Pressemitteilungen

Das Leibniz-IZW informiert regelmäßig über wesentliche Ergebnisse seiner Forschung, Veranstaltungen oder Preise sowie über Personalia. Die Pressemitteilungen werden per E-Mail direkt an interessierte Journalistinnen und Journalisten versendet sowie über die Portale Informationsdienst Wissenschaft, AlphaGalileo sowie EurekAlert verbreitet. Sind Sie interessiert, unsere Pressemitteilungen direkt zu erhalten? Dann senden Sie eine entsprechende Nachricht an presse@izw-berlin.de

Jugendliche und Heranwachsende wissen zu wenig über Krankheitserreger wie SARS-Cov-2

Eine schulbasierte wissenschaftliche Untersuchung in Italien, Österreich, Deutschland, Slowenien, Mauritius und Japan zeigt, dass junge Menschen zu wenig über die wechselseitige Krankheitsübertragung von Tieren auf Menschen (Zoonosen) und das integrative Management von gesundheitlichen Risiken (One-Health-Konzept) wissen. Die Ergebnisse der internationalen Untersuchung wurden in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift Frontiers in public health veröffentlicht.

 

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Grüne Meeresschildkröte (By P.Lindgren - Own work, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=27611674)
Grüne Meeresschildkröte (By P.Lindgren - Own work, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=27611674)

16 Wirbeltier-Referenzgenome veröffentlicht: Leibniz-IZW und BeGenDiv beteiligt an einer neuen Ära in der Genomsequenzierung

In einem Spezialheft der führenden Fachzeitschrift „Nature“ und in begleitenden Artikeln, die zeitgleich in weiteren Fachzeitschriften veröffentlicht wurden, gab das Vertebrate Genomes Project (VGP) heute die vollständige und nahezu fehlerfreie Sequenzierung von 16 Wirbeltier-Referenzgenomen bekannt. Dieser Schritt zu einer neuen Qualität und Größenordnung in der Genomsequenzierung der biologischen Vielfalt – das größte Genom im Projekt umfasste 5 Gigabasen – wird neue Entdeckungen und Erkenntnisse aus der Vielfalt des Lebens ermöglichen. Ermöglicht wurde dies durch eine jahrzehntelange Zusammenarbeit von Wissenschaftler*innen aus aller Welt. Das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) und das Berliner Zentrum für Genomik in der Biodiversitätsforschung (BeGenDiv) trugen zu dieser Gemeinschaftsleistung bei, indem sie zu der Entwicklung der entscheidenden bioinformatischen Auswertungswerkzeuge („Assemblierungspipeline“) beitrugen, drei Referenzgenome vom Zweifingerfaultier (Choloepus didactylus), dem Südlichen Nasenbär (Tamandua tetradactyla) und der Grünen Meeresschildkröte (Chelonia mydas) erstellten und an der Ausbildung von Bioinformatik-Studenten für die Erstellung von Referenzgenomen beteiligt waren. Weitere Publikationen, die auf diesen drei Genomen basieren, sind in Vorbereitung.

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Serow im Truong-Son-Gebirge (Foto: Andrew Tilker, Leibniz-IZW, WWF-CarBi, XSNPA)
Serow im Truong-Son-Gebirge (Foto: Andrew Tilker, Leibniz-IZW, WWF-CarBi, XSNPA)

Verlust der Tierwelt in tropischen Wäldern bedroht UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung

Der gegenwärtige Verlust biologischer Vielfalt ist beispiellos und die Geschwindigkeit des Artensterben übersteigt vergleichbare natürliche Prozesse um ein Vielfaches. Maßgeblich verursacht durch menschliche Eingriffe ist dieser Verlust an Fülle und Vielfalt der Tierwelt in den Tropen besonders ausgeprägt, obgleich nicht darauf beschränkt. Eine neue Untersuchung von Wissenschaftlern des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) und des Lund University Centre for Sustainability Studies (LUCSUS) betrachtet nun den Zusammenhang zwischen zunehmend tierleeren Tropenwäldern und den UN-Zielen für nachhaltige Entwicklung. In der Fachzeitschrift „Ambio“ zeigen sie auf, wie der Verlust einer reichhaltigen und vielfältigen Tierwelt die Ernährungssicherheit untergräbt, das Risiko des Ausbruchs von Infektionskrankheiten erhöht, die Kapazität für die Kohlenstoffspeicherung verringert und somit Grundpfeiler der nachhaltigen globalen Entwicklung schwächt. Aufgrund dieser Einsichten drängen sie darauf, der „Defaunation“ mehr Aufmerksamkeit in der interdisziplinären Forschung, der Forstpolitik und dem Naturschutz zu schenken.

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Eizellentnahme am 28. März in Kenia (Foto: BioRescue/Rio the Photographer)
Eizellentnahme am 28. März in Kenia (Foto: BioRescue/Rio the Photographer)

BioRescue erzeugt vier neue Embryonen und bereitet nächste Schritte der Rettungsmission für das Nördliche Breitmaulnashorn vor

Wissenschaftler*innen und Naturschützer*innen des internationalen BMBF-geförderten BioRescue-Konsortiums arbeiten mit Hochdruck daran, das Nördliche Breitmaulnashorn durch fortschrittliche Technologien der assistierten Reproduktion zu retten. Das Konsortium freut sich nun bekannt zu geben, dass im März und April 2021 vier weitere Embryonen der vom Aussterben bedrohten Dickhäuter erzeugt wurden. Dies ist die erfolgreichste Serie von Prozeduren – von der Eizellentnahme in Kenia bis zur Befruchtung im Reagenzglas (In-vitro-Fertilisation) und Kryokonservierung in Italien –, die das Team vom Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW), Safari Park Dvůr Králové, Kenya Wildlife Service, Ol Pejeta Conservancy und Avantea jemals durchführten. Außerdem bestätigte das Team, dass die im Dezember 2020 durchgeführte Sterilisation eines südlichen Breitmaulnashornbullen erfolgreich war. Der Bulle kann sich nun zu weiblichen Artgenossen in der Ol Pejeta Conservancy gesellen, die als potenzielle Leihmütter für zukünftigen Nachwuchs der nördlichen Breitmaulnashörner ausgesucht wurden.

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Eierlegende Säugetierart; Leibniz-IZW
Eierlegende Säugetierart; Leibniz-IZW

Neue eierlegende Säugetierart in Australien entdeckt

Man geht davon aus, dass die weltweite Biodiversität zu großen Teilen noch unerforscht ist. Dass Forscher*innen neue Säugetiere entdecken, kommt jedoch selten vor. Ein Wissenschaftsteam des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) hat nun jedoch eine neue Säugetierart in Australien entdeckt. Die Entdecker*innen gaben ihm den wissenschaftlichen Namen Ovolepus paschii.

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Feldhase im Stadtgebiet; Köhler D
Feldhase im Stadtgebiet; Köhler D

Osteraktion mit Berliner Bürgerwissenschaftler*innen: Feldhasen oder Wildkaninchen gesichtet?

Wussten Sie, dass es im Ostteil Berlins besonders viele Hasen gibt und Kaninchen eher im Westteil der Hauptstadt zu finden sind? Erkenntnisse wie diese werden auch durch Bürgerwissenschaftler*innen möglich gemacht – sie beobachten, fotografieren und melden ihre tierischen Nachbarn Forschungseinrichtungen oder Naturschutzorganisationen. Zur Osterzeit 2021 rufen das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) und der Naturschutzbund Deutschland (NABU) gemeinsam mit dem Bezirksamt Lichtenberg von Berlin zu einer Sonderaktion auf: Vom 2. bis zum 18. April können alle Sichtungen von Feldhasen und Wildkaninchen auf der Berliner Stadtwildtiere-Webseite (https://berlin.stadtwildtiere.de/beobachtung/eintragen) gemeldet werden. Die Seite bietet Bestimmungs- und Beobachtungstipps für beide Arten an.

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Schlagopfer an einer Windkraftanlage (Foto: Christian Voigt)
Schlagopfer an einer Windkraftanlage (Foto: Christian Voigt)

Windenergie: Wie das akustische Monitoring zum Schutz der Biodiversität verbessert werden kann (und sollte)

Um das Schlagrisiko von Fledermäusen an Windkraftanlagen abzuschätzen, ist es gängige Praxis, die akustische Aktivität der Tiere im Einzugsbereich der Rotorblätter zu erfassen. Hierzu werden Ultraschalldetektoren an den Gondeln der Mastspitze angebracht. Ein Wissenschaftsteam unter Leitung des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) kommt in einer aktuellen Analyse zum Schluss, dass insbesondere bei großen Anlagen die Wirksamkeit dieser akustischen Überwachung unzureichend ist, um das Schlagrisiko zuverlässig vorherzusagen. Sie empfehlen daher, ergänzende Ultraschalldetektoren an weiteren Stellen der Windkraftanlagen anzubringen sowie zusätzliche Techniken wie Radar und Wärmebildkameras für das Monitoring zu entwickeln. Die Ergebnisse ihrer Analyse sind in der Fachzeitschrift „Mammal Review“ veröffentlicht.

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Habicht in Berlin (Foto: Oliver Krone)
Habicht in Berlin (Foto: Oliver Krone)

Untersuchung toter Greifvögel zeigt, dass Nagetiergifte in der Umwelt eine Bedrohung ihrer Bestände darstellen

Der vermehrte Einsatz von Chemikalien in vielen Bereichen unseres Lebens führte in den letzten Jahrzehnten zu einer Belastung von Wasser, Böden und (Wild-)tieren. Neben Pflanzenschutzmitteln sowie Human- und Veterinärarzneimitteln führten auch Nagetiergifte (Rodentizide) zu toxischen Effekten in Wildtieren. Eine neue Untersuchung von Wissenschaftler*innen des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW), des Umweltbundesamtes (UBA) und des Julius-Kühn-Instituts (JKI) belegt, dass diese Stoffe in der Leber von Greifvögeln in Deutschland nachweisbar sind. Häufig gefunden wurden Blutgerinnungshemmer (Antikoagulantien), die gegen Nagetiere in der Land- und Forstwirtschaft und in Städten eingesetzt werden. Besonders mit Rodentiziden belastet sind Habichte im städtischen Raum in Berlin sowie Rotmilane. Der Nachweis dieser Gifte auch in Seeadlern zeigt, dass auch Vögel, die eher menschenferne Lebensräume bevorzugen, nicht vor Belastungen gefeit sind. Die Untersuchung, die vom WWF Deutschland unterstützt wurde, ist in der Fachzeitschrift „Environmental Research“ veröffentlicht.

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Ethische Risikobewertung einer BioRescue-Prozedur in Kenia (Foto: Jan Zwilling)
Ethische Risikobewertung einer BioRescue-Prozedur in Kenia (Foto: Jan Zwilling)

Neue Technologien, neue Verantwortung: BioRescue entwickelt ethische Risikobewertung für das Rettungsprogramm der nördlichen Breitmaulnashörner

Das BioRescue-Konsortium entwickelt und nutzt fortschrittliche assistierte Reproduktionstechnologien (aART) zur Rettung stark gefährdeter Säugetiere wie dem nördlichen Breitmaulnashorn. Diese neuen Technologien verschieben die Grenzen des Möglichen bei der Erzeugung von Nachwuchs. Infolgedessen müssen neue ethische Fragen bezüglich der Anwendung dieser Hilfsmittel beantwortet und relevante Tierschutzaspekte berücksichtigt werden. Um sicherzustellen, dass diese Aspekte mit dem technologischen Durchbruch von aART Schritt halten, hat das BioRescue-Konsortium unter der Leitung der italienischen Universität Padua mit dem „Ethical Assessment (ETHAS)“-Tool ein ethisches Selbstbewertungsinstrument entwickelt, welches explizit auf die Durchführung von Eizellentnahmen, In-vitro-Fertilisationen, Embryotransfers und weiteren Prozeduren des Konsortiums ausgerichtet ist. ETHAS ist in einem wissenschaftlichen Aufsatz der Fachzeitschrift „Animals" ausführlich beschrieben.

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Institutsgebäude des Leibniz-IZW (Foto: Jan Zwilling)

Leibniz-IZW erfolgreich evaluiert – Förderung für weitere sieben Jahre empfohlen

Der Senat der Leibniz-Gemeinschaft hat am 18. März 2021 seine offizielle Stellungnahme zur turnusmäßigen Evaluierung des Leibniz-IZW veröffentlicht. Die Einrichtungen der Leibniz-Gemeinschaft werden regelmäßig evaluiert, spätestens alle sieben Jahre. Dabei bewerten international ausgewiesene Sachverständige die Leistungen und Strukturen jeder Einrichtung. Der Senat der Leibniz-Gemeinschaft verabschiedet auf der Basis dieser Bewertung eine Stellungnahme, die in der Regel Empfehlungen zur weiteren Förderung der Einrichtung enthält. Für das Leibniz-IZW empfiehlt der Senat der Leibniz-Gemeinschaft Bund und Ländern, die gemeinsame Förderung des Instituts fortzusetzen.

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