Das Leibniz-IZW ist ein international anerkanntes Forschungsinstitut. Es gehört zum Forschungsverbund Berlin e.V. und ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft. Unser Ziel ist es, die Anpassungsfähigkeit von Wildtieren im Kontext des globalen Wandels zu verstehen und zum Erhalt von gesunden Wildtierbeständen beizutragen. Dafür erforschen wir die Vielfalt von Lebenslauf-Strategien, die Mechanismen der evolutionären Anpassungen und ihre Grenzen – inklusive Wildtierkrankheiten – sowie die Wechselbeziehungen zwischen Wildtieren, ihrer Umwelt und dem Menschen. Wir setzen Expertise aus Biologie und Veterinärmedizin in einem interdisziplinären Ansatz ein, um Grundlagen- und angewandte Forschung – von der molekularen bis zur landschaftlichen Ebene – in engem Austausch mit Stakeholdern und der Öffentlichkeit durchzuführen. Darüber hinaus stellen wir einzigartige und hochwertige Dienstleistungen für die Wissenschaftsgemeinschaft bereit.

Aktuelle Informationen zur Afrikanischen Schweinepest in Deutschland: Das Leibniz-IZW führt Forschungen zur Populationsdynamik, zur Modellierung von Krankheitsausbrüchen bei Wildschweinen sowie zur Ökologie und Mensch-Tier-Interaktion in urbanen Räumen durch. Die Afrikanische Schweinepest ist eine anzeigepflichtige Krankheit bei Nutztieren und daher sind für alle Fragen zum akuten Infektionsgeschehen die jeweiligen Landeslabore und das Friedrich-Loeffler-Institut (Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit) FLI zuständig.

Aktuelles

Bache mit Frischlingen. Foto David Wiemer
Bache mit Frischlingen. Foto David Wiemer

Einzelerkrankung oder Seuchenzug? Paarungsverhalten und Bewegungsmuster beeinflussen Dynamik von Tierseuchen

Schweinepest, Tollwut, Vogelgrippe – Krankheitsausbrüche in Wildtierbeständen betreffen oft auch Nutztiere und den Menschen. Ihre Ursachen und die Dynamik ihrer Ausbreitung sind häufig komplex und nicht gut erforscht. Ein Team aus WissenschaftlerInnen unter Leitung des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) hat nun eine Analyse von Langzeitdaten eines Ausbruchs der Klassischen Schweinepest in Wildschweinen in Mecklenburg-Vorpommern durchgeführt, der sich von 1993 bis 2000 ereignete. Die Ergebnisse legen nahe, dass nicht infizierte Regionen aufgrund veränderter Bewegungsmuster insbesondere in der Mast- und Paarungszeit (im Herbst und Winter) höhere Infektionsrisiken aufweisen, und erlauben somit erstmals ein gezieltes Eingreifen bei kommenden Ausbrüchen. Die Erkenntnisse wurden im „Journal of Animal Ecology“ veröffentlicht.

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Ein Fuchs in einem Berliner Garten, aufgenommen von einer Wildtierkamera des Leibniz-IZW (Foto: Leibniz-IZW)
Ein Fuchs in einem Berliner Garten, aufgenommen von einer Wildtierkamera des Leibniz-IZW (Foto: Leibniz-IZW)

Fuchs, Waschbär und Co. in Berliner Gärten – Wildtierforscher für dritte Projektrunde gesucht!

Zahlreiche Wildtierarten haben in den vergangenen Jahrzehnten den Weg nach Berlin gefunden und sich hier dauerhaft angesiedelt. Allerdings ist noch relativ wenig darüber bekannt, wo unsere tierischen Nachbarn leben und wie sie mit den Umweltbedingungen im Großstadtdschungel umgehen. Um dies herauszufinden, führt das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) ein bürgerwissenschaftliches Projekt über wildlebende Säugetiere durch, das vier vergleichbare Projektrunden umfasst. Für die dritte Projektrunde, die Ende September beginnt und zwei Monate dauert, sucht das Leibniz-IZW jetzt Berliner*innen mit eigenem Garten. Interessenten können sich bis zum 01.09.2019 auf www.wildtierforscher-berlin.de bewerben.

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Kohlmeise (Parus major); Copyright: Bernard Castelein
Kohlmeise (Parus major); Copyright: Bernard Castelein

Das Klima wandelt sich schneller, als sich die Tierwelt anpassen kann

Der Klimawandel bedroht das Überleben von Tierarten überall auf der Erde. Ihr Aussterben kann die Gesundheit der Ökosysteme beeinträchtigen, in denen sie leben. Daher ist es von großer Bedeutung zu beurteilen, inwieweit Tiere auf sich verändernde Umweltbedingungen – zum Beispiel durch eine Verschiebung der Brutzeiten bei Vögeln – reagieren können und ob diese Veränderungen ein langfristiges Fortbestehen der Bestände ermöglichen. Um diese Fragen zu beantworten, hat ein internationales Team von 64 Forschern unter der Leitung von Viktoriia Radchuk, Alexandre Courtiol und Stephanie Kramer-Schadt vom Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) mehr als 10.000 veröffentlichte wissenschaftliche Studien ausgewertet. Die Ergebnisse ihrer Analyse sind beunruhigend: Obwohl Tiere häufig auf den Klimawandel reagieren, sind solche Reaktionen im Allgemeinen unzureichend, um das rasante Tempo des Temperaturanstiegs zu bewältigen und gehen manchmal in die falsche Richtung. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift "Nature Communications" veröffentlicht.

 

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Mit dem Fledermausdetektor auf der Suche nach Abendsegler und Co. (Foto: Christof Häberle
Mit dem Fledermausdetektor auf der Suche nach Abendsegler und Co. (Foto: Christof Häberle

Berliner erweisen sich als engagierte Fledermausforscher – Bürgerwissenschaftler für die nächste Projektphase gesucht!

Berlin ist die Hauptstadt der Fledermäuse. Von den 25 in Deutschland vorkommenden Arten sind 18 in Berlin nachgewiesen. Um mehr darüber herauszufinden, warum so viele Arten in Berlin leben und wo sie im Stadtgebiet unterwegs sind, führt das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) seit Mai diesen Jahres ein bürgerwissenschaftliches Forschungsprojekt über Fledermäuse in Berlin durch und sucht nun für die zweite Projektphase wieder neugierige Berliner*innen, die auf die Suche nach Fledermäusen gehen. Die Teilnehmenden erhalten hierfür leihweise vom Leibniz-IZW einen Fledermausdetektor, mit dem sie entlang festgelegter Strecken in Berlin Fledermausrufe aufzeichnen. Wer mitmachen möchte, kann sich bis zum 04. August 2019 um die Teilnahme am Projekt bewerben. 

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Gepard im Planckendael Zoo (Niederlande). Photo: Ad Meskens (Wikimedia Commons)
Gepard im Planckendael Zoo (Niederlande). Photo: Ad Meskens (Wikimedia Commons)

Jung gepaart? Dann klappt’s auch mit dem Geparden-Nachwuchs

Raubkatzenexperten in vielen Zoos der Welt sind ratlos. Mit dem Geparden-Nachwuchs will es trotz aller Bemühungen oft nicht funktionieren. ForscherInnen vom Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) fanden nun gemeinsam mit KollegInnen des Allwetterzoo Münster heraus, woran es hapert: Das Alter der Muttertiere bei der ersten Trächtigkeit ist der entscheidende Faktor, denn im Gegensatz zur freien Wildbahn werden Raubkatzen in Zoos erst deutlich nach der Erlangung der Geschlechtsreife verpaart. Aus den Studienresultaten leiten die ForscherInnen Empfehlungen für die Haltung von Geparden in Zoologischen Gärten ab. Die Studie ist in der Fachzeitschrift „Journal of Zoo and Aquarium Research“ erschienen.

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Die Stechmücke, eine Zeichnung von Camila Mazzoni (IZW)
Die Stechmücke, eine Zeichnung von Camila Mazzoni (IZW)

Bürgerforscher als Mückenjäger: Mit Hilfe der Blutsauger die Artenvielfalt in Berlin und Brandenburg erforschen

Das Berlin-Brandenburgische Institut für Biodiversitätsforschung (BBIB), ein Zusammenschluss von Forschungseinrichtungen mit Beteiligung des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW), untersucht den Einfluss der Verstädterung auf die Artenvielfalt in der Hauptstadtregion. Zu diesem Zwecke hat ein Forscherteam am Leibniz-IZW nun einen Ansatz für das Monitoring und die Kartierung der Tierwelt in und um Berlin getestet: die molekularbiologische Untersuchung des von weiblichen Stechmücken eingesaugten Bluts. Nach erfolgreichem Test sucht das BBIB nun Freiwillige, die in ausgewählten Gebieten in zwei Zeiträumen Mücken sammeln zwischen Juli und September. Anmeldeschluss für die erste Sammelgruppe ist der 15. Juli 2019, für die zweite der 10. August 2019.

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Najin und Fatu, die letzten Individuen ihrer Art, im Ol Pejeta Conservancy in Kenia. Foto: Jan Stejskal
Najin und Fatu, die letzten Individuen ihrer Art, im Ol Pejeta Conservancy in Kenia. Foto: Jan Stejskal

Hightech für den Artenschutz – BMBF-Forschungsprojekt BioRescue als Überlebenschance für Nördliche Breitmaulnashörner

Heute startet offiziell das Forschungsprojekt BioRescue zur Rettung des akut vom Aussterben bedrohten Nördlichen Breitmaulnashorns. Mit Hilfe modernster Reproduktions- und Stammzelltechnologie soll der Fortbestand dieser Schlüsselart gesichert werden. Das internationale Wissenschaftskonsortium unter der Leitung des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) und mit maßgeblicher Beteiligung des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC) wird dafür mit rund 4 Mio. Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) als Teil der BMBF-Forschungsinitiative zum Erhalt der Artenvielfalt gefördert. Mit dem erfolgreichen Transfer eines Embryos in die Gebärmutter eines Südlichen Breitmaulnashorns hat das Forscherteam Ende Mai 2019 bereits einen wichtigen Meilenstein erreicht. Die ethischen und gesellschaftlichen Fragen, die sich aus BioRescue ergeben, werden von den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in einem Begleitforschungsprojekt adressiert.

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Kaukasischer Luchs, aufgenommen mit einer Kamerafalle. Foto: Deniz Mengüllüoglu, Nurten Salikara
Kaukasischer Luchs, aufgenommen mit einer Kamerafalle. Foto: Deniz Mengüllüoglu, Nurten Salikara

Luchse in der Türkei: Nicht-invasive Probensammlung liefert wichtige Erkenntnisse zu genetischer Vielfalt und Verhalten

Über den Kaukasischen Luchs (Lynx lynx dinniki) ist sehr wenig bekannt. Es ist eine Unterart des Eurasischen Luchses, die in der  Türkei, dem Kaukasus und dem Iran vorkommt. Um grundlegende Daten zur genetischen Vielfalt und zum Verhalten zu gewinnen, sammelten Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) mehrere Jahre lang Luchs-Proben in Anatolien und analysierten diese. Die Ergebnisse demonstrierten eine unerwartet hohe genetische Vielfalt der anatolischen Luchse und lieferten trotz der räumlichen Isolation wenig Hinweise auf Inzucht. Die Daten zeigten zudem, dass die Weibchen ihr Leben nahe ihres Geburtsortes verbringen, während die Männchen weiträumig abwandern. Möglich wurden diese Resultate durch nicht-invasive Methoden der Probensammlung (Kot, Haare), weil auf diese Weise deutlich mehr genetisches Material von nicht-territorialen Männchen gesammelt werden konnte, als mit konventionellen Käfigfallen. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift PLoS ONE publiziert.

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Najin und Fatu, die letzten Individuen ihrer Art, im Ol Pejeta Conservancy in Kenia. Foto: Jan Stejskal
Najin und Fatu, die letzten Individuen ihrer Art, im Ol Pejeta Conservancy in Kenia. Foto: Jan Stejskal

Pressekonferenz zum Start des BMBF-Projekts "BioRescue" zur Rettung des Nördlichen Breitmaulnashorns

Wir laden Sie recht herzlich zur Pressekonferenz des wegweisenden Forschungsvorhabens zur Rettung des Nördlichen Breitmaulnashorns ein. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt das Forschungsprojekt „BioRescue“ im Rahmen der Forschungsinitiative zum Erhalt der Artenvielfalt. Auf der Pressekonferenz am 25. Juni 2019 im Schloss Berlin-Friedrichsfelde präsentieren wir die neuesten Forschungsergebnisse, wie die ersten Ergebnisse vom Embryo-Transfer.

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Mückenfledermaus (Pipistrellus pygmaeus), Foto: Christian Giese
Mückenfledermaus (Pipistrellus pygmaeus), Foto: Christian Giese

Der Spiegeltrick: Nächtliche Orientierung migrierender Fledermäuse hängt von Richtung des Sonnenuntergangs ab

Ob Wale, Huftiere oder Fledermäuse – Millionen Säugetiere wandern mehrere tausend Kilometer im Jahr. Wie sie während dieser jahreszeitlichen Migration navigieren ist jedoch im Gegensatz zu Vögeln oder Schildkröten kaum erforscht. Mit einem innovativen Doppelexperiment hat ein Wissenschaftlerteam unter Leitung des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) nachgewiesen, dass eine Fledermausart die Richtung des Sonnenuntergangs zur Kalibrierung ihres inneren Kompasses nutzt. Ein großer Spiegel simulierte für einen Teil der Tiere eine andere Richtung des Sonnenuntergangs und ein neuartiger Testablauf ermöglichte es, die Flugrichtungen der Tiere nach dem Start aufzuzeichnen. Das Experiment, welches in „Current Biology“ publiziert ist, zeigt zudem, dass diese Fähigkeiten nicht vererbt, sondern mutmaßlich erlernt werden.

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