Überwachung zoonotischer Risiken bei Wildtieren in städtischen Gebieten
Ziel dieses Projekts ist die nicht-invasive Überwachung von Zoonosen und die Vorhersage des Zoonosenrisikos durch die Integration von Populationsgenetik der Wirte und Analyse des oralen Viroms bei Nasenbären in einem städtischen Nationalpark in Rio de Janeiro.
| Vollständiger Projekttitel: | Non-invasive Zoonotic Surveillance of coatis (Nasua nasua) in an Urban National Park in Rio de Janeiro: Integrating Host Population Genetics and Oral Virome Analysis to Predict Zoonotic Risk in Urban-Isolated Wildlife |
| Laufzeit: | 01/2026 - 12/2029 |
| Drittmittelfinanziert: | ja |
| Beteiligte Abteilung(en): | Abt. Wildtierkrankheiten |
| Projektleitung im Leibniz-IZW: | Guilherme Neumann (Abt. Wildtierkrankheiten) |
| Projektbeteiligte im Leibniz-IZW: | Alex Greenwood, Gabór Czirják (alle: Abt. Wildtierkrankheiten) |
| Konsortialpartner: | Universidade de São Paulo, Oswaldo Cruz Foundation (Fiocruz), Instituto Nacional de Mata Atlântica |
| Aktuelle Förderorganisation: | CNPq (National Council for Scientific and Technological Development) |
| Forschungsschwerpunkte: | Verständnis von Herausforderungen für Wildtiere |
| Verständnis von Wildtiergesundheit und gestörter Homeostase |
Die Urbanisierung und Ausweitung menschlicher Aktivitäten verändern natürliche Lebensräume und beeinflussen damit die Diversitätsmuster von Infektionserregern, welche die Gesundheit von Mensch und Tier bedrohen. Der Tijuca-Nationalpark ist mit einer Fläche von etwa 4.200 Hektar einer der weltweit größten Stadtwälder; er liegt direkt innerhalb der Stadt Rio de Janeiro und ist einer Dynamik ständiger menschlicher Einflüsse und Kontakte ausgesetzt. Daher ist die Entwicklung von Instrumenten zur Überwachung des Vorkommens potenziell zoonotischer Krankheitserreger bei Wildtieren unerlässlich, um wirksame Strategien zur Prävention und Eindämmung von Zoonosen zu entwickeln. Ein solches Vorgehen steht im Einklang mit dem „One-Health“-Ansatz zur Erhaltung der öffentlichen Gesundheit und der Tiergesundheit sowie zum Schutz der biologischen Vielfalt.
Im Mittelpunkt dieser laufenden Studie steht die Charakterisierung des oralen Mikrobioms und Viroms von Südamerikanischen Nasenbären (Nasua nasua), die im Park häufig anzutreffen sind. Dazu werden Proben mithilfe von S.W.A.B. (Spontaneous Wildlife Autonomous Biosampler), einem neuartigen, nicht-invasiven Gerät zur Speichelentnahme, erhoben. Gleichzeitig werden wir den Zusammenhang zwischen der Pathogendynamik, der funktionellen Immunität der Tiere und der genetischen Vielfalt des Wirts untersuchen. Um einen nachhaltigen und tierschutzorientierten Ansatz zu gewährleisten, werden wir zunächst die S.W.A.B.-Methode im Vergleich zu herkömmlichen invasiven Abstrichverfahren validieren. Letztendlich zielt das Projekt darauf ab, metagenomische Daten zur viralen und mikrobiellen Dynamik mit den genetischen und immunologischen Profilen der Wirte zu verknüpfen, um wertvolle Erkenntnisse über die Anfälligkeit der Wirte zu gewinnen und Vorhersagemodelle für zoonotische Risiken an dieser kritischen Schnittstelle zwischen Stadt und Wildtierwelt zu unterstützen.
Dieses Projekt wird von der brasilianischen Förderagentur CNPq (Nationaler Rat für wissenschaftliche und technologische Entwicklung) finanziert und von Dr. Marina Galvão Bueno von der Oswaldo-Cruz-Stiftung (Fiocruz) in Zusammenarbeit mit Dr. Guilherme Neumann (vom IZW), Prof. Dr. Maristela Martins de Camargo von der Universidade de São Paulo sowie Dr. Mariana Malzoni Furtado Gaspari vom Instituto Nacional de Mata Atlântica.
