Pressemitteilungen
Das Leibniz-IZW informiert regelmäßig über wesentliche Ergebnisse seiner Forschung, Veranstaltungen oder Preise sowie über Personalia. Die Pressemitteilungen werden per E-Mail direkt an interessierte Journalistinnen und Journalisten versendet sowie über die Portale Informationsdienst Wissenschaft, AlphaGalileo sowie EurekAlert verbreitet. Sind Sie interessiert, unsere Pressemitteilungen direkt zu erhalten? Dann senden Sie eine entsprechende Nachricht an presse@izw-berlin.de.
Warum europäische Fledermäuse das White-Nose-Syndrom überleben, während Millionen nordamerikanischer Fledermäuse daran sterben
Pilzkrankheiten stellen eine große Bedrohung für Tiere dar, da sie nachgewiesenermaßen bereits zu signifikanten Bestandsrückgängen oder zum Aussterben von Arten führten. Das „White-Nose-Syndrom“, ausgelöst vom kälteliebenden Pilz Pseudogymnoascus destructans, ist in Nordamerika eine wesentliche Todesursache bei winterschlafenden Fledermäusen. Europäische Fledermäuse hingegen überleben eine Infektion mit diesem Pilz. Um die Ursachen für diese Unterschiede zu finden, hat ein Wissenschaftlerteam unter der Leitung des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) die Immunabwehr von europäischen Mausohrfledermäusen auf den Pilz analysiert: Im Gegensatz zu nordamerikanischen Verwandten weisen diese eine ausreichende Basisimmunität auf und tolerieren die Pilzinfektionen während des Winterschlafs bis zu einem gewissen Maße. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift „Developmental & Comparative Immunology“ publiziert.
Die ersten Löwen-Embryonen aus eingefrorenen Eizellen
Einem Team aus Wissenschaftler*innen des Berliner Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) und der Universität Mailand, Italien, in Kooperation mit dem Givskud Zoo - Zootopia in Dänemark ist es gelungen, die ersten Embryonen von afrikanischen Löwen aus eingefrorenen (vitrifizierten) Eizellen zu produzieren. Für die Vitrifizierung – eine spezielle Methode der Gefrierkonservierung – werden die Eizellen eines Tieres direkt nach dessen Kastration oder Tod entnommen und sofort bei -196°C in flüssigem Stickstoff eingefroren. Diese Technik ermöglicht es, Eizellen von genetisch wertvollen Tieren für unbegrenzte Zeit zu lagern, um Nachkommen mit Hilfe assistierter Reproduktionstechniken zu erzeugen. Ziel ist es, diese Methoden weiter zu verbessern und anzuwenden, um stark gefährdete Katzenarten wie den asiatischen Löwen vor dem Aussterben zu bewahren. Die aktuelle wissenschaftliche Arbeit über afrikanische Löwen als Modellart ist ein wichtiger Schritt in diese Richtung. Die Ergebnisse sind in der wissenschaftlichen Zeitschrift „Cryobiology“ veröffentlicht.
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Die Berliner Mischung: Igel bilden keine genetisch isolierten Bestände in der Hauptstadt
Igel leben sowohl auf dem Lande als auch innerhalb größerer Städte. Da insbesondere in ländlichen Regionen die Bestände kontinuierlich abnehmen, sind die Mehrzahl der Igel mittlerweile Stadtbewohner. Um diese Bestände effizient zu schützen, müssen die Anpassungsstrategien (und deren Grenzen) dieser Kleinsäuger an menschlich dominierte Lebensräume besser verstanden werden. Die von Dr. Anne Berger vom Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) mit herausgegebene Spezialausgabe zur angewandten Naturschutzforschung bei Igeln („applied hedgehog conservation research“) der Fachzeitschrift „Animals“ schließt einen Teil dieser Forschungslücke. Ein darin publiziertes neues Forschungsergebnis: Trotz erheblicher Barrieren im Stadtbild wie Straßen oder Gewässer schaffen es die wenig mobilen Igel, in Berlin eine gemeinsame genetische Population zu erhalten. Für den Genfluss und damit für die Widerstandsfähigkeit der lokalen Igelbestände seien sowohl Grünkorridore als auch Translokationen durch den Menschen verantwortlich, so das Fazit.
Happy End eines herausfordernden Jahres: Zwei neue Nördliche Breitmaulnashorn-Embryos über Weihnachten erzeugt
Wissenschaftler*innen und Naturschützer*innen des internationalen BioRescue-Konsortium arbeiten mit Hochdruck daran, das vom Aussterben bedrohte Nördliche Breitmaulnashorns durch fortschrittliche Technologien der assistierten Reproduktion zu retten. Im Dezember 2020 konnte das Konsortium zwei neue Nördliche Breitmaulnashorn-Embryos erzeugen. Am 13. Dezember führte das Team des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW), des Safari Parks Dvůr Králové, des Kenya Wildlife Service und der Ol Pejeta Conservancy erfolgreich eine Eizellentnahme in Kenia durch. Nach dem sofortigen Transport der entnommenen Eizellen nach Italien erzeugten die Wissenschaftler*innen zwei Embryos im Avantea-Labor in Cremona. Dafür ließen sie die Eizellen reifen und befruchteten sie mit Spermien des bereits verstorbenen Nashornbullen Suni. Die Embryos wurden am Weihnachtsabend im Entwicklungsstadium einer Blastozyste (Embryo) bei minus 196 Grad Celsius gefrierkonserviert. Damit erhöht sich die Gesamtzahl der bisher lebensfähigen Embryos auf fünf. Dies nährt die Hoffnung, dass trotz der Herausforderungen und Verzögerungen, die die COVID-19-Pandemie auch für das BioRescue-Konsortium im Jahr 2020 mit sich brachte, das Nördliche Breitmaulnashorn noch gerettet werden kann. Die nächste Phase der ambitionierten Rettungsmission ist bereits eingeleitet.
Hochrangige Männchen haben bei Hyänenweibchen bessere Chancen, weil sie weniger "gestresst" sind als rangniedrige Männchen
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) haben herausgefunden, dass die Interaktion mit anderen Männchen für rangniedrige Tüpfelhyänenmännchen "stressiger" ist als für hochrangige. Dies schränkt die Zeit und Energie ein, die rangniedrige Männchen in das Werben um die begehrtesten Weibchen investieren können und ist daher ein Schlüsselfaktor für ihren geringeren Fortpflanzungserfolg als der ihrer ranghohen Rivalen. Dieser Mechanismus scheint für die Anzahl und Qualität der Nachkommen wichtiger zu sein als körperliche Merkmale wie Attraktivität und Stärke. Diese Erkenntnisse waren dank einer Kombination aus umfangreicher Feld- und Laborarbeit möglich – über 20 Jahre lang verfolgten die Forscher den Lebenslauf Hunderter von Hyänen im Ngorongoro-Krater im Norden Tansanias, beobachteten ihr Verhalten und maßen die Konzentration von Glukokortikoid-Stoffwechselprodukten in mehr als 400 Kotproben. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift "Functional Ecology" veröffentlicht.
Freie Bahn für wilde Tiere: Weiterer Meilenstein für Wildtierkorridor in Borneo durch Umwandlung von Ölpalmenplantagen in Regenwald
Vor einem Jahr startete die Kooperation vom Rhino and Forest Fund (RFF) – einer Ausgründung des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) – und dem Borneo Orangutan Survival (BOS) Deutschland e.V. Ziel der Zusammenarbeit ist die Umwandlung von Ölpalmenplantagen in neuen Regenwald, der als Wildtierkorridor zwischen den zwei Schutzgebieten Tabin und Kulamba dienen soll. Innerhalb von drei Jahren haben der RFF und weitere Partner mit beratender Unterstützung des Leibniz-IZW 65 Hektar Schlüsselgebiete (Wald- und Plantagenflächen) auf Borneo in Malaysia erworben.
Kommunikations-Hotspots von Geparden sind der Schlüssel für die Lösung des Farmer-Geparden-Konflikts in Namibia
Zentralnamibia ist einer der wichtigsten Rückzugsorte der weltweit abnehmenden Bestände des Gepards. Hier leben die Geparde nicht in Schutzgebieten, sondern auf den Ländereien von Rinderfarmern. Ein dauerhafter Konflikt bedroht daher die Bestände der gefährdeten Katzenart: Geparde reißen gelegentlich Kälber und sind daher auf den Farmen nicht immer gern gesehen. Neue Ergebnisse eines Langzeit-Forschungsprojekts des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) eröffnen nun eine tragfähige Lösung: In den Kerngebieten der Territorien männlicher Geparde treffen sich alle Geparde der Region häufig zum Austausch von Informationen. In diesen "Kommunikations-Hotspots" sind die Raubkatzen erheblich häufiger anzutreffen als in den weiten Gebieten zwischen den Hotspots, sie sind daher Zentren der Gepardenaktivität. Halten die Viehwirte ihre Zuchtherden mit jungen Kälbern von den Kommunikations-Hotspots fern, können sie Kälberverluste um mehr als 80 Prozent reduzieren. Diese Erkenntnisse sind das Ergebnis einer engen und vertrauensvollen Zusammenarbeit zwischen Wissenschaftler*innen des Leibniz-IZW und Farmern in Zentralnamibia. Sie sind in der Fachzeitschrift "Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America" veröffentlicht.
Leibniz-Auszubildendenpreise gehen nach Berlin und Kiel
Die Leibniz-Gemeinschaft hat ihren Auszubildenden-Preis 2020 an eine Kauffrau für Büromanagement und einen Fachangestellten für Markt- und Sozialforschung aus Berlin sowie an eine Buchbinderin aus Kiel verliehen. Prämiert wurden Auszubildende, die neben sehr guten fachlichen Leistungen ein überdurchschnittliches Engagement über die Ausbildung hinaus zeigten.
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Prof. Dr. Heribert Hofer DPhil zum neuen Vizepräsidenten der GDNÄ gewählt
Mit dem international renommierten Wildtierforscher Heribert Hofer übernimmt ein engagierter Förderer junger Talente mehr Verantwortung in der traditionsreichen Wissenschaftsgesellschaft.
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Leibniz-IZW erhält Zulassung als Satellite Training Centre des European College of Veterinary Microbiology
Das European Board of Veterinary Specialisation hat Dr. Kristin Mühldorfer, Spezialistin für Mikrobiologie in der Abteilung für Wildtierkrankheiten, als „de facto Diplomate“ des European College of Veterinary Microbiology (ECVM) anerkannt. Gleichzeitig erhielt das Leibniz-IZW die Zulassung als Satellite Training Centre, um am Residency-Programm des ECVM teilzunehmen und die qualitativ hochwertige Weiterbildung zur/m Fachtierärztin/Fachtierarzt für Mikrobiologie auf europäischer Ebene zu fördern. Die angehenden Diplomates (Residents) werden von der langen praktischen und wissenschaftlichen Erfahrung der Bakteriologie und Pathologie in der Diagnostik von Wildtierkrankheiten profitieren und Einblicke in die Forschungsaktivitäten von Mühldorfer und ihrer Kolleginnen und Kollegen gewinnen.
