Das Leibniz-IZW ist ein international anerkanntes Forschungsinstitut. Es gehört zum Forschungsverbund Berlin e.V. und ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft. Unser Ziel ist es, die Anpassungsfähigkeit von Wildtieren im Kontext des globalen Wandels zu verstehen und zum Erhalt von gesunden Wildtierbeständen beizutragen. Dafür erforschen wir die Vielfalt von Lebenslauf-Strategien, die Mechanismen der evolutionären Anpassungen und ihre Grenzen – inklusive Wildtierkrankheiten – sowie die Wechselbeziehungen zwischen Wildtieren, ihrer Umwelt und dem Menschen. Wir setzen Expertise aus Biologie und Veterinärmedizin in einem interdisziplinären Ansatz ein, um Grundlagen- und angewandte Forschung – von der molekularen bis zur landschaftlichen Ebene – in engem Austausch mit Stakeholdern und der Öffentlichkeit durchzuführen. Darüber hinaus stellen wir einzigartige und hochwertige Dienstleistungen für die Wissenschaftsgemeinschaft bereit.
Aktuelle Informationen zur Afrikanischen Schweinepest in Deutschland: Das Leibniz-IZW führt Forschungen zur Populationsdynamik, zur Modellierung von Krankheitsausbrüchen bei Wildschweinen sowie zur Ökologie und Mensch-Tier-Interaktion in urbanen Räumen durch. Die Afrikanische Schweinepest ist eine anzeigepflichtige Krankheit bei Nutztieren und daher sind für alle Fragen zum akuten Infektionsgeschehen die jeweiligen Landeslabore und das Friedrich-Loeffler-Institut (Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit) FLI zuständig.
Aktuelles
Konferenz in Berlin diskutiert drängende Fragen der Wildtierforschung und des Artenschutzes im Kontext des globalen Umweltwandels
Der sich beschleunigende globale Umweltwandel stellt für die Tierwelt unseres Planeten eine große Herausforderung dar. Studien belegen, dass sich einzelne Spezies in gewissem Rahmen an Veränderungen der Landnutzung oder des Klimas anpassen können, die überwältigende Anzahl der Arten aber mit der Geschwindigkeit des Wandels überfordert ist. Eine vom Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW), der European Association of Zoos and Aquaria (EAZA) und dem World Wildlife Fund for Nature (WWF) Deutschland organisierte Konferenz thematisiert die biologischen Grundlagen dieser Anpassungsleistungen und diskutiert über Mensch-Tier-Umwelt-Interaktionen sowie über Strategien, dem 6. Großen Massensterben in der Erdgeschichte etwas entgegenzusetzen. Die Konferenz „Wildlife Research and Conservation 2019“ (WRC 2019) findet vom 30. September bis 02. Oktober 2019 in Berlin statt.
Nicht auf die Frisur, sondern auf den Inhalt kommt es: an den Haaren ist zu erkennen, ob Wildtiere „gestresst“ waren
Während die Haaranalyse beim Menschen inzwischen Routine ist – etwa zum Nachweis längeren Drogen- oder Medikamentenmissbrauchs – wird sie bei Tieren bisher kaum eingesetzt. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler um Alexandre Azevedo und Katarina Jewgenow vom Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) wiesen nun bei wildlebenden Mangusten in Portugal den Einbau des „Stress“-Hormons Cortisol in Haaren nach und bestimmten Normalwerte für Cortisol bei diesen kleinen Raubtieren. Alter, Geschlecht und Lagerzeit der Proben spiegelten sich in den Cortisolwerten wieder, nicht jedoch Jahreszeit oder Reproduktionsstatus der Weibchen. Jetzt kann untersucht werden, ob verschiedene Lebensräume und veränderte Lebensumstände, etwa die Rückkehr der Iberischen Luchse als Nahrungskonkurrenten, die Mangusten in besonderer Weise belasten. Die Ergebnisse wurden kürzlich in der wissenschaftlichen Zeitschrift „PLoS ONE“ publiziert.
Erste in-vitro-Embryonen könnten Wendepunkt für das fast ausgestorbene Nördliche Breitmaulnashorn markieren
Seit Jahrzehnten ist die Geschichte des Nördlichen Breitmaulnashorns eine Geschichte des Niedergangs. Die Zahl der Individuen sank 2018 auf nur noch zwei, so dass das komplette Aussterben scheinbar nur noch eine Frage der Zeit ist. Ein internationales Konsortium von WissenschaftlernInnen und NaturschützerInnen hat nun einen Meilenstein in der assistierten Reproduktion erreicht, der ein Wendepunkt im Schicksal dieser großartigen Tiere sein könnte. Mit Hilfe von Eizellen, die kürzlich in Kenia von den beiden verbliebenen Weibchen entnommen wurden, und gefrorenem Sperma von verstorbenen Bullen gelang es ihnen, im Labor zwei Nördliche Breitmaulnashorn-Embryonen herzustellen. Die Embryonen werden nun in flüssigem Stickstoff gelagert, um in der Zukunft in eine Leihmutter überführt zu werden.
Eizellen des Nördlichen Breitmaulnashorns erfolgreich im Labor befruchtet
Nachdem den beiden letzten überlebenden Weibchen des Nördlichen Breitmaulnashorns, Najin und Fatu, am 22. August in Kenia mit Erfolg zehn Eizellen entnommen werden konnten, gibt das internationale Team von Wissenschaftlern und Umweltschützern bekannt, dass sieben der zehn Eizellen (vier von Fatu und drei von Najin) erfolgreich zur Reife gebracht und künstlich befruchtet wurden. Die künstliche Befruchtung erfolgte durch eine intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI) mit zuvor eingefrorenen Spermien von zwei Bullen der Nördlichen Breitmaulnashörner, Suni und Saut, am 25. August. Dies ist der nächste entscheidende Meilenstein, um hoffentlich lebensfähige Embryonen zu erzeugen, die eingefroren und dann später von einem Südlichen Breitmaulnashorn- Weibchen als Leihmutter ausgetragen werden sollen.
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Erfolgreiche Eizellenentnahme bei Nördlichen Breitmaulnashörnern – ein weiterer Meilenstein für ihre Rettung
Es gibt nur noch zwei Nördliche Breitmaulnashörner auf der Welt, beide sind Weibchen. Diese charismatischen Dickhäuter vor dem Aussterben zu bewahren erscheint unmöglich – doch ein internationales Team aus WissenschaftlerInnen und Tierärzten hat erstmals eine Prozedur durchgeführt, die eine assistierte Reproduktion ermöglicht, um das Unmögliche dennoch zu erreichen. Am 22. August 2019 hat das Team erfolgreich Eizellen der weiblichen Tiere gewonnen. Die erstmals in Nördlichen Breitmaulnashörnern durchgeführte Prozedur fand im Ol Pejeta Reservat in Kenia statt. Die Eizellen werden nun mit eingefrorenen Spermien eines bereits verstorbenen Bullen künstlich befruchtet. Ein im Labor erzeugter Embryo soll später einer Leihmutter, einer Südlichen Breitmaulnashornkuh, eingesetzt werden. Die Eizellenentnahme ist das Resultat der erfolgreichen Zusammenarbeit des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) mit dem Zoo Dvůr Králové, Avantea sowie der Ol Pejeta Conservancy und dem Kenya Wildlife Service (KWS). Ermöglicht wurde der Eingriff durch Fördermittel des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF).
Einzelerkrankung oder Seuchenzug? Paarungsverhalten und Bewegungsmuster beeinflussen Dynamik von Tierseuchen
Schweinepest, Tollwut, Vogelgrippe – Krankheitsausbrüche in Wildtierbeständen betreffen oft auch Nutztiere und den Menschen. Ihre Ursachen und die Dynamik ihrer Ausbreitung sind häufig komplex und nicht gut erforscht. Ein Team aus WissenschaftlerInnen unter Leitung des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) hat nun eine Analyse von Langzeitdaten eines Ausbruchs der Klassischen Schweinepest in Wildschweinen in Mecklenburg-Vorpommern durchgeführt, der sich von 1993 bis 2000 ereignete. Die Ergebnisse legen nahe, dass nicht infizierte Regionen aufgrund veränderter Bewegungsmuster insbesondere in der Mast- und Paarungszeit (im Herbst und Winter) höhere Infektionsrisiken aufweisen, und erlauben somit erstmals ein gezieltes Eingreifen bei kommenden Ausbrüchen. Die Erkenntnisse wurden im „Journal of Animal Ecology“ veröffentlicht.
Fuchs, Waschbär und Co. in Berliner Gärten – Wildtierforscher für dritte Projektrunde gesucht!
Zahlreiche Wildtierarten haben in den vergangenen Jahrzehnten den Weg nach Berlin gefunden und sich hier dauerhaft angesiedelt. Allerdings ist noch relativ wenig darüber bekannt, wo unsere tierischen Nachbarn leben und wie sie mit den Umweltbedingungen im Großstadtdschungel umgehen. Um dies herauszufinden, führt das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) ein bürgerwissenschaftliches Projekt über wildlebende Säugetiere durch, das vier vergleichbare Projektrunden umfasst. Für die dritte Projektrunde, die Ende September beginnt und zwei Monate dauert, sucht das Leibniz-IZW jetzt Berliner*innen mit eigenem Garten. Interessenten können sich bis zum 01.09.2019 auf www.wildtierforscher-berlin.de bewerben.
Das Klima wandelt sich schneller, als sich die Tierwelt anpassen kann
Der Klimawandel bedroht das Überleben von Tierarten überall auf der Erde. Ihr Aussterben kann die Gesundheit der Ökosysteme beeinträchtigen, in denen sie leben. Daher ist es von großer Bedeutung zu beurteilen, inwieweit Tiere auf sich verändernde Umweltbedingungen – zum Beispiel durch eine Verschiebung der Brutzeiten bei Vögeln – reagieren können und ob diese Veränderungen ein langfristiges Fortbestehen der Bestände ermöglichen. Um diese Fragen zu beantworten, hat ein internationales Team von 64 Forschern unter der Leitung von Viktoriia Radchuk, Alexandre Courtiol und Stephanie Kramer-Schadt vom Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) mehr als 10.000 veröffentlichte wissenschaftliche Studien ausgewertet. Die Ergebnisse ihrer Analyse sind beunruhigend: Obwohl Tiere häufig auf den Klimawandel reagieren, sind solche Reaktionen im Allgemeinen unzureichend, um das rasante Tempo des Temperaturanstiegs zu bewältigen und gehen manchmal in die falsche Richtung. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift "Nature Communications" veröffentlicht.
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Berliner erweisen sich als engagierte Fledermausforscher – Bürgerwissenschaftler für die nächste Projektphase gesucht!
Berlin ist die Hauptstadt der Fledermäuse. Von den 25 in Deutschland vorkommenden Arten sind 18 in Berlin nachgewiesen. Um mehr darüber herauszufinden, warum so viele Arten in Berlin leben und wo sie im Stadtgebiet unterwegs sind, führt das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) seit Mai diesen Jahres ein bürgerwissenschaftliches Forschungsprojekt über Fledermäuse in Berlin durch und sucht nun für die zweite Projektphase wieder neugierige Berliner*innen, die auf die Suche nach Fledermäusen gehen. Die Teilnehmenden erhalten hierfür leihweise vom Leibniz-IZW einen Fledermausdetektor, mit dem sie entlang festgelegter Strecken in Berlin Fledermausrufe aufzeichnen. Wer mitmachen möchte, kann sich bis zum 04. August 2019 um die Teilnahme am Projekt bewerben.
Jung gepaart? Dann klappt’s auch mit dem Geparden-Nachwuchs
Raubkatzenexperten in vielen Zoos der Welt sind ratlos. Mit dem Geparden-Nachwuchs will es trotz aller Bemühungen oft nicht funktionieren. ForscherInnen vom Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) fanden nun gemeinsam mit KollegInnen des Allwetterzoo Münster heraus, woran es hapert: Das Alter der Muttertiere bei der ersten Trächtigkeit ist der entscheidende Faktor, denn im Gegensatz zur freien Wildbahn werden Raubkatzen in Zoos erst deutlich nach der Erlangung der Geschlechtsreife verpaart. Aus den Studienresultaten leiten die ForscherInnen Empfehlungen für die Haltung von Geparden in Zoologischen Gärten ab. Die Studie ist in der Fachzeitschrift „Journal of Zoo and Aquarium Research“ erschienen.
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