berlin und gemeinsam mit unserem Kooperationspartner Wildlife Ecology & Health in Barcelona untersuchen wir, ob diese Bestände selbsterhaltend sind oder von Zuwanderung abhängen – als Grundlage für ein effektives Management von Mensch-Wildtierkonflikten.

Biodiversitätsgenomik Europa

Das EU-Projekt „Biodiversity Genomics Europe“ nutzt Genomforschung, um Biodiversität zu erfassen und ihren Rückgang zu bekämpfen. Mit 33 Partnern in 20 Ländern werden DNA-Barcoding- und Genomsequenzierungen durchgeführt, um Forschung, Biomonitoring und Naturschutzmaßnahmen europaweit zu verbessern. (© Foto: Carel Voorhorst, Pexels)

Evolution in Wildpopulationen: Determinanten der Fitness und Reaktionen auf Umweltveränderungen bei Tüpfelhyänen

Langfristige demografische Daten und Genomdaten von rund 1.200 Tüpfelhyänen im Ngorongoro-Krater werden genutzt, um Fitness, Reaktionen auf Umweltveränderungen und Populationsdynamik mithilfe von 30.000 SNPs zu untersuchen.

Kollomic: Zugang zu Museumsproben für die Langsequenzierung

Dieses Projekt zielt darauf ab, Museumssammlungen mit Millionen historischer Proben zu nutzen, um mithilfe präziser Langsequenzierungstechnologien hochwertige Genome zu erstellen. (© Foto: Hannes Grobe, Pexels)

Genotropismus: Adaptive Genomik für neotropische Arten

Das brasilianisch-deutsche Konsortium Genotropics nutzt genomische Ansätze, um die genetischen Grundlagen adaptiver Merkmale neotropischer Arten zu erforschen. Schulungen, Wissensaustausch und gemeinsame Projekte fördern Expertise und stärken die Artenvielfaltforschung. (© Foto: Christopher Borges, Pexels)

Populations- und Funktionsgenomik der halbwild gehaltenen Asiatischen Elefanten in Myanmar

Genomische, phänotypische und gesundheitsbezogene Daten einer halbwild gehaltenen Elefantenpopulation in Myanmar werden genutzt, um biologische, krankheitsbezogene und artenschutzrelevante Fragen zu beantworten. Das Projekt liefert unter anderem das erste Referenzgenom der Art. (© Foto: Virpi Lummaa)