Das Leibniz-IZW ist ein international anerkanntes Forschungsinstitut. Es gehört zum Forschungsverbund Berlin e.V. und ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft. Unser Ziel ist es, die Anpassungsfähigkeit von Wildtieren im Kontext des globalen Wandels zu verstehen und zum Erhalt von gesunden Wildtierbeständen beizutragen. Dafür erforschen wir die Vielfalt von Lebenslauf-Strategien, die Mechanismen der evolutionären Anpassungen und ihre Grenzen – inklusive Wildtierkrankheiten – sowie die Wechselbeziehungen zwischen Wildtieren, ihrer Umwelt und dem Menschen. Wir setzen Expertise aus Biologie und Veterinärmedizin in einem interdisziplinären Ansatz ein, um Grundlagen- und angewandte Forschung – von der molekularen bis zur landschaftlichen Ebene – in engem Austausch mit Stakeholdern und der Öffentlichkeit durchzuführen. Darüber hinaus stellen wir einzigartige und hochwertige Dienstleistungen für die Wissenschaftsgemeinschaft bereit.

Aktuelle Informationen zur Afrikanischen Schweinepest in Deutschland: Das Leibniz-IZW führt Forschungen zur Populationsdynamik, zur Modellierung von Krankheitsausbrüchen bei Wildschweinen sowie zur Ökologie und Mensch-Tier-Interaktion in urbanen Räumen durch. Die Afrikanische Schweinepest ist eine anzeigepflichtige Krankheit bei Nutztieren und daher sind für alle Fragen zum akuten Infektionsgeschehen die jeweiligen Landeslabore und das Friedrich-Loeffler-Institut (Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit) FLI zuständig.

Aktuelles

Przewalski Pferd Autor: Kustanay
Przewalski Pferd Autor: Kustanay

Wildpferde Fehlanzeige - Przewalski-Pferd ist verwildertes Hauspferd

Przewalski-Pferde gelten als die letzten Wildpferde. Eine neue internationale Studie unter der Leitung von Professor Ludovic Orlando und mit Beteiligung des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) zeigt nun, dass dies nicht zutrifft. Die Studie, die heute in der Fachzeitschrift Science veröffentlicht wurde, verändert unsere Sicht auf die Ursprünge der Hauspferde. Mithilfe archäologischer und genetischer Untersuchungen konnten die Forscher nachweisen, dass am Beginn der Domestikation das Przewalski-Pferd stand. Später verwilderten einige der ursprünglich domestizierten Pferde wieder und wurden dadurch die Urahnen aller heute lebenden Przewalski-Pferde. Eine damals vorhandene zweite Pferdeart ersetzte Przewalski-Pferde als Hauspferd und begründete damit die Linie, von der alle modernen Hauspferde abstammen.

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Vampirfledermaus, Brock Fenton.
Vampirfledermaus, Brock Fenton.

Blutmahlzeit stärkt Virenabwehr - Nahrungsspezifische Anpassungen bei Vampirfledermäusen

Vampirfledermäuse ernähren sich ausschließlich von Blut - eine einzigartige Lebeweise unter Säugetieren. Man vermutet schon lange, dass im Laufe der Evolution hochspezifische Anpassungen zu dieser Lebensweise geführt haben, sichtbar im Genom dieser Tiere. Auch die Gemeinschaft von Mikroorganismen in ihrem Verdauungstrakt, das Mikrobiom, spielt eine wesentliche Rolle beim Verdauen von Blut. Wie stark beeinflussen Viren aus einer Blutmahlzeit die Gesundheit von Vampirfledermäusen? Um diese Frage zu beantworten, erforschten WissenschaftlerInnen des Berliner Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) gemeinsam mit internationalen Partnern das Genom der Fledermäuse und ihre Mikroorganismen im Darm. Die Ergebnisse bestätigen die große Bedeutung des Mikrobioms  bei der Ernährung mit Blut und der Verbesserung der Resistenz gegen Virusinfektionen. Als möglicher Überträger der  Tollwut werden Vampirfledermäuse oft als Bedrohung für Nutztiere angesehen. Wie sich herausgestellt, tragen sie weniger infektiöse Viren in sich als bisher angenommen. Diese Ergebnisse sind in den Fachzeitschriften „Nature Ecology & Evolution" und „EcoHealth" veröffentlicht.

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Kaninchen melden Leibniz IZW Autor: Leibniz-IZW
Kaninchen melden Leibniz IZW Autor: Leibniz-IZW

Den Stadtwildtieren auf der Spur: Citizen Science für alle

Wildtiere erobern die Städte, in Berlin und anderswo. Und so treffen viele ihr erstes Wildtier „in freier Wildbahn“ im urbanen Bereich – meistens, aber nicht immer, sind das spannende Begegnungen mit einem erfreulichen Ausgang. Um das wachsende Interesse zu befriedigen, den aufkommenden Wissensdurst zu stillen und Angebote vorzustellen, die eine Beteiligung der Öffentlichkeit an wissenschaftlichen Forschungsarbeiten ermöglichen, gibt es jetzt die Internetseite für alle an Wildtieren in der Stadt Interessierte.

 

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Cheetah, Autor: R.Portas, Leibniz-IZW
Cheetah, Autor: R.Portas, Leibniz-IZW

Geparde sind stark gefährdet – die Warnstufe auf der Roten Liste muss aktualisiert werden

Eine Neubewertung der Gepardenpopulationen im südlichen Afrika enthüllt die kritische Lage dieser Wildkatze. Internationale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zeigen, dass die derzeitige Populationsschätzung von Geparden im südlichen Afrika veraltet ist. Nach aktueller Datenlage musste der Bestand drastisch nach unten korrigiert werden. Die Expertengruppe empfiehlt den Schutzstatus des Geparden auf der Roten Liste der Welt-Naturschutzunion (IUCN) sofort auf „stark gefährdet“ hochzusetzen.  Die Studie ist in der wissenschaftlichen Zeitschrift „PeerJ“ veröffentlicht.

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Wildschwein Sus scrofa Autor: Milena Stilfried
Wildschwein Sus scrofa Autor: Milena Stilfried

Das Erfolgsgeheimnis der Berliner Wildschweine: Ein Leben ohne Angst

Wildschweine sind bekannt für ihr ausgezeichnetes Lernverhalten und ihre hohe Flexibilität - zu Recht, denn die urbanen Vierbeiner nehmen die Stadt ganz anders wahr als ihre Artgenossen vom Land. Während das Stadtschwein mitten in menschlichen Siedlungen lebt und menschliche Nähe bis auf wenige Meter toleriert, vermeiden die Landschweine sowohl den Menschen selbst als auch menschlich geprägte Landschaftsstrukturen. Das ist das Ergebnis einer Studie des Berliner Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) in Kooperation mit Berliner und Brandenburger Forsten. Die Studie wurde von der Stiftung Naturschutz Berlin und National Geographic finanziell unterstützt. Die Ergebnisse sind jetzt in der wissenschaftlichen Zeitschrift „Frontiers in Ecology and Evolution“ veröffentlicht.

 

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Wolf Canis lupus Autor: Heiko Anders
Wolf Canis lupus Autor: Heiko Anders

Verwandtschaft verpflichtet - Jagdhunde und Wölfe teilen sich ihre Parasiten

Obwohl der Grauwolf, wie jedes Wildtier, eine Vielzahl an Parasiten beherbergt, hat seine Anwesenheit in den Wäldern Deutschlands wenig Einfluss auf die Parasitenlast von Jagdhunden. Das ist das beruhigende Ergebnis einer Studie des Berliner Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (IZW). In der Untersuchung wurden 78 Jagdhunde aus einer wolfsfreien und einer von Wölfen bereits besiedelten Region Deutschlands über einen mehrmonatigen Zeitraum regelmäßig auf Parasiten im Kot untersucht. Die Ergebnisse wurden in der freizugänglichen Fachzeitschrift „International Journal for Parasitology: Parasites and Wildlife“ veröffentlicht.

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Fellfarben bei Pferden/Arne Ludwig, Leibniz-IZW
Fellfarben bei Pferden/Arne Ludwig, Leibniz-IZW

Überlebt, dank Farbanpassung

Wie konnten Pferde das Massenaussterben der Megafauna nach der letzten Eiszeit überstehen? Unter anderem durch Anpassung ihrer Fellfarbe an die veränderte Vegetation. Dies fanden Leibniz-IZW-Forscher gemeinsam mit mexikanischen Kollegen durch Abgleich von DNA-Analysen fossiler Knochen mit Pollenfunden heraus.

 

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Fruchtfliege (Violin Fly) /Patrick Debelle
Fruchtfliege (Violin Fly) /Patrick Debelle

Wettstreit um Weibchen macht Männchen leistungsstärker – bei Fruchtfliegen

Wenn sich Weibchen ihre Paarungspartner auswählen dürfen, führt das langfristig (Evolution) zu leistungsfähigeren Männchen. Das fanden Wissenschaftler der Universitäten Sheffield und St. Andrews sowie des Berliner Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung heraus. Die gemeinsame Studie wurde in der Fachzeitschrift Animal Behaviour veröffentlicht.

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Kamerafallenfotot Saola (Pseudoryx nghetinhensis); WWF Vietnam
Kamerafallenfotot Saola (Pseudoryx nghetinhensis); WWF Vietnam

Etablierung eines Zuchtprogramms zum Schutz der letzten Saolas

Das Saola (Pseudoryx nghetinhensis) ist eine endemische Huftierart des Annamiten-Gebirges zwischen Vietnam und Laos. Es steht kurz vor dem Aussterben. Hauptbedrohung sind kommerzielle Fallensteller, die den florierenden Handel mit Wildfleisch in Indochina beliefern. Um das Überleben des Saola zu sichern, ist die Einrichtung eines Erhaltungszuchtprogramms notwendig. In einem Brief in der Fachzeitschrift Science hat nun eine Gruppe von NaturschützerInnen und NaturschutzwissenschaftlerInnen, einschließlich MitgliederInnen der „IUCN Saola Working Group“ und dem Berliner Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung, ihre Sorge um die Zukunft dieser Art geäußert und betont, wie wichtig und dringlich ein Management außerhalb seines Ursprungsortes (ex-situ) ist.

 

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Spermien Bennett Känguru, Leibniz-IZW/Dagmar Viertel
Spermien Bennett Känguru, Leibniz-IZW/Dagmar Viertel

Spermien von Kängurus enthalten ungewöhnliche Fettsäuren

Mit künstlicher Besamung lassen sich bedrohte Tierarten erhalten. Was bei vielen Säugetieren möglich ist, gelang bisher bei Kängurus nur in Ausnahmen  – ihre Spermien sind nach dem Einfrieren zu stark geschädigt. Jetzt haben Wissenschaftlerinnen des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) in Zusammenarbeit mit der Universität Leipzig die Zusammensetzung von Känguruspermien mithilfe der Massenspektrometrie analysiert. Die Untersuchungen zeigten, dass die Membranen der Spermien aller untersuchten Känguruarten Lipide mit einer ungewöhnlichen Fettsäure, der Docosatriensäure, enthalten. Sie könnte die bislang erfolglose Gefrierkonservierung erklären. Die Ergebnisse sind in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift „Lipids“ erschienen.

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