Das Leibniz-IZW ist ein international anerkanntes Forschungsinstitut. Es gehört zum Forschungsverbund Berlin e.V. und ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft. Unser Ziel ist es, die Anpassungsfähigkeit von Wildtieren im Kontext des globalen Wandels zu verstehen und zum Erhalt von gesunden Wildtierbeständen beizutragen. Dafür erforschen wir die Vielfalt von Lebenslauf-Strategien, die Mechanismen der evolutionären Anpassungen und ihre Grenzen – inklusive Wildtierkrankheiten – sowie die Wechselbeziehungen zwischen Wildtieren, ihrer Umwelt und dem Menschen. Wir setzen Expertise aus Biologie und Veterinärmedizin in einem interdisziplinären Ansatz ein, um Grundlagen- und angewandte Forschung – von der molekularen bis zur landschaftlichen Ebene – in engem Austausch mit Stakeholdern und der Öffentlichkeit durchzuführen. Darüber hinaus stellen wir einzigartige und hochwertige Dienstleistungen für die Wissenschaftsgemeinschaft bereit.
Aktuelle Informationen zur Afrikanischen Schweinepest in Deutschland: Das Leibniz-IZW führt Forschungen zur Populationsdynamik, zur Modellierung von Krankheitsausbrüchen bei Wildschweinen sowie zur Ökologie und Mensch-Tier-Interaktion in urbanen Räumen durch. Die Afrikanische Schweinepest ist eine anzeigepflichtige Krankheit bei Nutztieren und daher sind für alle Fragen zum akuten Infektionsgeschehen die jeweiligen Landeslabore und das Friedrich-Loeffler-Institut (Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit) FLI zuständig.
Aktuelles
Erfolgreiche Eizellenentnahme bei Südlichen Breitmaulnashörnern durch das BioRescue-Team im Serengeti-Park Hodenhagen
Um ein Aussterben von Tierarten wie dem Nördlichen Breitmaulnashorn zu verhindern, entwickelt das BioRescue-Konsortium Methoden und Ansätze für den Artenschutz weiter. Wichtiger Bestandteil dieser Arbeit ist die Grundlagenforschung in Kooperation mit zoologischen Einrichtungen. Diese Partnerschaft ermöglichte es dem BioRescue-Team auch zu Zeiten der Corona-Pandemie weiterzuarbeiten. Am 26. Mai 2020 wurden der Südlichen Breitmaulnashornkuh „Makena“ im Serengeti-Park in Hodenhagen Eizellen entnommen, anschließend im Avantea-Labor in Italien befruchtet und vier lebensfähige Embryos erzeugt. Dies war der bisher erfolgreichste Einsatz des Teams und nährt die Hoffnung, dass die fortschrittlichen Methoden der assistierten Reproduktion (aART) soweit ausgereift sind, dass sie in naher Zukunft dem Nördlichen Breitmaulnashorn das Überleben sichern können.
Ultraschalluntersuchungen bringen neue Erkenntnisse zur Fortpflanzung der Grottenolme
Erst kürzlich konnte Prof. Thomas Hildebrandt, Leiter der Abteilung für Reproduktionsmanagement des Leibniz-IZW, gemeinsam mit australischen Kollegen eine echte Neuentdeckung zur Reproduktion im Tierreich machen: Mittels Ultraschall wiesen sie nach, dass Sumpfwallabys einen neuen Embryo vor der Geburt des vorherigen Nachwuchses entwickeln und dadurch parallele Schwangerschaften in unterschiedlichen Entwicklungsstadien aufweisen. Nun zeigte Hildebrandt gemeinsam mit seiner Mitarbeiterin Dr. Susanne Holtze auch bei Grottenolmen bislang unbekannte Reproduktionsmechanismen: Die Befruchtung der Eizellen der seltenen, amphibischen Höhlenbewohner findet im Inneren des Grottenolmweibchens und erste Entwicklungsschritte des Embryos bereits im Eileiter statt.
Weiterlesen … Ultraschalluntersuchungen bringen neue Erkenntnisse zur Fortpflanzung der Grottenolme
Wo leben und wie geht es Eichhörnchen in Berlin und Umgebung? Bürgerforschungsprojekt des Leibniz-IZW lädt ab 18. Mai 2020 zum Mitmachen ein
Nahezu jede oder jeder hat in Berlin und Umgebung schon Eichhörnchen gesehen, dennoch ist unser Wissen über die flinken Nager recht begrenzt. Um mehr darüber zu lernen, wo genau sie sich gerne aufhalten, welche Variationen in der Fellfarbe anzutreffen sind oder wie häufig äußerliche Auffälligkeiten sind, die auf Ernährungsprobleme oder Krankheiten hindeuten, startet das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) am 18. Mai 2020 ein fünfmonatiges Citizen Science-Projekt. Interessierte Bürgerinnen und Bürger von Berlin und den Umlandgemeinden können Sichtungen melden, Fotos hochladen und Fragen zu Aufenthaltsort und Gesundheitszustand der gesichteten Tiere beantworten. Diese Erkenntnisse werden die Grundlage für weitere Forschungsprojekte zum Eichhörnchen am Leibniz-IZW bilden.
Mehr als die Summe ihrer Gene – neue Perspektiven für das Bestandsmanagement von Zootieren
Eine erfolgreiche Fortpflanzung in Gefangenschaft ist für das Überleben vieler Wildtierarten von entscheidender Bedeutung, doch der Fortpflanzungserfolg ist oft nicht vergleichbar mit dem in der freien Wildbahn. Gegenwärtig legen viele Strategien zur Erhaltungszucht in Zoos den Schwerpunkt auf die Maximierung der genetischen Vielfalt der Zoobestände. Um den Zuchterfolg in Zoos und die Erhaltung der Vielfalt von Merkmalen und Verhaltensweisen bedrohter Arten zu verbessern, sei jedoch eine neue, breitere Perspektive erforderlich, die auch das Verhalten, die Lebensgeschichte, die Haltung und Umweltaspekte einschließt. So argumentieren Wissenschaftler*innen in einem kürzlich in der Fachzeitschrift „Journal of Zoo and Aquarium Research“ veröffentlichten Aufsatz. Sie vergleichen verschiedene Ansätze zur Erhaltungszucht und kommen zu dem Schluss, dass eine einseitige Priorisierung genetischer Aspekte unter Ausschluss aller anderen Perspektiven wie dem Tierverhalten und der sozialen Organisation negative Auswirkungen haben kann. So treten beispielsweise Konflikte in kleinen Gruppen nicht verwandter erwachsener Tiere häufiger auf als in größeren Gruppen mit Verwandten. In solchen Gruppen besteht auch in weit höherem Maße die Möglichkeit, ein differenziertes Sozialisations- und Lernrepertoire zu entwickeln.
Neue Studie zeigt geeignete Lebensräume für Wölfe
Berlin, 07. Mai 2020: In Deutschland sind viele geeignete Lebensräume für Wölfe vorhanden. Das bedeutet: Wölfe könnten in weiten Teilen Deutschland sesshaft werden und es muss damit gerechnet werden, dass sie auch die weiteren Gebiete durchwandern. Zu diesem Ergebnis kommt eine wissenschaftliche Studie der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Wolf (DBBW), des Leibniz Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (IZW), der Technischen Universität Berlin, der Humboldt Universität Berlin und des Forschungsinstituts für Wildtierkunde und Ökologie (Wien). In Auftrag gegeben und veröffentlicht hat die Studie das Bundesamt für Naturschutz.
Weiterlesen … Neue Studie zeigt geeignete Lebensräume für Wölfe
Artenschutzforschung Luchs
Ein weiteres Puzzleteil im Rätsel um die Langlebigkeit der Gelbkörper bei Luchsen ist aufgedeckt. Wie Wissenschaftler*innen des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) und des Leibniz-Forschungsinstitut für Molekulare Pharmakologie (Leibniz-FMP) herausfanden, spielen ausgewählte antioxidative Enzyme, insbesondere das Enzym Superoxid-Dismutase (SOD2), eine wichtige Rolle für die Funktion und die ungewöhnliche Langlebigkeit der Gelbkörper bei Luchsen. Es wird vermutet, dass SOD2 nicht nur die reaktiven Sauerstoffradikale in den Zellen entgiftet, sondern auch den programmierten Zelltod hemmt. Die Ergebnisse wurden kürzlich im Fachmagazin Scientific Reports der Nature Group veröffentlicht.
Konservierung von Hodenzellen zum Erhalt gefährdeter Katzenarten
Ein Forschungsteam des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) hat eine Methode zur Isolierung von Hodenzellen und deren Gefrierkonservierung entwickelt. Ziel ist es, die Methode zur Erhaltung von Zellen des männlichen Fortpflanzungstraktes von gefährdeten und bedrohten Katzenarten zu nutzen. Diese Methode wurde vor kurzem in der Fachzeitschrift „Cryobiology“ veröffentlicht.
Weiterlesen … Konservierung von Hodenzellen zum Erhalt gefährdeter Katzenarten
Leibniz-Podcast "Tonspur Wissen" zur Covid-19-Pandemie
Der Ausbruch und die Verbreitung des Coronavirus verändern das gesamte Leben. Viele Menschen haben Fragen, Wissenschaftler können Antworten geben – und sie tun das im täglichen Podcast "Tonspur Wissen" der Leibniz-Gemeinschaft und t-online.de. In der siebten Folge ist Prof. Heribert Hofer, Direktor des Leibniz-IZW, zu Gast. Das neue Coronavirus stammt zwar aus dem Tierreich, ist "nach gegenwärtigem Kenntnisstand" aber nicht gefährlich für Haustiere, so Hofer. Die Menschen müssen sich nach Ansicht des Experten darauf einstellen, dass die Übertragung von tierischen Viren auf den Menschen häufiger vorkommen werde. Warum das so ist, warum viele Krankheiten auf asiatischen Tiermärkten auf den Menschen übergehen und warum die genauen Übertragungswege noch nicht ausreichend erforscht sind, erklärt Wildtierexperte Hofer im Gespräch mit Moderatorin Ursula Weidenfeld.
Weiterlesen … Leibniz-Podcast "Tonspur Wissen" zur Covid-19-Pandemie
Fledermäuse sind in Agrarlandschaften auf die gemeinsame Jagd mit Artgenossen angewiesen
Große Abendsegler – eine der größten heimischen Fledermausarten – suchen ihresgleichen, um bei der Jagd über insektenarmen Feldern erfolgreich zu sein. Wie Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) zeigen konnten, jagen die Fledermäuse über insektenreichen Wäldern vorwiegend als Einzelkämpfer, über insektenarmen Agrarflächen jedoch gemeinschaftlich in der Gruppe. Dabei orientieren sie sich offenbar an den Jagdrufen ihrer Artgenossen, die ihnen unabsichtlich Hinweise auf ertragreiche Gebiete liefern. Das „Belauschen“ der Jagdgenossen zum Aufspüren von Nahrung funktioniert vermutlich nur dann, wenn eine ausreichende Zahl von Individuen im selben Luftraum nach Insekten jagen. Nehmen die Fledermauspopulationen weiter ab, könnte eine kritische Dichte unterschritten und die gemeinschaftliche Jagd schwierig oder unmöglich werden. Dies könnte das Überleben von Arten wie dem Großen Abendsegler zusätzlich bedrohen. Die wissenschaftliche Untersuchung ist in der Fachzeitschrift „Oikos“ publiziert.
Erbgut und Umwelt - wie die Epigenetik unser Leben beeinflusst
Neue Dauerausstellung im Darwineum eröffnet
Heute wurde im Zoo Rostock in Kooperation mit dem Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung Berlin (Leibniz-IZW) eine neue Dauerausstellung im Darwineum eröffnet. Unter dem Titel „Epigeneum – Sei gut zu dir selbst!“ ermöglicht das gemeinsame Projekt in den kommenden zwei Jahren einen spannenden Einblick in einen noch recht jungen Forschungszweig der Biologie. Als Brückenschlag zwischen unserer Umwelt und unserem Erbgut beeinflussenepigenetische Prozesse maßgeblich die menschliche Entwicklung, aber auch unsere Natur und ihre Tier- und Pflanzenwelt.
Weiterlesen … Erbgut und Umwelt - wie die Epigenetik unser Leben beeinflusst
