Das Leibniz-IZW ist ein international anerkanntes Forschungsinstitut. Es gehört zum Forschungsverbund Berlin e.V. und ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft. Unser Ziel ist es, die Anpassungsfähigkeit von Wildtieren im Kontext des globalen Wandels zu verstehen und zum Erhalt von gesunden Wildtierbeständen beizutragen. Dafür erforschen wir die Vielfalt von Lebenslauf-Strategien, die Mechanismen der evolutionären Anpassungen und ihre Grenzen – inklusive Wildtierkrankheiten – sowie die Wechselbeziehungen zwischen Wildtieren, ihrer Umwelt und dem Menschen. Wir setzen Expertise aus Biologie und Veterinärmedizin in einem interdisziplinären Ansatz ein, um Grundlagen- und angewandte Forschung – von der molekularen bis zur landschaftlichen Ebene – in engem Austausch mit Stakeholdern und der Öffentlichkeit durchzuführen. Darüber hinaus stellen wir einzigartige und hochwertige Dienstleistungen für die Wissenschaftsgemeinschaft bereit.

Aktuelle Informationen zur Afrikanischen Schweinepest in Deutschland: Das Leibniz-IZW führt Forschungen zur Populationsdynamik, zur Modellierung von Krankheitsausbrüchen bei Wildschweinen sowie zur Ökologie und Mensch-Tier-Interaktion in urbanen Räumen durch. Die Afrikanische Schweinepest ist eine anzeigepflichtige Krankheit bei Nutztieren und daher sind für alle Fragen zum akuten Infektionsgeschehen die jeweiligen Landeslabore und das Friedrich-Loeffler-Institut (Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit) FLI zuständig.

Aktuelles

Gründungstreffen Berlin Research 50, Foto: Katja Bilo / FVB
Gründungstreffen Berlin Research 50, Foto: Katja Bilo / FVB

Gemeinsam für die Wissenschaftsmetropole

Berlin als internationale Wissenschaftsmetropole zu stärken, ist Ziel einer gemeinsamen Initiative der außeruniversitären Forschungseinrichtungen der Hauptstadt. Sie haben sich zur BR 50 (Berlin Research 50) zusammengeschlossen, um künftig gemeinsam Strategien für die Forschung und den Austausch mit Politik und Gesellschaft zu entwickeln. Die Kooperation mit den Berliner Universitäten wird hierdurch erleichtert und verstärkt.

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Fledermausforscher in Berlin mit Detektor Foto: Leibniz-IZW
Fledermausforscher in Berlin mit Detektor Foto: Leibniz-IZW

Mit Abendseglern und Mausohren durch die Berliner Nacht – Fledermausforscher für die finale Projektrunde gesucht!

Berlin ist die Hauptstadt der Fledermäuse. Von den 25 in Deutschland vorkommenden Arten sind 18 in Berlin nachgewiesen. Um mehr darüber herauszufinden, wo im Stadtgebiet welche Fledermausarten unterwegs sind und ob Grün- und Waldflächen innerhalb der Stadt einen Rückzugsort für seltene Arten bieten, führt das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) seit Mai 2019 ein Citizen-Science-Projekt über Fledermäuse in Berlin durch. Für die dritte und letzte Projektphase werden nun neugierige Berlinerinnen und Berliner gesucht, die Hauptstadt-Fledermäuse ‚belauschen‘. Die Teilnehmenden erhalten hierfür leihweise vom Leibniz-IZW einen modernen Fledermausdetektor, mit dem sie entlang festgelegter Strecken in Berlin Fledermausrufe aufzeichnen. Wer mitmachen möchte, kann sich bis zum 08. März 2020 um die Teilnahme am Projekt bewerben.

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Anamitisches Streifenkaninchen (Foto: WWF CarBi Project / Bach Ma NP)
Anamitisches Streifenkaninchen (Foto: WWF CarBi Project / Bach Ma NP)

Großflächige Erhebungen zur Säugetier-Vielfalt sind für ein effektives Vorgehen gegen Wilderei notwendig

Wilderei führt in tropischen Hotspots der biologischen Vielfalt (Biodiversitäts-Hotspots) zu einem beispiellosen Rückgang der Wildtierpopulationen. Effektive Gegenmaßnahmen setzen jedoch genaue Kenntnisse über Vorkommen und Verteilung bedrohter Tierarten voraus. Diese Kenntnisse setzen groß angelegte systematische Erhebungen sowie neue Methoden der Datenerfassung und -analyse voraus, schließt ein Forscherteam unter der Leitung des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) auf Basis wissenschaftlicher Untersuchungen im Truong-Son-Gebirge in Vietnam und Laos. Diese Region ist durch ein außergewöhnlich hohes Vorkommen Arten mit begrenzter Verbreitung (endemische Arten) gekennzeichnet, das jedoch durch Wilderei mittels Schlingfallen bedroht ist. Eine großflächige Kartierung der Biodiversität kann wichtige Informationen für den Schutz seltener Arten liefern. Die Untersuchung, an der neben dem Leibniz-IZW auch Vertreterinnen und Vertreter aus dem Naturschutzbereich, unter anderem von WWF Vietnam und WWF Laos, beteiligt waren, wurde in der Fachzeitschrift „Diversity & Distributions“ veröffentlicht.

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Wildtierkamera-Aufnahme von einem Fuchs (Foto: Leibniz-IZW)
Wildtierkamera-Aufnahme von einem Fuchs (Foto: Leibniz-IZW)

Fuchs, Waschbär und Co. in Gärten in und um Berlin – Wildtierforscher für die finale Projektrunde gesucht!

Zahlreiche Wildtierarten haben in den vergangenen Jahrzehnten den Weg aus dem Umland nach Berlin gefunden und sich hier dauerhaft angesiedelt. Allerdings ist noch relativ wenig darüber bekannt, wo unsere tierischen Nachbarn leben und wie sie mit den Umweltbedingungen im Großstadtdschungel umgehen. Um dies herauszufinden, führt das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) ein bürgerwissenschaftliches Projekt über wildlebende Säugetiere durch. In den bisherigen Runden des Projektes wurden von den Teilnehmenden mithilfe von Wildtierkameras über 20.000 Fotos von 11 wildlebenden Säugetierarten aufgenommen. Für die vierte und letzte Projektrunde, die am 30.03.2020 beginnt und zwei Monate dauert, sucht das Leibniz-IZW jetzt Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit eigenem Garten in Berlin oder im Umland nahe der Stadtgrenze. Interessenten können sich bis zum 16.02.2020 auf www.wildtierforscher-berlin.de bewerben.

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Minister Hon Najib Balala (Ministry of Tourism and Wildlife, Kenia) wohnt der Prozedur bei Foto: Ami Vitale
Minister Hon Najib Balala (Ministry of Tourism and Wildlife, Kenia) wohnt der Prozedur bei Foto: Ami Vitale

Wissenschaftsteam erzeugt einen dritten Embryo - ein weiterer Schritt zur Rettung des Nördlichen Breitmaulnashorns

Im August 2019 hat das BMBF-geförderte „BioRescue Wissenschafts- und Naturschutzteam“ einen Meilenstein im Kampf gegen das Aussterben des Nördlichen Breitmaulnashorns erreicht. Es entnahm den beiden verbliebenen Weibchen Eizellen, befruchtete diese künstlich mit gefrorenem Sperma von verstorbenen Männchen und erzeugte zwei Nördliche Breitmaulnashorn-Embryos. Mit großer Unterstützung der kenianischen Regierung und im Beisein von Hon Najib Balala (Cabinet Secretary, Ministry of Tourism and Wildlife, Kenya) wiederholte das Team die Prozedur am 17. Dezember 2019 und konnte über Weihnachten einen neuen Embryo erzeugen. Dies erhöht die Chancen auf Nachwuchs für die Dickhäuter erheblich. Die Prozedur hat sich als sicher erwiesen und kann solange regelmäßig durchgeführt werden, bis die Tiere zu alt sind. Die Vorbereitungen für die nächsten Schritte der Rettungsmission für das Nördliche Breitmaulnashorn sind im Gange.

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Lynx Cubs, Photo by Iberian Lynx Ex-situ Conservation Programme
Lynx Cubs, Photo by Iberian Lynx Ex-situ Conservation Programme

Gelbkörperzellen von Katzen erfolgreich kultiviert und umfassend charakterisiert – ein weiterer Meilenstein bei der Aufklärung des Phänomens von langlebigen Gelbkörpern bei Luchsen

Die Fortpflanzung von Luchsen ist höchst rätselhaft. Denn im Gegensatz zu anderen Katzenarten aus der großen Familie der Felidae sind Luchse nur einmal im Jahr für wenige Tage empfängnisbereit. Wie ein Wissenschaftsteam des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) bereits in der Vergangenheit zeigen konnte, sind dafür besonders langlebige Gelbkörper in den Eierstöcken verantwortlich, die weitere Eisprünge im Laufe des Jahres verhindern. Nun gelang dem Berliner Team ein weiterer Durchbruch bei der Lösung des Rätsels: Sie isolierten mehrere Zelltypen aus Gelbkörpern von Hauskatzen und charakterisierten mithilfe von Zellkulturen deren Funktion im Detail. Die neue Technik lässt sich auch auf bedrohte Katzenarten wie den Pardelluchs übertragen und wird helfen, die Besonderheit der Langlebigkeit von  Gelbkörper zu verstehen. Ziel ist es, unter dem Einfluss von Gelbkörperhormonen einen Eisprung erfolgreich starten zu können. Damit könnte die Fortpflanzung der hoch bedrohten Pardelluchse im Zuchtprogramm noch besser unterstützt werden.

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Bevorzugte Flugrouten großer Abendsegler am Berliner Nachthimmel (Bild: Leibniz-IZW/: ISS047-E-29989 courtesy of the Image Science & Analysis Laboratory, NASA Johnson Space Center)
Bevorzugte Flugrouten großer Abendsegler am Berliner Nachthimmel (Bild: Leibniz-IZW/: ISS047-E-29989 courtesy of the Image Science & Analysis Laboratory, NASA Johnson Space Center)

Der Himmel über Berlin: Fledermäuse bevorzugen dunkle Gebiete in der hell erleuchteten Stadt

Für Menschen ist eine Stadt ohne nächtliche Straßenbeleuchtung kaum mehr vorstellbar. Doch wie reagieren nachtaktive Tiere wie Fledermäuse auf die beleuchtete Stadtlandschaft? In einer aktuellen Untersuchung haben WissenschaftlerInnen des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) gemeinsam mit deutschen und internationalen KollegInnen Fledermäuse der Art Großer Abendsegler (Nyctalus noctula) mit Mini-GPS-Sendern ausgestattet und ihre Flugbahnen am Himmel über Berlin aufgezeichnet. Sie zeigen, dass die Großen Abendsegler hell erleuchtete, bebaute Flächen meiden. Für Fledermäuse ist daher die Großstadt als Lebensraum überwiegend ungeeignet. Dunkle Korridore wie Stadtforste, Parks oder Wasserläufe sind hingegen von großer Bedeutung, um Nahrungsgebiete und Quartierplätze zu erreichen. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift „Landscape Ecology“ publiziert.

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Breitmaulnashorn mit Nachwuchs in Südafrika (Foto: Robynne Prinsloo)
Breitmaulnashorn mit Nachwuchs in Südafrika (Foto: Robynne Prinsloo)

Südliche Breitmaulnashörner sind durch Inzucht und die Fragmentierung Ihrer Lebensräume bedroht – Gezieltes Management kann helfen diese Gefahr abzuwenden

Die Fragmentierung der natürlichen Lebensräume durch Zäune und Siedlungen wird den Nashörnern zum Verhängnis. Sie verhindern eine natürliche Abwanderung aus dem Familienverband und führt zu Paarungen unter nahen Verwandten. Hinzu kommt, dass die Nashornweibchen zur Paarung bestimmte Männchen bevorzugen und mit diesem Partner über mehrere Jahre hinweg immer wieder Jungtiere zeugen. Dies führt auf lange Sicht zu einem hohen Grad an Inzucht. Diese Ergebnisse stammen aus der bislang größten wissenschaftlichen Untersuchung zu den sexuellen Vorlieben von Breitmaulnashörnern, die in der Zeitschrift „Evolutionary Applications“ erschienen ist. Die Wissenschaftler schlagen daher gezielte Maßnahmen vor, um den Fortbestand der Art auf lange Sicht zu erhalten. 

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Untersuchungen zur Reaktion von Fledermäusen auf unterschiedlich beleuchtete Höhleneingänge (Fotos: Christian Greif)
Untersuchungen zur Reaktion von Fledermäusen auf unterschiedlich beleuchtete Höhleneingänge (Fotos: Christian Greif)

Beleuchtung von Höhlen vertreibt Fledermäuse – die Farbe des Lichts spielt nur untergeordnete Rolle

Künstliches Licht beeinflusst das Verhalten vieler nachtaktiver Tiere wie Fledermäuse, die sehr sensibel auf alle Arten von Beleuchtung reagieren. Besonders kritisch ist die Illumination von natürlichen Höhlen, die in touristischen Gebieten weltweit verbreitet ist und die Tiere in ihrem Ruhequartier stört. ForscherInnen des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) und des Max-Planck-Instituts für Ornithologie (MPIO) haben nun untersucht, wie sich die Beleuchtung von Fledermaushöhlen auf das Verhalten der Tiere auswirkt und ob die Farbe des Lichts dabei eine Rolle spielt. Zwar irritiert rotes Licht die kleinen Säugetiere etwas weniger als weißes – dennoch sollten aus Sicht der ForscherInnen weder der Eingang noch das Innere von Fledermausquartieren beleuchtet werden. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift „Global Ecology and Conservation“ publiziert.

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Besiegelung des Bündnisses zum Ausbau des „Tabin-Kulamba Wildlife Corridor“ zwischen RFF, BOS Deutschland, Leibniz-IZW & Sabah Forestry Department
Besiegelung des Bündnisses zum Ausbau des „Tabin-Kulamba Wildlife Corridor“ zwischen RFF, BOS Deutschland, Leibniz-IZW & Sabah Forestry Department

Neue Regenwaldschutzinitiative wandelt erstmals Ölpalmplantagen in Regenwald um

Ein Bündnis aus Naturschützern und Forschern wandelt auf Borneo Ölpalmplantagen in naturnahen Regenwald um. Auf diese Weise kann ein wichtiger Wildtierkorridor wiederhergestellt werden. Das Forschungsprojekt soll als Blaupause für zukünftige Umwandlungsmaßnahmen in Malaysia und Indonesien dienen. Das Pilotprojekt leistet einen wichtigen Beitrag zum Natur-, Arten- und Klimaschutz.

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