Pressemitteilungen

Das Leibniz-IZW informiert regelmäßig über wesentliche Ergebnisse seiner Forschung, Veranstaltungen oder Preise sowie über Personalia. Die Pressemitteilungen werden per E-Mail direkt an interessierte Journalistinnen und Journalisten versendet sowie über die Portale Informationsdienst Wissenschaft, AlphaGalileo sowie EurekAlert verbreitet. Sind Sie interessiert, unsere Pressemitteilungen direkt zu erhalten? Dann senden Sie eine entsprechende Nachricht an presse@izw-berlin.de

Bandicota indica, Leopoldamys edwarsi, Maxomys surifer, Mus cookii, Rattus exulans, Rattus tanezumi (von links nach rechts). | Fotos: Serge Morand/IZW
Bandicota indica, Leopoldamys edwarsi, Maxomys surifer, Mus cookii, Rattus exulans, Rattus tanezumi (von links nach rechts). Fotos: Serge Morand/IZW

Wissenschaftler entdecken Affenvirus in indonesischer Nagetierart

Das Gibbon-Affen-Leukämie-Virus (GALV) ist für den Menschen unschädlich und spielt in der humanen Krebstherapie eine große Rolle, obgleich es bei seinem Wirt, dem Weißhandgibbon (Hylobates lar), krankheitsauslösend wirkt. GALV könnte ursprünglich gar kein Affenvirus gewesen sein, sondern von Nagetieren stammen. Ein internationales Forscherteam unter der Leitung des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) untersuchte 26 Nagetierarten aus Südostasien auf der Suche nach dem Vorkommen von GALV-ähnlichen Viren. Dabei entdeckten die Wissenschaftler bei dem Grasland-Melomys (Melomys burtoni), einem Nagetier aus dem indonesischen Westneuguinea, eine neue Variante des GALV. Das stützt die Idee, dass der Grasland-Melomys und die mit ihm verwandten Nagetierarten aus  Australien und Papua-Neuguinea eine entscheidende Rolle in der Verbreitung des GALV-Virus spielten. Die Ergebnisse der Forschung wurden jetzt in der Fachzeitschrift  „Journal of Virology“ veröffentlicht.

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Tote Rauhautfledermaus unter einer Windkraftanlage. Foto: Christian Voigt/IZW
Tote Rauhautfledermaus unter einer Windkraftanlage. Foto: Christian Voigt/IZW

Fledermäuse auf dem Durchflug: Der herbstliche Fledermauszug beginnt

Die Temperatur ist günstig, der Wind steht richtig und Rauhautfledermäuse aus Nordosteuropa hält nun nichts mehr zurück. In der Nacht vom 20ten auf 21ten August begannen Millionen von Fledermäusen aus Nordosteuropa ihre Migration in Richtung südliches und westliches Europa, ein Spektakel, das im Gegensatz zum herbstlichen Vogelzug noch nicht die Aufmerksamkeit hat, die es verdient.

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Blüte mit ihren Pollen. Foto: Anita Reinsch
Blüte mit ihren Pollen. Foto: Anita Reinsch

Anita Reinsch erhält für Fotos den Ersten Preis

Die ehemalige IZW-Mitarbeiterin Anita Reinsch hat den Ersten Preis in der Kategorie Mikrofotografie 2016 des Magazins „Bild der Wissenschaft" gewonnen. Dabei lieferte nüchterne Technik die Motive: Entstanden sind die Bilder alle unter dem Rasterelektronenmikroskop am Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin.

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Islandpony im Passschritt während einer Weltmeisterschaft. Foto: Monika Reissmann
Islandpony im Passschritt während einer Weltmeisterschaft. Foto: Monika Reissmann

Wikinger setzten die weltweite Verbreitung der Gangpferde in Gang

Einige Pferde verfügen über spezielle Gangarten, die für den Reiter komfortabler sind als Schritt, Trab oder Galopp. Wie nun ein internationales Forscherteam unter Leitung des Berliner Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) herausgefunden hat, liegt der Ursprung der Gangpferde höchstwahrscheinlich im mittelalterlichen England des 9. Jahrhunderts, von wo aus sie durch die Wikinger nach Island kamen und sich später in ganz Europa und Asien verbreiteten. Die Studie wurde in der aktuellen Ausgabe des wissenschaftlichen Fachmagazins „Current Biology“ veröffentlicht.

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Großer Abendsegler. Photo: M. Röleke/IZW
Großer Abendsegler. Photo: M. Röleke/IZW

Gefährlicher Flug in den Windpark

Vor allem weibliche Fledermäuse scheinen im Frühsommer regelrecht von Windkraftanlagen angezogen zu werden. Das ist eines der Ergebnisse der Pilotstudie des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin. Die Forscher hatten den nächtlichen Flug des einheimischen Großen Abendseglers via GPS-Tracking beobachtet. Einige Resultate verblüfften selbst die Experten.

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Tüpfelhyänenweibchen mit Zwillingsgeschwistern: Konkurrenzkampf um Muttermilch im Serengeti National Park (Tanzania). Foto: S. Benhaiem/IZW.
Tüpfelhyänenweibchen mit Zwillingsgeschwistern: Konkurrenzkampf um Muttermilch im Serengeti National Park (Tanzania). Foto: S. Benhaiem/IZW.

Sozialstatus der Mutter und Geschwisterrivalität beeinflussen das Säugen bei Tüpfelhyänen

Weibchen von niedrigem sozialen Rang haben oft begrenzten Zugang zu Nahrungsquellen. Folglich können sie ihre Nachkommen nur in unregelmäßigen Abständen säugen, sodass diese oft lange Fastenperioden durchstehen müssen. Dies kann Wachstum und Überleben der Nachkommen erheblich beeinträchtigen, vor allem wenn sie die Milch mit einem Wurfgeschwister teilen müssen. Nun haben Wissenschaftler vom Berliner Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) und vom ehemaligen Max-Planck-Institut für Verhaltensphysiologie in Seewiesen herausgefunden, dass rangniedere Tüpfelhyänen ihre geringe Säugehäufigkeit in gewissem Umfang kompensieren können. Dies tun sie, indem sie in den einzelnen Säugeperioden mehr Milch von höherer Nährstoffqualität an ihre Nachkommen geben als ranghohe Mütter. Wie die Ergebnisse der Studie außerdem zeigen, verhalten sich dominante Geschwister in Zwillingswürfen aggressiv gegenüber ihrem untergeordneten Zwilling, um selber mehr Milch zu bekommen. Die Studie wurde nun im wissenschaftlichen Fachmagazin „Behavioural Ecology” veröffentlicht.

 

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Ansammlung von Flusspferden in einer der letzten geeigneten Wasserstellen am Ende der Trockenperiode im Ruaha-Nationalpark (Tansania). Foto: Claudia Stommel/IZW
Ansammlung von Flusspferden in einer der letzten geeigneten Wasserstellen am Ende der Trockenperiode im Ruaha-Nationalpark (Tansania). Foto: Claudia Stommel/IZW

Flusspferde auf der Suche nach den letzten geeigneten Wasserstellen

Flusspferde im Großen Ruaha-Fluss in Tansania verlieren während der Trockenzeit einen großen Teil ihres Lebensraums. Während dieser Zeit führt der Fluss zunehmend wenig Wasser, da die Menschen dem Fluss stromaufwärts immer mehr Wasser entnehmen. Austrocknung ist die Folge. Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) haben untersucht, wie sich das auf die Verbreitung der Flusspferde auswirkt. Die aktuelle Studie zeigt, dass sich die Flusspferde auf ausgedehnte Wanderungen über weite Entfernungen begeben müssen, um lebensnotwenige Tagesrastplätze zu finden. Die Ergebnisse wurden im frei zugänglichen Online-Fachmagazin „PLOS ONE“ veröffentlicht.

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Fuchs. Foto: Sophia Kimmig/IZW
Fuchs. Foto: Sophia Kimmig/IZW

Wie leben die Füchse in meinem Kiez?

BürgerwissenschaftlerInnen erforschen das Leben der „Füchse in der Stadt“

Fast jeder hat die Berliner Stadtfüchse schon einmal gesehen. Wir sehen sie an den unmöglichsten Orten, mitten am helllichten Tag. Genauso schnell wie sie auftauchen, verschwinden sie jedoch oft wieder. Aber wohin? Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, möchte das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) gemeinsam mit Berlinerinnen und Berlinern die Stadtfüchse genauer untersuchen. Am 1. Juni 2016 wurde dafür eine interaktive Bürgerwissenschaften-Karte freigeschaltet, mit deren Hilfe BürgerInnen verschiedene Forschungsaufgaben in ihrem Kiez übernehmen können.

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Flachkopfkatze: Aufgenommen mit der Kamerafalle im Tangkulap Waldschutzgebiet, Sabah, Malaysisch-Borneo, am 18. März 2009. Bildautor: Azlan Mohamed & Andreas Wilting/IZW, SFD, SWD
Flachkopfkatze: Aufgenommen mit der Kamerafalle im Tangkulap Waldschutzgebiet, Sabah, Malaysisch-Borneo, am 18. März 2009. Bildautor: Azlan Mohamed & Andreas Wilting/IZW, SFD, SWD

Gezielter Schutz für Borneos Raubtiere

Umwandlungen und Fragmentierung des natürlichen Lebensraums, Abholzung, illegales Jagen, Feuer: die Regenwälder und Wildtiere Borneos, der drittgrößten Insel der Welt, sind stark bedroht. Nun hat ein internationales Forschungsteam unter der Leitung des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) und der Kommission „Arterhaltung“ (Species Survival Commission, SSC) der Internationalen Union zur Bewahrung der Natur und natürlicher Ressourcen (IUCN) einen Leitplan für zielgerichtete Maßnahmen zum Schutz der Wildkatzen und Kleinraubtiere Borneos in einer Sonderausgabe des Raffles Bulletin of Zoology veröffentlicht.

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Eurasischer Luchs (Lynx lynx). Foto: Marijke Autenrieth
Eurasischer Luchs (Lynx lynx). Foto: Marijke Autenrieth

Neu- und Wiederansiedlungen von Luchsen erfordern größere Bestände, um genetische Verarmung zu vermeiden

Um Luchse erfolgreich wiederanzusiedeln, spielt die Anzahl an ausgewilderten Tieren eine entscheidende Rolle. Werden nur wenige Luchse freigelassen, um eine neue Population zu etablieren, so ist die genetische Vielfalt zu gering, um ihren Bestand langfristig zu sichern. Dies hat ein internationales Forscherteam kürzlich im Fachmagazin „Conservation Genetics“ veröffentlicht. In ihrer Studie betonen die Autoren die Notwendigkeit, neu etablierte europäische Luchspopulationen durch das Aussetzen weiterer Luchse und andere Schutzmaßnahmen zu stärken.

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